13. Oktober 2021
Joyce Küng

Ist Wandern rassistisch? Diese Marsch-Route schlägt zumindest eine Outdoor-Marke ein. Mein Pfad führt in die andere Richtung

Um das Wandern für People of Color zu bewerben, hat der deutsche Ableger von «The North Face», einer Outdoor-Bekleidungsmarke, zwei dunkelhäutige Models eingesetzt. Sie sollen für mehr Inklusion sorgen. 

In der Werbebotschaft von der deutschen Bestsellerautorin Emilia Zensile Roig steht mahnend, dass die Natur niemandem gehöre, es mache keinen Sinn, dass das Wandern als eine «weisse bürgerliche Domäne» wahrgenommen werde.

Entschuldigung, wie bitte? Wandern ist rassistisch?

Rückblick: Meine Eltern meldeten mich, ebenfalls dunkelhäutig, bei einem Pfadfinder-ähnlichen Verein an, damit ich das Wandern lieben lerne und mir die Integration in der Schweiz leichter falle.

Die Aufseher, die eine Ferienwoche opferten, um Kinder in Lagern zu betreuen, hatten mit mir eine harte Zeit: Ich schaffte es auf jeder Wanderung, eine Heul-Attacke zu bekommen. Eine Leiterin machte sich die Mühe, mich zuhinterst zu begleiten und zu trösten.

Ein weiss-bürgerliches Wander-Trauma trug ich keines davon: Diese Sommerferien verbrachte ich in den Bergen. Mein Mann und ich wanderten sogar gleich zwei Routen – nicht besonders anstrengende, um ehrlich zu sein (dafür sorgte ich im Voraus). 

Heute besitze ich sogar Trekking-Schuhe (kein Witz!), womit ich mich wie ein freier Mensch in der freien Natur bewege.

Ich glaube, das wusste ich auch ohne Hilfe von irgendeiner Wander-Marke.

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15 Kommentare zu “Ist Wandern rassistisch? Diese Marsch-Route schlägt zumindest eine Outdoor-Marke ein. Mein Pfad führt in die andere Richtung”

  • KrisHoff sagt:

    Die schöne neue Welt - zusammengefasst: Wir sind mitten in einem Propagandakrieg, die Gehirnwäsche läuft auf vollen Touren auf allen Ebenen in allen Bereichen. Damit versucht eine Minderheit, die Mehrheit zu beherrschen! Das alles hat mit Gleichgberechtigungabsolut nichts zu tun. Werbung, liebe Werbefritz*innen und -fritz:inn:en, mit Models*innen, die 3-D sind (dick, dunkelhäutig und divers) sprechen MICH nicht an! Ich bin für soziale Gerechtigkeit, ECHTE Gleichberechtigung und TOLERANZ!

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  • Steep sagt:

    Ich werde ab sofort konsequent Northface boykottieren!
    Hier wird mir persönlich auf impertinente Weise, aus heiterem Himmel, Rassismus unterstellt.
    Ich habe in der Schweiz viele Berge und Wände durcjstiehen, dabei nie einen Farbigen getroffen. Sind alle
    Bergsteiger nun Rassisten? Fühle ichicj deshalb überpreviligiert? Nein, nur Northface unterstellt mir das!
    Adieu Northface!
    Geht zu Euten Werten vor 20 oder knapp 30 Jahren zurück!
    Dann kommen wir wieder ins Geschäft.

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  • Pix sagt:

    Erst mal: Die Worte "Aufseher" und "Lager" klingen in dem Kontext etwas befremdlich.

    Ganz sicher soll sich kein schwarzer Mensch oder PoC vom Wandern ausgeschlossen fühlen! Leider klingen aber solche Artikel und Aufrufe oft ambivalent, als oft jetzt weiße Männer mal einen anderen Sport betreiben sollten, um nicht so rassistisch zu sein. Das darf man gerne mal klar stellen. Keiner ist rassistisch, nur weil er in seiner Freizeit gern wandert.

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    • KrisHoff sagt:

      Ah, Aufseher und Lager dürfen wir auch nicht mehr verwenden, das ist auch schon politisch unkorrekt! Na, dann verbieten wir doch Deutsch vollkommen - es ist ja schliesslich die Sprache der Nazis! Nur noch Englisch! Engländer haben ja niemals Verbrechen begangen. Allir asnarnir við völd! Það eru samt allt of fáir þarna!

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  • Freigeist sagt:

    Wann besteigt endlich die erste schwarze Transe den Mount Everest ? North Face könnte ausrüsten .

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    • Freigeist sagt:

      Natürlich ist der Kommentar als Satire gemeint :das gekünstelte Darstellen von
      dunkelhätigen Menschen ist tendenziell rassistisch . Weißsein wird zum Feinbild aufgebaut , und das von namhaften Sportartikelherstellern.

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  • hape sagt:

    Das Problem bei solchen Werbebotschaften ist, dass die "Quoten-Dunkeläutig-Sexuellgeschlechtler-Inkludierten genau als das wahrgenommen werden, was sie darstellen: Quotenmenschen. Und das ist diskriminierend.

    Solch Werbung wird unglaubwürdig und ich bin der erste, der genau diese Produkte nicht mehr kauft.

    Ich hoffe, anderen geht es auch so.

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  • minibixi2008 sagt:

    Noch heute fahre ich zu Dubler und kaufe mir eine Schachtel Mohrenköpfe.
    In dieser schwachsinnigen Welt braucht man etwas feines fürs Gemüt.

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  • FrankZMarg sagt:

    Die neue schöne Welt! Was will man noch mehr? In Köln brüllen die Muezzine, in der Werbung ist immer irgend ein Dicker, ein Dunkler oder ein Diverser (3 D), von der Schule kriege ich Briefe in Sternchendeutsch, und im Auto fahre ich mit Tempo 30 zum Einkaufen mit Maske.

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  • Bischi49 sagt:

    Ich kann Euch alle trösten, ab und zu gibt es sogar intelligente Werbung.

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  • Edmo sagt:

    Der Zeitgeist ist in der Werbung voll angekommen. In den TV-Spots von Audi fahren nur noch junge Farbige die neusten Modelle. So kommt endlich Gerechtigkeit auf diese Welt. Die alten weissen Männer dürfen die Autos noch erfinden und bauen. Damit fahren sollen junge Farbige. Natürlich ist es auch für Outdoor-Mode wichtig, von farbigen Models vorgestellt zu werden. Werbung soll ja möglichst nah an der Realität der potentiellen Kunden sein. Die weisse, heterosexuelle Minderheit bleibt aussen vor.

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  • T sagt:

    Man sieht heute bei jeder Art von Werbung einen "Quotendunkelhäutigen". Man möchte schließlich nicht Abseits stehen wenn es um das verordnete Gutmenschentum geht. Auch fällt auf, dass explizit stark Übergewichtige per Quote auf unser ästhetische Empfinden losgelassen werden. Zum ko....!

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  • Mueller sagt:

    Der grosse Plan der „Umvolkung“ ist halt doch kein Hirngespinst von Verschwörungstheoretikern! Dem gemeinen weissen Staatsbürger soll die neue Normalität der farbigen Mitbewohner eingeprügelt werden! Schon beim Fussball haben wir einen grossen Anteil nicht unbedingt mitteleuropäisch aussehender Spieler! Nun soll auch das Wandervolk dunkel pigmentiert werden!

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