27. August 2021
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Matthias Rüb

Wegen Corona sind in Italien alle Discos seit März 2020 geschlossen. Derweil feiern 15.000 Raver tagelang eine illegale Party

Seit gut anderthalb Jahren sind in Italien alle Diskotheken geschlossen. Für die Regierung in Rom sind Discos offenbar schlimmere «Viren-Schleudern» als die notorisch überfüllten Stadtbusse, Strassenbahnen und Metros.

Der Verband der Tanzlokal-Betreiber sagt, dass gut ein Drittel der etwa 3500 Discos für immer zu bleiben wird. Ein Dienstleistungszweig mit mehr als 90.000 Angestellten und 40.000 Selbständigen hat irreparable Schäden erlitten.

Derweil hat Rom tatenlos zugesehen, wie jüngst bei einer illegalen Party am Ufer des Lago di Mezzano in Mittel-Italien bis zu 15.000 Raver fast eine Woche lang tanzten – ohne Masken und Hygieneabstand, versteht sich. Ein junger Mann ertrank in dem See, offenbar unter Drogen-Einfluss.

Eine Räumung des Geländes mit so vielen Leuten, die mit Autos, Wohnmobilen und Lastwagen aus ganz Europa angereist waren, sei «aus Sicherheitsgründen» nicht möglich, beschied das Innenministerium die entrüsteten Bürgermeister der umliegenden Dörfer zunächst.

Ehe wegen des Protests von immer mehr Anwohnern dann doch die Räumung verfügt werden musste. Und ohne Zwischenfälle über die Bühne ging.

Anschliessend mussten 30 Lastwagen Müll fortgeschafft werden. Der Boden war von Fäkalien, Unrat und gebrauchten Spritzen übersät.

Jetzt herrscht wieder Ruhe am Seeufer. Fast so viel Ruhe wie in den Discos, die nie wieder öffnen werden.

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2 Kommentare zu “Wegen Corona sind in Italien alle Discos seit März 2020 geschlossen. Derweil feiern 15.000 Raver tagelang eine illegale Party”

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