22. Januar 2021
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Urs Gehriger

Inauguration: Joe Biden spricht von Versöhnung und ruft auf zum Krieg

Präsident Biden hat gesprochen. Vom Heilen, und von Einheit. Das hat man erwartet. Überraschend war, mit welch wutgepresster Stimme er seine Kumbaya-Botschaft verkündete.

In dramatischer Überzeichnung liess er die Bürgerkriegszeit aufleben und präsentierte sich als neuen Abraham Lincoln. Das Volk kranke an «systemischen Rassismus». Er wähnt das Land im Krieg. Und er nennt die Feinde: «Politischer Extremismus, weisse Vorherrschaft, inländischer Terrorismus, dem wir entgegentreten müssen und den wir besiegen werden.»

Als Fanal für seinen Kampf instrumentalisiert er den Sturm auf das Kapitol durch Trump-Anhänger, den er als «Aufstand» und Akt des «Terrorismus» bezeichnet.

«Das war kein Terrorismus. Und das war kein Aufstand», widerspricht Staranwalt Alan Dershowitz in der aktuellen Weltwoche.

«Heute ist Amerika bemerkenswert frei von Rassismus», sagt Shelby Steele, afroamerikanische Autor und Dokumentarfilmer. Indem er Kamala Harris zur Vizepräsidentin mache, handle Biden selbst rassistisch. «Denn er wählte sie einzig und allein, weil sie schwarz und weiblich ist. Er hat sie auf diese Merkmale reduziert.»

Bidens Rhetorik hat Kalkül: «Rassismus» und «Terrorismus» sind elastische Kampfbegriffe, die er auf seine politischen Feinde ausdehnt.

Vier Jahre lang haben Biden und seine Demokraten Trump und dessen Wähler diffamiert. Seine Pose als Versöhner ist scheinheilig.

Doch bei den Massenmedien, die Biden in den Himmel schrieben, kommt das an. Oprah Winfrey twittert: «Anstand und Mitgefühl wiederhergestellt. Halleluja! Präsident @JoeBiden».

Amen.

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3 Kommentare zu “Inauguration: Joe Biden spricht von Versöhnung und ruft auf zum Krieg”

  • Paul Streuli sagt:

    Mister Präsident Biden wird von den Medien als der neue Messias und Heilsbringer empor gehoben. Deshalb werden die Medien sich hüten wie der Teufel das Weihwasser ihn wegen jeder Lappalie an den Pranger zu stellen. Mit Mr. Trump war das einfacher.

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  • Fede sagt:

    Es könnte ja vielleicht auch sein, dass die Kamala Harris noch andere Qualitäten hat, als gerade nur „farbig“ zu sein..! „Bullshit“, dass sie nur wegen Ihrer Hautfarbe zum neuen Job berufen wurde.
    Wurde DT nicht auch pausenlos „diffamiert“, weil er dies auch laufend provoziert hatte..??

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  • D. Keller sagt:

    Biden: "Wir schaffen das, wenn wir unsere Herzen öffnen, wenn wir ein bisschen Toleranz und Milde walten lassen, und wenn wir willens sind, uns in den anderen hineinzuversetzen."
    Ja wo ist denn die Toleranz der Demokraten? Wo war sie die letzten 4 Jahre bei der Dauerhexenjagd?
    Und wo ist Bidens "in den anderen hineinzuversetzen" wenn er die halbe Bevölkerung einem wilden Mob und Terroristen gleichsetzt?!

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