14. Juli 2021
René Hildbrand

Heinz Günthardts Rausschmiss nach 36 Jahren beim Schweizer Fernsehen ist ein Skandal

«Einer, der den Hut nimmt.» So vermeldete SRF in «Gesichter und Geschichten» («G&G») am Dienstagabend den Rausschmiss von Tennis-Kommentator Heinz Günthardt. Ehrlich und richtig wäre gewesen: «Einer, der gefeuert wurde.»

Es ist nur noch peinlich: Nachdem die besten Moderatoren und Kommentatoren SRF verlassen haben und kürzlich auch Tennis- und Eishockey-Spezialist Stefan Bürer gekündigt hat, stellte der Staatssender am Dienstag nach 36 Jahren treuen Diensten Heinz Günthardt vor die Türe.

Das beliebte Duo Bürer/Günthardt begleitete unter anderem 20 Schweizer Grand-Slam-Titel. Immer hochkompetent, meist auch witzig. Die beiden bildeten – wie sonst höchstens noch Matthias Hüppi und Bernhard Russi – das konstanteste Doppel in der Geschichte des Schweizer Fernsehens.

Bürer und Günthardt gelten in Sachen Tennis zur ersten Garnitur der TV-Tennisexperten im ganzen deutschsprachigen Raum und gehörten für ein grosses Publikum zu Roger Federer wie dessen Mirka. Der Jahrhundertspieler betonte oft, wie sehr er, seine Crew und seine Familie das SRF-Gespann schätzen. Roger sagte mal: «Bürer und Günthardt – ein Dream-Team!» Unvergessen: Die originellen Platzinterviews des ehemaligen Tennisprofis und Trainers von Steffi Graf mit dem Schweizer Jahrhundert-Champion.

Heinz Günthardt hätte bei SRF gerne weiter gemacht. Bei den Frauen gibt es nämlich grosse Potenziale wie Bencic, Golubic und Teichmann, bei den Männern derzeit Dominic Stricker. Wawrinka ist immer noch verletzt.

An den Kosten kann es beim Günthardt-Rausschmiss nicht gelegen haben. Allein das seit Jahren verspätete News- und Sportcenter kostet Monat für Monat ein Vermögen. Hunderte von TV-Mitarbeiter sind deswegen stocksauer. Immer mehr von ihnen fragen sich jeden Abend: Wecker stellen oder Kündigung schreiben?

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28 Kommentare zu “Heinz Günthardts Rausschmiss nach 36 Jahren beim Schweizer Fernsehen ist ein Skandal”

  • ich sagt:

    Bin gespannt wann die ersten Sportmoderatoren rausfliegen, wenn sie auch nur ein wahres "falsches" Wort gegen Männerfrauen in Frauenwettbewerben äussern.

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  • mikueder sagt:

    Die letzte brauchbare Sendung dieses Konzerns war wohl "Franz & René" in den 80er Jahren. Auf alles andere hätte man wohl locker verzichten können und auf die Proraganda Show der letzten Jahre (nicht erst seit 2020) muss man verzichten, wenn man sich keinen Schaden zufügen will. Der Saftladen gehört ersatzlos abgeschafft, der hat längst keinerlei Daseinsberechtigung mehr. Eine Demokratie braucht keinen Staatsfunk!

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  • Santenbergler sagt:

    Das Ganze hat System:
    1. beliebte Sendungen/Personen entsorgen
    2. Empörung auslösen
    3. Terrain für nächste Gebührenerhöhung ebnen.

    Seit den üblen Sexismusaffären bei RTS und RSI verstecken sich die SRG-Verantwortlichen hinter leeren Floskeln, statt durchzugreifen. Und die Medienministerin gibt die Empörte und dichtet diesem Saftladen unverdienterweise gar eine Vorbildfunktion (!) an. Rechthaberei und Opportunismus prägen den Monopolisten - Die Fehlbesetzung Marchand ist nicht länger tragbar.

