07. Dezember 2020
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Christoph Mörgeli

Jetzt hilft uns Lebensretter Ruedi Noser

Ehedem sahen sich die Zürcher Ständeräte gewissermassen als Briefträger ihrer Kantonsregierung im Bundeshaus. Mit solch verstaubten Vorstellung räumt jetzt Ruedi Noser (FDP) wegen der Covid-Pandemie gründlich auf. Er fordert, «dass der Kanton Zürich jetzt die Fallzahlen senken muss». Subito. Und verlangt vom Zürcher Regierungsrat, dem Druck von Gesundheitsminister Alain Berset nachzugeben und endlich zu handeln. «Dass die Zahlen sinken», diktierte er am Wochenende der Sonntagszeitung, «liege in der Verantwortung der Kantonsregierung».

Derselbe Ruedi Noser hat im April dieses Jahres in der «Arena» des Schweizer Fernsehens eindringlich festgehalten: «Ich würde aufpassen, den Bundesrat oder irgendwelche Exponenten zu kritisieren. Da würde ich sehr, sehr aufpassen.» Jetzt aber ist plötzlich fertig mit dem Aufpassen des Aufpassers Ruedi Noser. Neuerdings hat er sich fürs Kritisieren der sieben Zürcher Regierungsräte entschieden.

Was genau will den Ständerat Noser, der sich nunmehr als Lebensretter aller Zürcher profiliert? Hat er nicht eben von den Behörden «kreativere Lösungen als einfach nur abschalten» verlangt. Und gewarnt: «Wir treiben momentan alle Menschen in die Schulden, wir sperren momentan alle Menschen faktisch ein.» Um die Maskenpflicht kann es ihm auch nicht gehen. Denn Magdalena Martullo, die im Parlament als Erste eine Maske getragen hat, wurde von Ruedi Noser tüchtig abgekanzelt: «Ich fand es richtig, dass man ihr das verboten hat. Denn eigentlich ist es nur um Show gegangen.»

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