24. August 2021
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Thomas Renggli

Neue Wende im Krieg um Zürichs Strassen: SP und Velo-Lobby gehen juristisch gegen den rotgrünen Stadtrat vor

Vordergründig wollen die meisten linken Politiker in Zürich das gleiche: bessere Velowege.

Doch in der Umsetzung liefern sie sich einen unwürdigen internen Kleinkrieg.

Jüngster Streitfall ist die Mühlebachstrasse im Seefeld. Gemäss der Velorouten-Initiative soll dort eine «Velo-Vorzugsroute» entstehen und der Autoverkehr zum Stillstand gebracht werden.

Das Tiefbauamt möchte aber nicht so weitgehen – und die «Koexistenz der Verkehrsteilnehmenden wahren».

Für die Velo-Turbos ist dies zu wenig. Deshalb wollen sie nun die Stadtregierung vor Gericht ziehen.

Würden sie stattdessen die Augen öffnen und den gesunden Menschenverstand einschalten, sähen sie, dass sie mit ihren Vorstössen selbst die eigenen Wähler brüskieren.

Dies machte die Aktion «Bring’s uf d’Strass» deutlich, die während der Sommerferien die Bevölkerung animieren sollte, auf drei gesperrten Quartierstrassen in vorbereiteten Hochbeeten zu gärtnern und auf dem Asphalt zu grillieren.

Die Kampagne verpuffte mehr oder weniger wirkungslos. Denn wer will schon auf einer Strasse Würste bräteln, wenn er daneben einen wunderbaren Stadtpark zu Verfügung hat?

Deshalb bleibt letztlich nur ein unguter Verdacht: Die Aktion hatte vor allem den Nutzen, die Autofahrer zu bevormunden und ihnen temporär Dutzende von Parkplätzen zu entziehen.

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3 Kommentare zu “Neue Wende im Krieg um Zürichs Strassen: SP und Velo-Lobby gehen juristisch gegen den rotgrünen Stadtrat vor”

  • Bischi49 sagt:

    Die Zürcher SP und Velolobby entstellen sich zur Transparenz. Es geht doch nicht ums Velo, sondern gegen das Auto. Schliesslich ist dieses ja das Symbol des verhassten erfolgreichen Kapitalismus. Und wenn man dem Autoverkehr in der Stadt schadet, schadet man dem Kapitalismus, d.h. der Wirtschaft, welche bekanntlich für ihre Aktivitäten auf eine gute Verkehrserschliessung angewiesen ist. …. Und mit ihren Steuern auch die SP-Maden im Staatsspeck füttert.

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  • T sagt:

    Dreht den städtischen Ökotaliban den Geldhahn zu!

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  • Rote Pille sagt:

    Ich freue mich auf den Exodus des Handels und der Industrie in die nähere und weitere Agglo, dann muss ich mich nicht mehr durch den städtischen Verkehr quälen und die horrenden Parkgebühren bleiben mir auch erspart. Ich freue mich auch auf neue Einkaufszentren in den erwähnten Agglos (das Unterland bietet sich hier an) und auf schöne neue Parkplätze für mein bequemes SUV.

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