28. Juni 2021
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Matthias Rüb

Im Regenbogen-Paradies Deutschland werden Schwule beim Blutspenden diskriminiert – im angeblich homophoben Ungarn nicht mehr

Als Mitte der achtziger Jahre die Aids-Pandemie ausbrach, war vielerorts von der «Schwulenseuche» die Rede. Weil sich anfangs vor allem homosexuelle Männer mit dem Virus infizierten, wurden Schwule in zahlreichen Ländern pauschal vom Blutspenden ausgeschlossen.

Dies mochte aus berechtigter Sorge vor einer Übertragung des Virus durch eine verseuchte Blutkonserve geschehen sein. Doch der in vielen Ländern bis heute fortbestehende faktische Ausschluss von Schwulen vom Blutspenden ist ein eklatanter Verstoss gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Dies umso mehr, als HIV in Europa weitgehend unter Kontrolle ist und sich heute fast ebenso viele heterosexuelle Männer und Frauen infizieren wie Schwule.

In Deutschland besteht diese Diskriminierung fort. Eine «Lockerung» von 2017 schreibt vor, dass Schwule ein Jahr lang (!) keinen Sex haben, auch nicht mit ihrem monogamen Partner, bis sie Blut spenden dürfen.

In Ungarn, wo 1986 ebenfalls ein Blutspende-Verbot für Schwule eingeführt worden war, wurde diese Form der Diskriminierung schon Anfang 2020 abgeschafft: Dort werden Männer und Frauen, ob homo-, hetero- oder bisexuell, nach den gleichen Kriterien zum Blutspenden zugelassen.

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3 Kommentare zu “Im Regenbogen-Paradies Deutschland werden Schwule beim Blutspenden diskriminiert – im angeblich homophoben Ungarn nicht mehr”

  • THINK sagt:

    Victor Orban ist für die Ungarn der richtige Mann zur rechten Zeit. Kaum ein ungarisches Staatsoberhaupt vor ihm hat das ungarische Volk derart engagiert gegen fremde Machtwillkür vertreten. Ein blitzgescheiter Mann, der die ungarische Seele, aber auch das ungarische "laissé faire" bestens kennt. Dem ungarischen (Fuss-) Volk ging es noch nie besser als heute. Er hat recht, wenn er im Vorbeigehen zu den angreifenden Journalisten sagt: "Ihr schreibt, aber lesen könnt ihr nicht!"

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  • peterlinz sagt:

    Das Ungarn-Bashing in EU-Landen ist unglaublich. Eben! Ungarn bestraft keine Menschen aufgrund ihrer Sexualität. Wie bei uns gibt es "Eingetragene Partnerschaften". Man will aber nicht, dass in den Schulen die Kinder durch eben diese toleranten Intoleranten der LGBTBI*+ - Community indoktriniert werden und Kunstfamilien gefördert werden wie das vielerorts passiert. Ziel ist die Verleugnung der menschlichen Natur und die Befreiung vom biologischen Geschlecht.

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  • Mueller sagt:

    Da sieht man es wieder, Regenbogenfähnli und Heuchelreden sind nur Schall und Rauch!

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