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  • Fritz sagt:

    Günthardt war zu gut. Das darf nicht sein.
    Stelleninserat des SRF: Mitarbeiter gesucht, einzige Bedingung Gehirnamputiert.

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  • Fede sagt:

    Zum Glück gibt’s ja noch genügend andere, mit wesentlich weniger & lästigen Reklameblöcken versetzten TV-Kanäle. Einfach Knopf drücken..!

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  • Bruno Bettoli sagt:

    "Niemand wird so gehasst, als derjenige der die Wahrheit sagt." Platon

    So ist es klar: Es müssen noch mehr hausgemachte "Convid-, Klima- und Energieexperten" her, um die Bevölkerung und das Land völlig aus dem Ruder zu bringen und die Deutungshoheit zu behalten. So müssen viele andere zugunsten der "Schwätzerwissenschaftler" über die Klinge springen.

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  • minibixi2008 sagt:

    Wie wäre es wenn möglichst viele keine Gebühren mehr zahlen würden?

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    • Politbuero sagt:

      hmmm... das könnte nur als koordinierte Aktion funtionieren
      zB analog Mietrecht wo Miete bei Mängeln hinterlegt werden darf
      also Verein gründen > Zwangs- R&F-Abgabe hinterlegen > Aufhebung der Mängel einfordern.
      Ist gesetzlich nicht vorgesehen aber wenn zB mehrere 10'000 Leute mitmachen hätte es bestimmt einen Effekt
      Ich lehne Vorauskreditierung ab. Habe gemäss Motto "¨ärgerst Du mir so ich Dir" Dauerauftrag von 27.92 Fr. monatlich immer zur Monatsmitte eingerichtet. Bisher keine Serafe-Reaktion

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Nachdem SRF die Profiliertesten aller Mitarbeiter (Hartmann, Kilchsberger, Billeter, Bürer, Hüppi..) reihenweise davonlaufen, werden nun auch noch die wenigen noch verbliebenen Leuchttürme wie alte Möbel entsorgt. Es ist ein Skandal, dass Günthardt, einer der profiliertesten Tennisexperten, eiskalt abserviert wurde. Möglicherweise war er in der falschen Partei, nicht grün oder rot genug. SRF ist ein trauriger Saftladen geworden, Wappler eine komplett unfähige Direktorin, die subito weg gehört.

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Auf "persönlich.com" liest man:

      "Und profilierte Köpfe – wie Steffi Buchli und Jann Billeter – verlassen das Unternehmen. Da könnte man meinen, dass der Sender den Vertrag mit einem profilierten Experten wie Günthardt gerne verlängert. Die Verantwortlichen am Leutschenbach sehen es aber anders. Sie wollen Einsparungen vornehmen."

      Aha, wir sollen sparen? Machen wir gerne, aber nicht da wo WIR unsere Mission sehen. Pech für Euch...

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  • Alain sagt:

    Es gibt nur eine Lösung, irgend jemand muss endlich dieses unfähige Management bei SRF in die Wüste schicken, angefangen bei der Quotenfrau Wappler. Diese Dame machte vielleicht beim DDR-MDR einen guten Job, als SRF Chefin eine völlige Fehlbesetzung.

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    • oazu sagt:

      Was heisst hier Fehlbesetzung, für die Linken und Grünen, wie auch ihre Journalistenfreunde bei SRF selber (dh fast ganze Belegschaft), ist doch das eine Traumbesetzung.

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      • Marlisa Schmid sagt:

        Ja genau, diesen ganzen Stall ausmisten. Jede Tagesschau, jede Rundschau, jede Arena, jedes 10vor10... ist ein Aergernis. Haltungsjournalismus anstatt seriöse neutrale Berichterstattung. Ein linker Sumpf von Brexit-Gegnern, EU-/Energiewende-/Gender-Fanatikern, Trump-/Johnson-/Salvini-/Orbanhassern. Die wirklich guten Sendungen wie Eco, NetzNatur.. wurden eliminiert. Der Sport war bislang das einzige, was noch zu ertragen war. Nun werden auch noch dort die kompetentesten Leute entsorgt. Pfuiii!

