13. Mai 2021
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Wolfgang Koydl

Haltungs-Journalismus reloaded: Der «Spiegel» hat bei Corona-Vorhersagen schamlos übertrieben. Panikmache wird zum Selbstzweck

Wenn man sagt, dass der Spiegel nicht sauber berichtet, hat dies denselben Neuigkeitswert wie der Hinweis auf den katholischen Glauben des Papstes.

Dennoch krähte die Bild, als hätte sie es exklusiv, dass das Magazin mit den Corona-Vorhersagen schamlos übertrieben und so unnötig Panik erzeugt habe.

Schon mal von Steinen im Glashaus gehört?

Bild ist genauso Teil dieses Kartells des Terrors aus Medien und Politik, das seit Monaten Angst verbreitet – mit Inzidenzen und mit Intensivstationen, der britischen Mutante und dem indischen Drama. Getreu dem Motto des Kaisers Caligula: Oderint dum metuant – mögen sie mich hassen, solange sie mich fürchten.

Und sie haben Geschmack gefunden an der Panik. Nun, da das Virus weicht, wird die Botschaft angepasst: Wer sich nicht impfen lässt, wird zum Aussätzigen. Er muss den sozialen Tod befürchten.

Impfpflicht? Wie hässlich. Das kriegen wir eleganter hin.

Das ist tragisch. Doch die wirkliche Tragödie liegt darin, dass so viele Menschen sich das gefallen lassen.

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9 Kommentare zu “Haltungs-Journalismus reloaded: Der «Spiegel» hat bei Corona-Vorhersagen schamlos übertrieben. Panikmache wird zum Selbstzweck”

  • Anstolmi sagt:

    Bequem ist das Stichwort. Unsere Gesellschaft ist dekadent, mit allem bis zum Überdruss überfüttert und daher nicht mehr gewohnt, um etwas (die Freiheit) zu kämpfen. Wichtig ist, genug essen, drinken, sich ablenken und sich alles leisten zu können. Man ist sich nicht mehr bewusst, dass die Freiheit immer neu verteidigt und erkämpft werden muss (heute gegen grün und rot). Die Menschheit geht dem Ende entgegen, man kanns in der Bibel nachlesen - wenn man will.

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    • Melanie sagt:

      Die Menschheit geht nicht "dem Ende entgegen". Es gibt einfach wieder mal eine Zeitenwende. Einen sebstverschuldete, wie immer. Solche Wechsel gehören zu den Gesetzen der menschlichen Geschichte und des Lebens schlechthin. "Nichts ist beständiger als der Wandel"; das wussten alle Kulturen und Gesellschaften schon immer - oder mussten es schmerzlich erfahren.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Spiegel lässt sich auch von der Bill Gates-Stiftung zahlen. Man kann übrigens auf der Stiftungsseite nachlesen, wer wann wieviel erhält. Es ist also nicht verwunderlich, nur verwerflich.

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  • Albert sagt:

    Warum sich das so viele Menschen gefallen lassen, ist wirklich die zentrale Frage! Wir an der Volkshochschule für fortgeschrittene politische Studien können dieses schändliche Spiel des unendlichen Panikschürens und Manipulierens in eine sozialistische Richtung doch auch durchschauen - warum nur macht es sich die breite Masse derart bequem und will nichts mehr mit eigenverantwortlichem Handeln und damit auch kritischem Hinterfragen und mit uns zu tun haben?
    Wirklich tragisch!

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    • T sagt:

      Die breite Masse sowie der Staat wurde die letzten 40 Jahre schleichend links indoktriniert und unterwandert. Wir, die Konservativen und Bürgerlichen sind selber daran Schuld! Wir haben dies naiv zugelassen! Und nun sind wir gefangen in den Fesseln der Political Correctnes. Es gibt kein Zurück, weil man ansonsten medial zerstört würde, die Karriere beendet wäre und demnach finanziell auch benachteiligt. Ich denke, dass es leider zum Crash kommen muss, um danach wieder geläutert neu anzufangen.

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      • Albert sagt:

        Ich denke nicht, dass wir es naiv zugelassen haben. Wir waren und sind NICHT FÄHIG mit jenen, die aus unserer Sicht falsch denken, verständnisvoll und konstruktiv zu reden.
        Ja ich weisss: "Diskutiere nie mit einem Idioten, denn er zieht Dich auf sein Niveau herunter und schlägt Dich dort mit seiner Erfahrung". Das hat natürlich was; aber unser Fehler fängt eben schon damit an, dass wir die anders Tickenden herabsetzen, was sie ihrerseits veranlasst, uns ebenso zu behandeln. Kindergarten!

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    • juege sagt:

      Ich kann mir zwar fast nicht vorstellen, dass es an der Volkshochschule anders zugeht, als an der Uni. Diese ist doch seit ich mich erinnern kann (Jg. 51) eine linke Brutstätte. Wer lehrt denn an der Volkshochschulle?

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    • Melanie sagt:

      Sowas nennt sich Wohlstandsverwahrslosung & generelles Desinteresse. Wem es zu gut geht und wer zu bequem wird, braucht auch keine kritischen Gedanken zu wälzen und Dinge zu hinterfragen. Und alle anderen, denen es gar nicht gut geht - nun, die haben schlicht keine Zeit und Energie für sowas. Viellicht ist aber auch schlicht und einfach eine Frage der (welcher?) Intelligenz (der historischen, der sozialen, der praktischen, der verantwortungsvollen Intelligenz??)

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