16. März 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Grosszügig in Sachen Corona, knauserig gegenüber AHV-Rentnern. Kann diese Rechnung aufgehen?

Derzeit versucht der Ständerat wieder einmal eine Revision der AHV. Das ist nötig, das Sozialwerk könnte aus dem Ruder laufen. Kern der Vorlage ist die Erhöhung des Rentenalters der Frauen von 64 auf 65 Jahre.

Unnötig zu sagen, dass viele Frauen dieses Vorhaben mit Linken und Gewerkschaften bekämpfen. Es wurde eine Petition mit 300000 Unterschriften eingereicht, die das Parlament dazu aufruft, die Hände von der Frauenrente zu lassen.

Reformen der Altersversicherung haben immer einen schweren Stand. Die letzte gelang vor zirka 30 Jahren. Diesmal könnte es wegen der Corona-Krise noch schwieriger werden.

Denn der gleiche Ständerat, der bei der AHV mit einem höheren Frauenrentenalter sechs bis sieben Milliarden sparen will, hat an einem einzigen Nachmittag fast 13 Milliarden Franken für Corona-Härtefälle gesprochen. Wahrscheinlich werden es bis zum Ende der Session noch mehr.

Natürlich hat das eine Geschäft mit dem anderen nichts zu tun. Aber in der Öffentlichkeit beginnt man sich zu fragen, wie es möglich ist, dass der Bund Dutzende von Milliarden aus dem Ärmel schütteln kann, aber extrem knauserig ist, wenn es um die AHV geht.

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21 Kommentare zu “Grosszügig in Sachen Corona, knauserig gegenüber AHV-Rentnern. Kann diese Rechnung aufgehen?”

  • juege sagt:

    Solange noch 1 Franken ins Asylwesen und in die Entwicklungshilfe fliesst, ist dieses Thema obsolet.

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  • Guy Tiger sagt:

    Ich versteh das nicht, wenn uns doch die Gaga-Politk der letzten 12-14 Monaten etwas gezeigt hat, dann dass Geld keine Rolex spielt. Was kümmern uns jetzt noch 5 Mia für die Armee oder nochmals 5 - 10 Mia für die AHV? Ich denke, dass hier nicht mehr diskutiert werden müsste. Money for free. Für die Pharma und Medizin klotzt Bern ja ohne Ende mit "Tests" und "Schüssen". Dort, wo Geld aber wirklich gebraucht wird, da sehen die selbsternannten "Lebensretter und Helden" nicht hin, z. K.

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  • editzorn sagt:

    Wieso wollen meine Geschlechtsgenossinnen bei diesem Thema keine Gleichberechtigung mehr? Das ist Rosinenpicken, liebe Leute oder soll ich Leutinnen sagen?

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  • UrsD sagt:

    Man könnte die Schlagzeile noch gut erweitern: Grosszügig in Sache Milliarden für die EU, die Zuwanderung (Asylwesen), Feudale Gefängnisse, noch mehr Subventionen an Frauen und Kinder, die Besoldung von Leuten in Staatsdiensten, etc., aber ausgerechnet dort, wo es darum geht, denjenigen die hier aufgewachsen sind und zum grössten Teil viel geleistet und Steuern bezahlt haben, zeigt sich der Staat am knausrigsten und verweist regelmässig darauf, dass Schulden machen verantwortungslos sei.

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  • Fede sagt:

    Diese Frage sollten sich besser unsere Parlamentarier stellen.
    Offensichtlich kann man sich viel besser profilieren, wenn‘s ums COVID-Geldverteilen geht.

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  • Mueller sagt:

    Wieso ist Bundesbern zu seinen Alten so knausrig und ungerecht? Meine Frau und ich haben immer AHV einbezahlt und hätten zwei Maximalrenten zu Gut! Aber wir bekommen nur 150% , das gibt ca 3500.-! Wenn wir Einzelrenten hätten, würden uns zusammen 4800.- zustehen!
    Müssen wir uns nach 50 Ehejahren scheiden lassen, um gerechte Renten zu erlangen?! Zurzeit werden Milliarden grosszügig verteilt, aber wir werden in der Nähe von Altersarmut gelassen!

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    • UrsD sagt:

      Immerhin haben Sie während vielen Jahren deutlich weniger Steuern bezahlt (dank dem Verheiratetentarif, ausser Sie waren die ganze Zeit sehr gut verdienende Doppelverdiener) und vermutlich auch weniger in die AHV einbezahlt, als wenn Sie vom Staat als zwei Einzelpersonen behandelt worden wären.

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      • rzahler sagt:

        Viele Ehepaare sind Doppelverdiener, brauchen nicht einmal sehr gut verdienende zu sein sondern einfach mit ungefähr gleichen gleichem Gehalt, und die zahlen deutlich MEHR Steuern ihr ganzes Arbeitsleben lang, zahlen wie Einzelpersonen in die AHV ein, und müssen sich nachher mit 150% zu zweit zufriedengeben! Wir denken auch an Scheidung!

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        • Eva Meister sagt:

          Geht uns genau so. Wenn Frau und Mann - mit Kind - voll erwerbstätig sind und sich Familienarbeit aufteilen, müssen sie abartig viel Steuern zahlen. Ganz klar auch, dass man niemals in eine Genossenschaftswohnung reinkäme und natürlich sind auch die Krippentarife auf dem Maximum. KK-Vergünstigung? Sicher nöd. Und dann auch nur 150% AHV-Rente, obwohl beide ein Leben lang voll einbezahlt haben. Danke.

