09. Dezember 2020
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Urs Gehriger

Joe Biden gräbt das Kriegsbeil aus

Kaum war die Wahl vorbei, feierten die Medien Joe Biden als Balsam für Amerikas geschundene Seele. «Hoffen auf den Heiler» titelte eine deutsche Wochenzeitung.

Das Hoffen hat seit Montag ein Ende. Biden nominierte Xavier Becerra zum Gesundheits- und Sozialminister. Der Personalentscheid ist eine Kriegserklärung an die Konservativen. Im US-Kongress politisierte Becerra 24 Jahre lang linksaussen. Er führt einen Feldzug gegen die Pro-Life-Bewegung. Als Generalstaatsanwalt von Kalifornien versuchte er, Schwangerschaftszentren zu zwingen, für Abtreibungen zu werben – bis das Oberste Gericht ihn stoppte. Er verpasste seinem Profil Schliff, indem er Trump und seine Regierung mehr als 100 Mal verklagte.

«Ich möchte ein Präsident sein, der nicht spaltet, sondern einigt», gelobte Biden nach der Wahl. Wäre Biden an Heilung interessiert, würde er klipp und klar sagen, dass linke Gewalttäter, die im Sommer Dutzenden US-Städten heimsuchten, keinen Platz haben in der Gesellschaft. Er würde sich bei den 74 Millionen republikanischen Wählern und Trump entschuldigen, den er mit Goebbels verglich und als «einen der rassistischsten Präsidenten der modernen Geschichte» diffamierte.

Becerra muss vom Senat bestätigt werden. Am 5. Januar wird bei einer Nachwahl in Georgia entschieden, ob die Republikaner ihre Mehrheit in der kleinen Kammer behalten. Bidens Personalschocker ist ein Weckruf für all jene, die noch nicht realisiert haben, dass in dem Südstaat die Weichen für Amerikas Zukunft gestellt wird.

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