17. Dezember 2020
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Beat Gygi

Ja, die Nationalbank manipuliert die Währung massiv

Die US-Regierung wirft nach längerer Vorwarnzeit der Schweiz jetzt offiziell Währungsmanipulation vor. Es gelten drei Kriterien: der grosse Exporterfolg der Schweiz im Warenverkehr mit den USA, der weltweite Schweizer Exportüberschuss bei Waren und Dienstleistungen sowie schliesslich die hohen Devisenkäufe durch die Nationalbank.

Die Kriterien treffen zu, wobei nur das dritte ökonomisch hart ist. Sogleich eilen Schweizer Medien wie die NZZ der Nationalbank zu Hilfe und kritisieren den Ausdruck Manipulator als verfehlt, denn die Schweiz sei besonders gelagert und als sicherer Wert in Notzeiten werde der Franken eben rasch zum Spielball ausländischer Investoren.

Nüchtern betrachtet ist es aber so: Die Equipe um Nationalbankpräsident Thomas Jordan manipuliert die Währung massiv. Sie beeinflusst den Frankenkurs gegenüber Euro oder Dollar, indem sie Werttitel in ausländischer Währung aufkauft und dafür Franken in den Markt spült, um die Schweizer Währung schwächer zu machen (Kriterium drei).

Das Gekaufte legt sie in die Nationalbank-Bilanz. Vor der Finanzkrise betrug die Bilanzsumme etwas über 100 Milliarden Franken, jetzt sind es über 800 Milliarden mehr. So viel haben Jordans Leute in dieser Zeit aus dem Markt genommen und quasi in die Tiefkühltruhe gelegt – ist das nicht Manipulation? Doch, und zwar zum Vorteil der Exporteure und zum Nachteil der Konsumenten von Importgütern.

Die Nationalbank argumentiert, der Franken wäre ohne ihre Eingriffe stark überbewertet, aber sie konnte bisher nicht belegen, dass der Markt falsch liegt.

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