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  • Florence sagt:

    Was das CH FERNSEHEN abzieht ist eben genau so wie es ist: Link!
    Aber: Wer schaut denn noch SRF? Sport gibts auf tausend Kanälen zu sehen.

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  • ug sagt:

    Vielleicht schafft sich das Schweizer Staatsfernsehen selbst ab. Bedauern würd ich das nicht.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Als seltener Tennis-Sport-Konsument fand ich das Moderationsteam Bürer/Günthardt aber stets als perfekte und sachlich hervorragende Kommentatoren! Nach der Kündigung von Bürer und vielen anderen guten Sportmoderatoren, wird also Heinz Günthardt gefeuert¨! Dieses Fortjagen wurde aber offenbar nicht kommuniziert, sondern im "G&G" als Kündigung des bewährten Tennis-Kommentators aufgetischt! Hoffentlich klärt Heinz Günthardt bald auf, ob er von sich aus geht oder ob er tatsächlich gefeuert wurde!

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  • VP-Falger sagt:

    Das Schweizer Fernsehen praktiziert mit Hein Günthard denselben Fehltritt, den die Regierung seinerzeit mit dem Botschafter in Deutschlan, Thomas Borer praktizierte: Die besten sind den fiesen Schlappschwänzen zu gefährlich. Das kann in allen Lebensbereichen festgestellt werden, speziell aber in der Politik. Und SRF macht nicht mehr journalistisches Fernsehen, sondern politisiert auf witen Strecken derart mit einseitigem Übergewicht, dass einem oft das Kotzen kommt.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Wie wäre es, wenn man die cancel culture Führung von SRF auswechseln würde, anstatt das Personal zu entlassen.

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    • gian sagt:

      Führung (Wappler-Hagen Gehalt: Fr. 450'000.--) auswechseln, einverstanden. Wenn jedoch Brotz, Honegger, Gredig, Fischlin und Lüthi Arbeitslosengeld beantragen, hält sich unser aller Mitleid in Grenzen.

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  • Realo100 sagt:

    Vielleicht holen sie jetzt den Besenkammer-Spezialisten BORIS BECKER als “ Ersatz”

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    • Florence sagt:

      😂😂😂😂😂

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    • Edmo sagt:

      Das wäre die moralisch perfekte Lösung. Der arme Boris braucht dringend Geld. SRF würde mit dieser Besetzung soziale Kompetenz beweisen und im ganzen Land, wenn nicht gar europaweit, Bewunderung ernten.

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    • Stefan Mueller sagt:

      oder eventuell gar nochmals .....den peinlichen Daherploderi Schwaflinski

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      • Realo100 sagt:

        Auf Schawinski lasse ich nichts kommen. Immerhin ist er für mich der WILHELM TELL der Privatsender, der das Monopol des Staatssenders erfolgreich bekämpft hat und trotz den in den Weg gelegten Steinen ( durch Armin Walpen & Co) beharrlich seinen Weg gegangen ist. Sonst hätten wir wahrscheinlich noch heute keine Privatsender….

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        • Stefan Mueller sagt:

          Noch immer nicht gecheckt dass der Schwaflinski lediglich die Marionette der Geldgeber war?!
          Mit Kopieren von längst weltweit bestehenden Privatsendern...war nicht mal die Idee von dem.
          Wo es aber um Leistung ging, z.B. bei Sat 1; jagte man den mit Schimpf und Schande davon.
          Dessen einziges Markenzeichen; nicht wie Tschütteler Emil Hunziker Mohr Kachelmann Felix etc. etc. schlich der sich mit Lampiohren zurück in die CH..sondern der musste gegen seine Bosse aus der untersten Schublade nachtreten

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