20. Juli 2021
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Matthias Rüb

Hollands Regierungschef Rutte will Ungarn aus der EU werfen. Aber wie steht es um die europäischen Werte in den Niederlanden?

Beim EU-Gipfel Ende Juni fällte der niederländische Regierungschef Mark Rutte über Ungarn das Urteil, das Land habe «in der EU nichts mehr zu suchen». Die EU sei «eine Gemeinschaft von Werten», gegen welche Budapest mit dem in Brüssel als homophob gebrandmarkten Kinderschutzgesetz verstossen habe.

Ob europäische Werte wie Meinungs- und Pressefreiheit, Minderheitenschutz und Bürgersicherheit gelten, hängt ebenso sehr von der Rechtswirklichkeit ab wie von Gesetzestexten.

2002 wurde der schwule rechtsnationale Politiker Pim Fortuyn von einem Linksradikalen am helllichten Tag erschossen. Dem Filmemacher Theo van Gogh schnitt ein Islamist 2004 auf offener Strasse die Kehle durch, nachdem er ihn mit seiner Pistole niedergestreckt hatte. Die mit van Gogh befreundete Frauenrechtlerin und Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali musste ins Exil nach Amerika.

Am Donnerstag erlag der Enthüllungsjournalist Peter R. de Vries den Schussverletzungen, die ihm Killer aus dem Drogenmilieu neun Tage zuvor zugefügt hatten. Die Niederlande, Einfallstor für den Kokainschmuggel aus Lateinamerika und Europas Labor für synthetische Drogen, seien zum «Narco-Staat» geworden, klagt die Zeitung De Volkskrant. Wer den Kartellen in die Quere kommt, wird eliminiert.

Schwule Pärchen mögen durch die Szeneviertel von Amsterdam, Rotterdam oder Eindhoven flanieren, aber gewiss nicht durch die dortigen Wohnquartiere muslimischer Migranten. Park- und Temposünder werden dafür auf dem gesamten nationalen Territorium der Niederlande mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt.

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19 Kommentare zu “Hollands Regierungschef Rutte will Ungarn aus der EU werfen. Aber wie steht es um die europäischen Werte in den Niederlanden?”

  • Dimitri Papadopoulos sagt:

    Nicht nur in den Niederlanden - in ganz Europa werden europäische Grundwerte einer diffusen Diversitätslüge geopfeet.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    "Die EU sei «eine Gemeinschaft von Werten». Schöne Worte. Das eigene Land, also die Hoheit über das eigene materielle Territorium, abzutreten und gegen geistige Werte zu tauschen, ist sowieso ein krasser Blödsinn. Kommt noch dazu, dass wir dieselben Werte, in weit höherer Kultur, seit Jahrhunderten selber pflegen. Wir treten also das Land ab und bekommen nichts, was wir nicht schon lange selber haben. Massgeschneidert!

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  • Freigeist sagt:

    Ungarn ist natürlich denen ein Dorn im Auge , die Meinungsfreiheit und Nationalstaat abschaffen und in der EU - Lauge auflösen wollen . Orban hat Profil , das stört . Beispiel : die EU will Asylanten weiterhin ungebremst
    einströmen lassen, geplant sind „sichere Flüge”. Orban will das nicht. Er sichert jeder ungarischen Familie nach der Geburt des 3.Kindes die komplette Tilgung der Hypotheken auf Häuser zu . Zudem spricht er sich gegen eine Bevorzugung von Schwulen und Lesben aus .

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  • ordnas sagt:

    Intoleranz zwischen Politikern, herbeigeführt durch Realitätsverdrängung, waren schon immer schwierig zu orchestrieren.

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  • peterlinz sagt:

    Es scheint, dass man in Brüssel und in den Niederlanden keinen Schimmer von Föderalismus hat. Föderalismus existiert in den Bundesstaaten USA und der Schweiz. Es gibt vor allem in der Schweiz einen gesetzlichen Rahmen der Bundesverfassung. Weshalb wir Schweizer und auch gewisse EU-Staaten unsere Gesetzgebung, was die politische Intention der EU betrifft, an diese angleichen sollen, ist reiner Kolonialismus. Personenfreizügigkeit und Gender-Geblödel liegt immer noch in Schweizer Souveränität.

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  • Peter Rossa sagt:

    Freut Euch, liebe UngarInnen, die Schweiz muss erfreulicherweise von der EU schon gar nicht rausgeworfen werden; wärt Ihr doch besser auch gar nicht beigetreten !

