19. April 2021
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Florian Schwab

Guy Parmelin allein in Brüssel: Die EU hat Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter ausgeladen. Der Bundesrat sollte ihr dankbar sein

Die Idee war sonderbar: Grad drei Schweizer Bundesräte hätten am Freitag nach Brüssel zu Ursula von der Leyen reisen sollen. Mit dem Ziel, den Rahmenvertrag entweder neuzubeleben oder zu beerdigen.

Eine solche Dreiervertretung hatten EU-Turbos wie Erich Nussbaumer (SP), Christa Markwalder (FDP) und Damian Müller (FDP) ins Spiel gebracht. Auch im Bundesrat war sie Thema, bevor die Landesregierung ein Zweierticket Parmelin-Cassis ins Auge fasste.

Wie am Wochenende bekannt wurde, wird Parmelin alleine nach Brüssel reisen. Offiziell auf Wunsch der EU, die protokollarische Gründe» anführt.

Sollte das den Tatsachen entsprechen, müsste man der EU für einmal Danke sagen. Sie hätte dem Schweizer Bundesrat die Peinlichkeit erspart, vor der EU anzutraben und dort seine Uneinigkeit zu zelebrieren wie drei ungezogene Schüler, die beim Schuldirektor antraben müssen. Eine solch peinliche Vorstellung war vielleicht das eigentliche Ziel der EU-Freunde im Parlament.

Mit Parmelins Solo-Trip ist die Gefahr der maximalen Peinlichkeit gebannt. Im schlechtesten Fall geht man nach dem Austausch von Höflichkeiten auseinander. Im besten Fall erklärt Parmelin der EU, dass die Schweiz diesen Rahmenvertrag nicht will.

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12 Kommentare zu “Guy Parmelin allein in Brüssel: Die EU hat Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter ausgeladen. Der Bundesrat sollte ihr dankbar sein”

  • verena sagt:

    Wären unsere Bundesräte richtige Vertreter des schweizer Volkes, hätte eine briefliche Absage des Rahmenvertrags gereicht! Da muss keiner nach Brüssel fahren!

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  • johann6a sagt:

    Egal, ob man für oder gegen das InSta ist - was das schweizerische politische System in Sachen Rahmenvertrag seit Jahren für ein Chaostheater aufführt, ist schlicht peinlich. Wer eine nüchterne Sicht auf die Grenzen dieses Schönwetter-Systems vor grösseren Herausforderungen verweigert, verheddert sich bloss in persönlichen Schuldzuweisungen an Personen oder politisches Personal. Dass es denen in Brüssel verleidet ist, lässt sich gut nachvollziehen.

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  • Reutimann Werner sagt:

    Die FDP-Bundesräte braucht's wirklich nicht, für dieses bereits im Voraus verlorene Unterfangen. Dieser Partei und deren BR traut sowieso niemand mehr in unserem Land. - Aber Achtung: Volks- und vor allem SVP-Hoffnungen werden wohl von BR G. Parmelin begraben. Klar und deutlich hat er am Sonntag formuliert, unabhängig vom Standpunkt der Partei zu agieren und nur den Gesamt-BR zu vertreten. Schade, dass niemand etwas weiss von der nun so plötzlich angedachten ALTERNATIVE zum Rahmenvertrag.

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  • Edmo sagt:

    Es ist gut, dass Guy Parmelin alleine nach Brüssel reist. Als Bundespräsident ist er die Idealbesetzung, um Ursula von der Leyen nett aber bestimmt das endgültige Aus für den unsäglichen Rahmenvertrag zu verkünden. Sollte er das nicht vorhaben, kann ich ihm nur empfehlen, bei Frau von der Leyen um politisches Asyl zu ersuchen. Wir wollen ihn dann nämlich nie wieder in unserem Land sehen.

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  • hape sagt:

    Parmelin ist - wie Corona zeigt - kein SVP-Bundesrat. Er ist meiner Ansicht nach eine ähnliche Lachnummer wie Samuel Schmid es war.

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  • eduardkeller sagt:

    Vermutlich wurden das EU Personal, das mit dem Protokoll beauftragt ist, aufmerksam, weil für drei Bundesräte nicht genügend repräsentative Sessel verfügbar waren. Und da Bundesrat Parmelin in Brüssel nicht den Boris Jonson spielen will, reicht ein Stehpult.

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  • Albert sagt:

    Der schlechteste, aber leider nicht unwahrscheinliche Fall ist, dass Parmelin irgend ein weiteres Entgegenkommen unterbreitet, sodass die EU beim strittigsten Punkt Unionsbürgerrichtlinie entgegenkommen kann. Dann würde das medial als DER Erfolg rauf und runter zelebriert und alle, ausser der SVP und der ebenso nicht gehört werden wollenden Organisation Kompass/EU wären wieder uneingeschränkt dafür, was die unerträglich dekadent gewordene Schweiz dann leider ebenso gutheissen wird.

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  • VP-Falger sagt:

    Ob wohl ein SVP Bundesrat das Trauerspiel der Unterwürfigkeit endlich zu beenden imstande sein wird?

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