21. April 2021
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Wolfgang Koydl

Herr der Ringe in Berlin: Wie Gandalf Schäuble Frodo Laschet vor dem Gollum aus Bayern rettete

Es war weder Tragödie noch eine Farce, sondern grosses Fantasy-Drama, ein deutscher «Herr der Ringe»: Armin Laschet in der Rolle des gemütlichen Hobbit Frodo Beutlin und Markus Söder als undurchschaubarer Gollum, verzehrt vom Verlangen nach dem höchsten Preis, der Kanzlerkandidatur.

Doch Frodo hätte nie obsiegt, hätte ihm nicht der weise Gandalf geholfen – was uns direkt zu Wolfgang Schäuble bringt, der eisgrauen Eminenz der CDU, allwissend und allmächtig wie der weissbärtige Zauberer.

Nur Schäubles Interventionen sicherten Laschet die Nominierung.

Stunden vor der entscheidenden Vorstandssitzung setzte er den Parteikollegen den Zauberstab auf die Brust: Wenn sie Laschet nicht wollten, müssten sie sich einen neuen Parteivorsitzenden suchen.

Eigentlich geht Schäuble der Parteivorsitz nichts an. Den bestimmen die Mitglieder. Und eigentlich dürfte nur Parteichef Laschet diese Drohung ausstossen – wenn er sich getraut hätte.

Schwamm drüber. Was gilt schon innerparteiliche Demokratie in der Union? Wahrscheinlich wäre Schäuble doch besser besetzt als Sauron.

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5 Kommentare zu “Herr der Ringe in Berlin: Wie Gandalf Schäuble Frodo Laschet vor dem Gollum aus Bayern rettete”

  • Buecherwurm sagt:

    Alles verkehrt !

    Die Parteien in Deutschland funktionieren wie eine grosse Firma, der CEO ernennt und entlässt die Vorstandsmitglieder nach billigem Ermessen. Einen Ausfsichtsrat gibt es nicht !

    CEO it in diesem Fall Laschet, wer nicht für Ihn stimmt, verliert Posten und Pfründe. Die einzige Chance von Söder wäre gewesen, es zu einer Urabstimmung der Parteimitglieder kommen zu lassen, die für den Vorstand laut deutschem Parteiengesetz nicht mal vorgesehen ist, geschweige denn bindend.

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    • Buecherwurm sagt:

      Zweiter Punkt Schäuble, das ist kein Gandalf, das ist ein Kommunist wie er im Buche steht !

      Vor 30 Jahren hiess es, es wird nun das erste Mal in Deutschland etwas vererbt, vorher haben die Weltkriege alles weggefressen. Schäuble hat dazu geäussert: Das wird nichts, erben wird der Staat. Das Verfassungsgericht hat dem widersprochen !

      Also wurden die Gesetze unter Schäuble so geändert, dass die Erblasser gezwungen werden Ihr Erbe als Rente zu verfrühstücken. Das ist der Kommunist Schäuble !

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  • tatj sagt:

    Der deutschen Demokratie könnte nicht mal die Elbenkönigin Galadriel helfen. Leider kam hier das wahre Gesicht der repräsentativen Demokratie zumVorschein: Die Bevölkerung hat überhaupt nichts zu entscheiden; wenn nicht mal eine Kandidatenkür basisdemokratisch erfolgen kann. Deutsche Demokratie - quo vadis? Vermutlich direkt von der Corona- in die Klimadiktatur. Wie kann man nochmal Schweizer werden?

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    • Realistin sagt:

      Lohnt sich nicht, wir Schweizer sind auf dem gleichen Trip. Direkte Demokratie nur noch auf dem Papier. Umgesetzt werden Volksentscheide schon lange nicht mehr und das wohlstandsverblödete und verfaulte Volk schaut zu.

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  • Florence sagt:

    Ich finde Ihren Vergleich grossartig! Die Tragödie dahinter, finde ich eher zum weinen. Der lasche Laschet wird sich noch umsehen wenn die Grüne Maronettenfrau(Habeck wird sie schon führen) im Land der Femministen und Wahlmüden an ihm vorbeizieht. Einzig und allein weil sie eine linke Frau ist. Viel gibt es ja zwar nicht mehr an die Wand zu fahren. Dafür hat die Mutti schon gesorgt.

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