16. April 2021
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Matthias Rüb

Bye bye Gebrüder Castro: In Havanna gibt es einen Führungswechsel. Für die Kubaner bedeutet das die Fortsetzung des Elends

Heute beginnt in Havanna der achte Kongress der Kommunistischen Partei Kubas. Wenn die Delegierten am Montag abreisen, wird erstmals seit der Parteigründung vor 55 Jahren der Familienname des Ersten Sekretärs nicht Castro lauten. Diesen Posten hatte bis 2011 Revolutionsführer Fidel Castro inne, dann übergab er ihn krankheitshalber an seinen jüngeren Bruder Raúl.

Jetzt tritt auch der dynastische Nachfolger ab. Neuer Parteichef wird Miguel Díaz-Canel, ein hölzerner Apparatschik. Er wurde im Jahr nach der Revolution geboren und ist ein treuer Parteisoldat.

Der Stabwechsel erfolgt in der tiefsten Krise seit drei Jahrzehnten. Die Lebensmittel sind knapp. Im Pandemiejahr ist die Wirtschaft um elf Prozent eingebrochen, vor allem weil die Touristen weggeblieben sind. Die Inflation, befeuert durch die Abschaffung des Systems zweier paralleler Währungen im Januar, könnte in diesem Jahr 500 Prozent erreichen. Den Kubanern bleibt nichts als Armut und Aussichtslosigkeit. Das allmächtige Militär und die Staatssicherheit erdrücken jede Opposition.

„Somos continuidad“ (Wir sind Kontinuität) steht auf den Bannern mit den Konterfeis der Castro-Brüder und von Diaz-Canel, die dieser Tage an jeder Ecke in Havanna zu sehen sind. Kontinuität heisst: Die Tragödie für die elf Millionen Kubaner auf der Insel dauert fort. Und für die gut eine Million Kubaner, die seit Fidels Revolution von 1959 ins Exil geflohen sind, auch.

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6 Kommentare zu “Bye bye Gebrüder Castro: In Havanna gibt es einen Führungswechsel. Für die Kubaner bedeutet das die Fortsetzung des Elends”

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