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  • Edmo sagt:

    Wenn Mark Rutte die 'Werte' so hochhält, müsste er eigentlich mit Orban gemeinsame Sache machen. 'Werte' sind allerdings längst nichts mehr wert in der Schuldenunion. 'Werte' kann jeder nach Belieben für sich selbst beanspruchen. Orbans Werte halten Rutte den Spiegel des Versagens schamlos vor's Gesicht. Im Narco-Staat mit einem schlimmen Islamismus-Problem und einer gewalttätigen linksradikalen Wertegemeinschaft, ist jeder Blick nach Ungarn für Rutte eine gefühlte Niederlage. Wer mag das schon?

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  • Petersen sagt:

    Wenn Ungarn nicht in der EU wäre, könnte das Land eine sehr anziehende Wohnalternative sein.

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  • Putin sagt:

    Habe lange in Rotterdam gelebt/gearbeitet. Mann konnte in den Marokkaner -, all diesen bekannten "Auslaender Quartieren" kein Velo abstellen gesichert oder nicht, Handtasche musste Frau gut festhalten. Nach dem Eindunkeln war es nicht empfehlenswert zu Fuss sich dort aufzuhalten. Ja aber in den "VVD" Quartieren, da war Polizei und Kontrolle! Herr Rutte hasst Herrn Orban persönlich, weil Ungarn noch sicher ist fuer die nicht Wohlhabenden.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wer nicht spurt und all den modernen, aufgegleisten Gesellschafts-Verwirrungen nicht zustimmt (zB.; Ungarn) habe in der EU nichts mehr zu suchen! Punkt! Dass diese Meinung ausgerechnet aus der obersten Stelle der Niederlande kommt, ist geradezu bizarr! Holland gilt seit vielen Jahren als Drogenimport- und Verteilerstaat und hat mit den eingewanderten islamistischen Fanatiker laufend Probleme! Dass sich der Regierungschef Rutte nun als *Raus-Werfer" in Szene setzt, zeigt, wie sich Europa ändert!

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    • lionmo sagt:

      Ungarn könnte nichts Besseres passieren als rausgeworfen zu werden aus dem Dummbatz -Verein.Das ginge dsnn sicher auch um einiges rassiger als wenn ein Lsnd von sich aus gehen will (siehe England).

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  • Mario Teran sagt:

    Holländische Verhältnisse als Vorzeigemodell der EU? Gut geht Ungarn seinen eigenen Weg.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Und da gibt es tatsächlich noch Leute in der Schweiz, die sich an dieses Europa der Ruttes und Merkels anbiedern.
    Mir wird speiübel.

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    • markus.schudel@gmx.ch sagt:

      PS: Ich kann an dieser Stelle wieder einmal nicht genug betonen, dass ich TAUSEND MAL LIEBER IN TRUMPS AMERIKA LEBEN WÜRDE als in diesem zunehmend zum Shithole verkommenden Europa.

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  • VP-Falger sagt:

    Diktatur EU zeichnet sich immer mehr in der Wirklichkeit ab. Die selbst erenannten "Götter" lassen keinen Widerspruch zu. ..

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  • Realo100 sagt:

    ….und da gibt es bei uns tatsächlich linke Phantasten und andere EU-Turbos, die ihr Heil in einem Beitritt der Schweiz zu diesem unappetitlichen Gebilde , genannt EU, suchen. Gerade am Beispiel von Polen und Ungarn wird wieder einmal deutlich was passiert, wenn man sich gegen Brüssel auflehnt. So sieht „Demokratie“ nach EU-Verständnis aus. Auch die DDR nannte sich demokratisch, aber Achtung! Nicht überall wo „Demokratie“ drauf steht ist auch wirklich Demokratie drin….

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    • Mueller sagt:

      Ungarn könnte ja eigentlich aus dieser unsäglichen EU austreten! Aber warum tut es Orban nicht? Weil die Milliarden aus Brüssel nicht mehr fliessen würden! Also alles wird dem Mammon untergeordnet; nur Geld zählt, alles andere ist Beilage! Das ist das Naturgesetz des Menschen! Amen!

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      • hape sagt:

        Ich "Amen" mit Ihnen!

        Wie froh wären Studienabbrecherin Fuunicello, Pastor Grosse, der arbeitsscheue Wermuth und der noch arbeitsscheuere Girod und nicht zu vergessen Musiktante Sommaruga und Diktator Berset um ein Pöstchen in Brüssel, dann, wenn sie keiner mehr in der Schweizer Tagesapolitik will...

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      • Realo100 sagt:

        Das stimmt natürlich auch wieder. Dazu lässt Orban eine von China finanzierte Universität bauen und begibt sich damit auch noch in chinesische Abhängigkeit 😩😩😩

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