27. Oktober 2021
Alles lesen
René Hildbrand

Hilfe, die Italiener wollen das Matterhorn besetzen! Bald werden täglich Tausende Touristen aus dem Süden aufs Horu gegondelt

Das Matterhorn ist der magischste Berg der Schweiz. Und darum weltberühmt. Bitter ist einzig, dass viele seiner Besteiger nicht alt werden.

Das Horu (4478 Meter ü.M.) hat auch eine italienische Seite. Die Italiener fanden schon immer, dass der Monte Cervinio auch ihnen gehört. Künftig wollen sie die märchenhafte Verwunschenheit des Berges ausgiebiger geniessen, diesen mitvermarkten – und überschwemmen.

Zusammen mit den Wallisern bauen die Italiener eine Bergbahn, die Massen anziehen soll. Von Mailand über das Aostatal kommend werden ab Cervinia stündlich 2000 Touristen auf das Klein Matterhorn gegondelt.

Die Walliser bringen für die Bahn 150 Millionen Franken auf. Das ist noch längst nicht alles: ab 2023 wird es vom Matterhorn nach Italien Weltcup-Skirennen geben (Männer und Frauen).

Nicht allen gefällt, dass Zermatt immer mehr, und sogar über die Grenzen hinaus wachsen will. Am wenigsten Anklang finden die Projekte beim Geschäftsführer des Schweizer Landschaftschutzes.

Dieser Mann hat für seinen Beruf einen adäquaten Nachnamen. Er heisst Raimund Rodewald. Über die kolossalen Walliser Unternehmungen sagte er im «10 vor 10: «Mit Nachhaltigkeit hat das alles nichts zu tun.»

389 13

8 Kommentare zu “Hilfe, die Italiener wollen das Matterhorn besetzen! Bald werden täglich Tausende Touristen aus dem Süden aufs Horu gegondelt”

  • M. Rohrbach sagt:

    Das Klein-Matterhorn ist schon heute von Zermatt aus per Seilbahn erreichbar und wird international für das Ski-Sommertraining genutzt.

    Es geht also nicht ums Matterhorn.

    Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass die Erschliessung von Italien aus von touristischem Nutzen ist für die sehr teure Schweiz. Bisherige Gäste werden sicher nicht erfreut sein über die Touristenschwemme aus Italien.

    3
    0
  • Marlisa Schmid sagt:

    Eine brachiale Zerstörung der alpinen Landschaft!! Da in tieferen Lagen die Schneesicherheit nicht mehr gewährt ist, kommen nun die hochalpinen unberührten Gletschergebiete unter den Bagger. Es ist ein Hohn, dass die Zermatter diesen Unsinn auch noch begrüssen. Die Gäste werden anstatt im teuren Zermatt im günstigeren Italien nächtigen und speisen. Zudem wird "der schönste Berg der CH" zu einem massentouristischen Disneyland werden. Diese Touristikidioten zerstören unsere kostbarsten Juwelen.

    71
    6
  • Edmo sagt:

    Wenn der Landschaftsschutz dagegen ist, hat das keine weitere Bedeutung. Der Landschaftsschutz ist so ziemlich gegen jede Veränderung. Es fällt mir schwer, den Widerstand gegen das touristische Projekt zu verstehen. Noch schwerer fällt es mir, Verständnis für schweizerischen Widerstand gegen ein Projekt in Italien aufzubringen. Was ist so verwerflich daran, stündlich 2000 Touristen ab Cervinia auf das Kleinmatterhorn zu gondeln? Sind wir die Indigenen und das Matterhorn unser heiliger Berg?

    46
    48
  • Jan D sagt:

    Die Walliser Clans veeschandeln ALLES

    51
    9
  • Fede sagt:

    Muss denn wirklich jede Bergspitze kommerzialisiert & mit Massentourismus belegt werden? Nein! Wir sollten der nächsten Generation auch noch ein paar unbebaute Berggipfel hinterlassen.

    67
    3
    • Edmo sagt:

      Ab Aosta kann man mit dem Segelflieger bei Nordföhn wunderbare Flüge in riesigen (Luft-)Wellen unternehmen. Die hochalpine Landschaft zwischen dem Montblanc und dem Matterhorn ist fantastisch schön, wild und weitgehend menschenleer. Glauben Sie mir, wir werden den nächsten Generationen hunderte unbebaute Berggipfel hinterlassen. Aus der Vogelperspektive betrachtet, kann man die Realität oft besonders gut erkennen.

      27
      2
  • Rolf Bolliger sagt:

    Solche touristische Projekte in die Höhe des ewigen Eises und Schnees bewirken langfristig genau das Gegenteil, von dem was sich die Planer erwarten: Schaden für die unberührte hochalpine Natur! Das Matterhorn ist und bleibt ein Symbolberg und gehört nur den guten Bergkletterern . Das Ferien- und Touristenland Schweiz hat vieles zu bieten, ohne solche Verschandelungen auf fast 4000 Meter Höhe!

    88
    4

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.