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        • UrsD sagt:

          Das stimmt einfach nicht. Es sind nur rel. wenige, die ein sehr hohes Doppelverdienereinkommen haben, die unter der Heiratsstrafe leiden. Als Verheiratete kommen Sie in den Genuss eines reduzierten Steuersatzes, können als Doppelverdiener diverse Abzüge machen und wenn Sie Kinder haben gleich nochmals einige. Nicht zu reden davon, dass wenn der eine Partner stirbt, der andere keine oder nur sehr wenig Erbschaftssteuer zu zahlen hat, während bei Unverheirateten, der Fiskus recht stark zuschlägt.

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  • Fede sagt:

    Diese Frage sollten sich mal die Parlamentarier stellen, denn wie im Artikel richtig erwähnt, kann man nicht nachvollziehen, warum jedesmal dieser „Knatsch“ losgeht wenn’s um die Renten geht. Jeder wird ja irgendwann mal davon abhängig werden. Aber es lässt sich offenbar viel besser profilieren, wenn‘s ums COVID-Geldverteilen geht.

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  • Edmo sagt:

    Mit den Corona Milliarden kann der Staat seine Macht ausbauen, die Wirtschaft gefügig und die Leute abhängig machen. Bei so viel sozialistischer Staatsverwirklichung in kurzer Zeit, stellt sich die Frage nach den Kosten nicht. Mit den Rentnern lässt sich nichts gewinnen. Die kosten ja immer nur und seit die dekadente, antikapitalistische Jugend weiss, dass die Alten das ganze gefühlte Elend und den Klimawandel verursacht haben, darf man von dieser Seite sowieso nichts mehr erwarten.

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    • UrsD sagt:

      Hm, es ist es äusserst fraglich, ob das CO2 den Klimawandel verursacht. Es gibt da viele andere Gründe. Z.B. sieht man auf Karten vom linken MeteoCH, dass sich praktisch die ganze Erwärmung der letzten 150 Jahre auf das Winterquartal und die dicht besiedelten Gebiete des Mittellandes konzentriert. Wäre es das CO2, würde sich die Klimaerwärmung überall und über das ganze Jahr zeigen. Der Schluss liegt nahe, dass das mit der explodierenden Bevölkerung extrem stärkere Heizen u.v.a. ursächlicher ist

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  • hape sagt:

    Nutzen wir doch mal die gängige Terminologie. Das Alter ist eine Pandemie mit R-Wert 100 und der Prozess verläuft in 100% aller Fälle tödlich. Warum also soll es nicht grosszügige Härtefallgelder aus Ueli Maurers Topf geben, die dazu dienen, nach 65, wenn die persönliche Pandemie losgeht, uns ein würdiges Leben in unserem Land zu ermöglichen? Ohne EL und Sozialamt? Verdienen wir das nicht alle?

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  • lagom sagt:

    Anstatt einzelne Bausteine mit AHV Pflästerli Politik verändern zu wollen, sollte reformfähige Lösungen erarbeitet werden. Im namen der Gleichberechtigung gilt gleiches Flex-Pensionsalter, AHV Beiträge gleich hoch ob verheiratet, geschieden, verwittwet oder zusammenlebend. Keine Witwenrenten mehr, dafür sollte die Krankenkassenprämien der Grundversicherung für alle pensionierten Pensionen vom BAG übernommen werden ( vielleicht würde man dadurch weitere Erhöhungen der Prämen etwas mindern)

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  • hape sagt:

    Ich habe auch nie verstanden, dass zwar Männer eine tiefere Lebenseerwartung haben und Frauen dafür geschont werden. Und weshalb Die Ehepaar-Guillotine die Rente schmälert. Haben ja beide eingezahlt...

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  • Beo B. Achter sagt:

    Eine ähnliche Frage könnte man sich bei der Flugzeugbeschaffung stellen. Das Parlament spricht der Wirtschaft "über Nacht" 57 Milliarden Franken zu. Sie denken damit den Schaden ihrer Überforderung und die Unfähigkeit des Bundesamtes für Krankheit. Wie lächerlich erscheint da die Investition von sechs Milliarden Franken für Flugzeuge. Ganz abgesehen von den vielen Debatten, Abstimmungen, Meinungsmache etc. die Jahre dauern.

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  • winner16 sagt:

    "wie es möglich ist, dass der Bund Dutzende von Milliarden aus dem Ärmel schütteln kann, aber extrem knauserig ist, wenn es um die AHV geht."
    Wenn sich jeder Schweizer diese Frage ehrlich beantwortet, dann ist Corona Geschichte!

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    • steinlin sagt:

      Nun winner16, das ist doch logisch, der weit überwiegende Teil im Bund und in den Parlamenten hat seine Altersversorgung mehr als gesichert. Warum sollen sich diese Leute um das Volk kümmern ?
      So winzige Ungerechtigkeiten wie die Ehepaarrente oder die Heiratsstrafe ist doch denen wurscht !
      Es ist auch wurscht in welcher Partei sie sind, die linksgrünen möchten alles den sogen. armen verschenken und die bürgerlichen sparen, sparen.
      An die Menschen die ihrer Lebtag gearbeitet haben denkt niemand

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