12. Juli 2021
Thomas Renggli

Phönix aus der Asche: Italien wird Europa-Meister – dank Spektakel, Eleganz und einer guten Portion rustikalem Handwerk

Italien hat Ferrari, Armani und Sophia Loren. Und Italien hat den Calcio.

Egal, wie gross das politische Chaos oder die wirtschaftliche Misere gerade sind – die Squadra Azzurra ist meistens da, wenn es wichtig wird.

Dabei schien noch vor drei Jahren alles in Schutt und Asche zu liegen, als die Italiener – erstmals seit dem Untergang des römischen Reiches – an einer WM-Endrunde fehlten.

Im Moment des historischen Scheiterns übergaben sie das Nationalteam dem smarten und eleganten Roberto Mancini. Unter dem neuen Trainer eilt Italien von Sieg zu Sieg und zelebriert den schönsten Fussball der Welt.

In der Defensive sorgt ein Mann für Ordnung, der irgendwie aus der Zeit gefallen ist: Capitano Giorgio Chiellini.

Der 36-jährige Abräumer, der neben seiner Fussballkarriere an der Universität in Turin einen Bachelor in Wirtschaft und einen Master in Business Administration erlangte, bringt so viel Leidenschaft auf den Platz, dass am Sonntag selbst den Engländern das Blut in den Adern gefror.

Er beweist, dass auch in einem Ensemble der grossen Künstler, Bedarf an rustikalem Handwerk besteht. Giorgio Chiellini ist ein Mann der Tat – und nicht der Worte.

Seit gestern ist er Europameister. In diesem Sinne: Forza Italia!

260 11

10 Kommentare zu “Phönix aus der Asche: Italien wird Europa-Meister – dank Spektakel, Eleganz und einer guten Portion rustikalem Handwerk”

  • Reininghaus sagt:

    Mich hat dieses politische BLM Herumgeknie total genervt! Mein Mann, Ex Fussballer und eigentlich Fan hat darum konsequent auf diese EM verzichtet. Ich war stolz auf ihn.

    3
    0
  • Marcus Porcius sagt:

    Bitte auch dieses endlose Gespucke, das Choderen, nachhaltig abstellen. Ist nur primitiv, einfältig, dumm. Oder gilt das in einer 'Kultur' als männlich?

    10
    2
  • Rolf Bolliger sagt:

    Die SRG und die gesamte Tagespresse berichtete nur noch von den schweizerischen Jubelnächten mit Lärm, hupenden Autoschlangen und voller Strassen mit Tausenden von "Italien-Sympathisanten" ( selbstverständlich ohne Masken und genügendem Abstand!), Als "Nichtfussball-Fan" könnte man glauben, die Schweiz gehöre zu Italien oder der EM-Sieger sei unsere CH-Mannschaft gewesen, die als Sieger der EM abschlossen! Italien, Jugoslawien, Portugal, Spanien und Deutschland haben das CH-Zepter übernommen!

    24
    5
  • Josef Hofstetter sagt:

    Eigentlich bin ich überrascht, dass der $chiri auf die vielen $Fouls von den Italienern nicht besser reagierte. Er hat vieles laufen lassen welche s die $Azzuri ausgenützt haben. Eine Penalty Entscheidung ist leider nicht befriedigend.

    13
    11
  • johann6a sagt:

    Völlig Ihrer Meinung. Das endlose Herumgeschiebe des Balles hin und zurück im ganzen Spielfeld, die Rarität von aufregenden Szenen und dann ein oder zwei magere Törchen mit der unvermeidlichen Penalty-Lotterie - all dies sind für mich totale Absteller. Dazu kommt das unsägliche Verhalten der meisten Spieler mit Verzögerungen, Schwalben, dreisten Fouls ohne harte Sanktion. Damit Fussball wieder interessanter wird, müssten einige Regeln geändert werden, eine Art Anpassung an die Eishockey-Regeln.

    33
    4
  • herbert sagt:

    Ein 4:3 für Italien weckt Erinnerungen! An die WM 1970 in Mexiko. Wie dieses Jahr waren wir damals in Süditalien. In der Hoffnung "auf Rache"! Für unsere 4:3 - Hammerniederlage gegen die Italiener im Endspiel. Heute bekannt als jahrhundertspiel. Deutschland war ja diesmal leider nicht in bester Verfassung. Immerhin stellten wir damals mit Gerd Müller, FCB, den Torschützenkönig (10 Tore). Aber: Zu beiden Terminen wurden wir mit herzlichen Siegesfeiern belohnt.

    10
    2
  • minibixi2008 sagt:

    Penaltyschiessen. Die sollten tschutten bis eine Mannschaft als Sieger vom Platz geht und wenn das Spiel eine Woche dauert.
    Penaltysieg, das ist doch nicht würdig.

    25
    8
  • VP-Falger sagt:

    Beiden Mannschaften hätte ich den Titel gegönnt. Mehr noch unserer Schweizer Nationalmannschaft. Weil ihr Captain die Mannschaft unbegründet mit den 2 gelben Karten verlassen hatte, ist das Mögliche unmöglich geworden; schade, denn das ist eindeutig Narzismus zuzuschreiben.

    32
    27
  • Gonzo sagt:

    Fussball ist so langweilig geworden, es wird fast jedes Spiel nur noch im Penalty- schiessen entschieden und dann noch der politische Zirkus der um die Spiele veranstaltet wird.

    73
    7
    • Realo100 sagt:

      Sehe ich genau so. Penalty-Schießen sind zwar unheimlich spannend aber irgendwie doch unbefriedigend, weil keine Mannschaft die andere mit spielerischen Mitteln besiegen konnte. Es wurden zu viele Spiele im Elfmeterschießen entschieden.

      45
      1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.