08. Juli 2021
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Pierre Heumann

Im Iran stehen Uhren, die das Ende Israels voraussagt. Neuerdings stehen sie still. Will Teheran Frieden schliessen? Oder fehlt es am Strom?

Vor sechs Jahren sagte Irans Revolutionsführer Ali Khamanei nicht nur voraus, dass der Staat Israel untergehen werde. Er wusste auch ganz genau, dass mit dem Ende im Jahre 2040 zu rechnen sei.

Als ob er die Bürger von der Treffsicherheit seiner Prophetie überzeugen wollte, ticken auf öffentlichen Plätzen Uhren dem Countdown der Zerstörung Israels entgegen.

Doch seit dem letzten Wochenende stehen diese Vernichtungs-Uhren still. Hat das Regime seine Sympathien für Israel entdeckt?

Der Grund ist viel prosaischer: Massive Stromausfälle im ganzen Land. Sie legen nicht nur besagte Uhren lahm, sondern, mitten im heissen Sommer, auch Kühlschränke und Klimaanlagen.

Wutbürger demonstrieren deshalb nicht gegen den «kleinen Satan», sondern gegen die Unfähigkeit des Regimes, die Elektrizitätsversorgung sicher zu stellen.

Statt Slogans gegen Israel skandieren sie «Tod dem Diktator» oder «Khamenei soll sterben».

Es wäre ihnen wohl lieber, das Regime würde sich endlich um die zivile Infrastruktur des Landes kümmern, statt die knappen Ressourcen im Atomprojekt zu versenken.

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7 Kommentare zu “Im Iran stehen Uhren, die das Ende Israels voraussagt. Neuerdings stehen sie still. Will Teheran Frieden schliessen? Oder fehlt es am Strom?”

  • holsderkuckuk sagt:

    Haben alle Kommentatoren die traurige Rolle der Westmächte, beim Sturz des Schahs Reza Pavhlevi, vergessen. Die Franzosen die dem Hetzer Khomeni jahrelang Asyl gewährt haben und ihm das Flugticket bezahlten . Bie Briten und die USA sich dem Schah gegenüber verhalten haben als wäre er ein Aussätziger. Der selbstzufriedene Westen diente sich dem Demagogen an. Aus Entäuschung baute man Saddam Hussein, mit Waffen und logistischer Unterstützung, zum Kriegsstellvertreter gegen den Iran auf.

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  • peterlinz sagt:

    Wenn alle Staaten im nahen Osten friedlich mit Israel zusammenarbeiten würden, so wäre beiden Seiten geholfen, doch leider ist dies eine Unmöglichkeit, weil die Menschen dazu unfähig sind.

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  • Bassersdorfer sagt:

    Ich weiss nicht, ob der Autor schon mal im Iran war. Der Artikel ist eine völlig unnötige Hetze gegen ein liebenswürdiges Volk. Man kann das aktuelle "Regime" kritisieren, sollte aber auch das Imperium erwähnen, welches über Jahrzehnte den Iran kaputt gemacht hat.

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  • Realo100 sagt:

    Dieses Unrechtsregime sucht krampfhaft nach einem kleinen gemeinsamen Nenner, um vom eigenen Versagen abzulenken. Einmal mehr muss Israel als vermeintlicher Sündenbock hinhalten. Das iranische Volk hat diesen Betrug wahrscheinlich längst durchschaut, die große Wahlabstinenz bei den letzten „ Wahlen“ beweist alles

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  • Mueller sagt:

    Es ist schwer zu hoffen, dass dieser anachronistische Gottesstaat zerfällt, und die normalen Iraner eine moderne Nation errichten können, ohne diesen krankhaften Hass auf den Westen und Israel!

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