18. Dezember 2020
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Urs Gehriger

Joe Bidens Rückfall in den Biologismus

Die US-Demokraten traten als Partei der Diversität zur Wahl an. Doch dann lief etwas gründlich schief. Die Regenbogenpartei nominierte einen alten, weissen Mann. Bei der Regierungsbildung sieht sich Präsident Joe Biden jetzt in der Bringschuld. «Ich verspreche Ihnen, es wird das vielfältigste Kabinett sein, das es gibt.».

Und siehe da. Biden nominiert den ersten hispanische Gesundheitsminister, die erste Frau als Finanzministerin, den ersten afroamerikanische Verteidigungsminister, den ersten hispanischen Leiter des Heimatschutzes, den erste offen schwulen Kabinettssekretär, die erste Direktorin des nationalen Geheimdienstes.

Alles Kumbaya? Weit gefehlt. Schon geht das Gemecker los. Vicente Gonzalez, Abgeordneter aus Texas, will mindestens fünf Latinos auf Kabinettsposten. Die Gruppe der «Asiatischen Amerikaner und pazifischen Inselbewohner» reklamiert drei Kabinettssitze. Und was ist mit den Inuit? Und den Intersexuellen, den Geschlechtslosen und den Nicht-Binären? Sind sie es etwa nicht wert, in der Regierung aufgenommen zu werden?

Um das Gütesiegel «divers» zu verdienen, muss Biden sein Kabinett auf 500 Mitglieder aufstocken. Und ein Math-Genie berufen, das eine biologisch akkurate Kabinettszusammenstellung sicherstellt.

Vor lauter Regenbogen-Arithmetik geht ganz vergessen, dass es ausser Hautfarbe, Geschlecht und sexueller Orientierung noch andere Kriterien gibt für die beste Regierung im Land. Altmodische Kriterien wie Erfahrung, Kompetenz und Leistungsausweis.

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