07. Oktober 2021
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Thomas Renggli

Frisierte Zahlen im Kampf um Tempo 30: Führt der Zürcher Stadtrat die Stimmbürger bewusst mit Falsch-Informationen in die Irre?

Nun schaltet sich die Kantonspolizei in die Diskussion um die Temporeduktion auf den Zürcher Hauptverkehrsachsen von 50 km/h auf 30 km/h ein. Sie erklärt der Regierung, dass beispielsweise Verkehrs-Anordnungen auf der Rosengartenstrasse ohne ihre Zustimmung unzulässig seien.

Zunächst müsse der Nachweis erbracht werden, dass die Temporeduktion die Leistungsfähigkeit der Strasse nicht einschränke.

Sollte dies nicht gelingen, scheitere die Einführung von Tempo 30.

Gemäss Tages-Anzeiger vertritt der Stadtrat aber den Standpunkt, dass Automobilistinnen und Automobilisten «lediglich etwas später am Ziel ankommen», dies aber vernachlässigbar sei. Dabei stützt er sich auf ein Gutachten, wonach bei Einführung von Tempo 30 auf einer Distanz von 100 Metern mit einer Verzögerung von rund zwei Sekunden zu rechnen sei.

Spätestens bei dieser Aussage müssten bei jedem Zuhörer – selbst wenn er in der Mathematik einen Fensterplatz hatte – die Alarm-Glocken läuten.

Gemäss Dreisatz benötigt man bei Tempo 50 für 100 Meter 7,2 Sekunden, bei Tempo 30 dagegen 12 Sekunden.

Die «rund 2 Sekunden» des Zürcher Stadtrats entsprechen damit tatsächlich einer Differenz von 4,8 Sekunden.

Geht man vom Grundsatz aus, dass Zeit in der freien Marktwirtschaft Geld ist, kann dieser Rechnungsfehler dem Gewerbe und dem Stimmvolk teuer zu stehen kommen – sehr teuer.

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30 Kommentare zu “Frisierte Zahlen im Kampf um Tempo 30: Führt der Zürcher Stadtrat die Stimmbürger bewusst mit Falsch-Informationen in die Irre?”

  • holsderkuckuk sagt:

    Ist es nicht vermessen dem Stadtrat etwas bewusstes zu unterstellen? So ein Stadtrat kann doch ganz natürlich, unbeschwert von Fakten und ähnlichem Unfug, beschliessen.

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  • Marc Dancer sagt:

    Also - wer kann, sollte Zuerich meiden u. grossraeumig umfahren!

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  • tomcat37 sagt:

    Der Zeitverlust ist das eine; schlimmer ist die Gefahr: Busse, welche mit 30 km/h Velos überholen müssen, die mit 25 oder gar 28 km/h fahren.

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  • Sandkorn sagt:

    Wenn am Ende die ganze Stadt grün und links ist, müssen diese sich nicht wundern, wenn kein Geld mehr in die Kasse fliesst. Oder denken die Grünen und Linken wirklich, dass die Steuern für ihre hohen Gehälter, für den Strassenbau und für die ÖVs von den Velofahrern und Secondhand-Shoppern kommt? Geld fliesst da raus, wo es auch reinfliesst. Das scheint die Grünen und Linken anscheinend nicht zu interessieren.

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  • Hugo Koch sagt:

    2 Sekunden für die Lebensqualität, oh wie schön! Aber selbst wenn diese merkwürdige Rechnung stimmen täte müsste man sich erst eine halbe Stunde durch den entstandenen Rückstau quälen, bis man diese 2 Sekunden auf der Rosengartenstrasse verjubeln darf.

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  • Dani M sagt:

    So ein Schwachsinn, Herr Renggli. Ihre Logik hat Sek-B-Niveau. Denken Sie doch mit!

    Hier kommt Hilfe:

    Die Distanz des Strassenverlaufs vom Kunstaus zum Triemli beträgt 5 Kilometer.

    Bei Tempo 50 schaffen Sie das als in 6 Minuten? Nur, wenn Ihnen die Strasse ganz allein gehört. Aber es gibt eine Million allein im Kanton ZH immatrikulierte PWs.

    Also - erst das Auto verkaufen, dann rechnen.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Tja Anonymus; erst aus Kindergarten-Schuhen rauswachsen dann vorrechnen lassen:
      Bei..ups schrieb beinahe Tempo...also bei Kriechgang 30, wo wegen dem Bussenterror mindesten die halbe Aufmerksamkeit dem Tacho gilt, wird durch aggressive Fussgänger und rechtsfreie Velolöli das Unfall-Risiko um ein Mehrfaches erhöht!
      Zudem, da der Bussenterror mittlerweile viele Autofahrer verunsichert, steigt die Anzahl der Schleicher und die Aggression der zumeist gutausgebildeten Hochqualifizierten massiv an!

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    • Markus Kappeler sagt:

      Sek-B? Das war bei uns die zweit höchste Schule, darunter kam Oberschule und Spez. Schule. Da wären sie früher bestimmt gelandet. An der Kantonsstrasse Rosengarten konnten die linksextremen Schweizer Talibans die Autofahrer noch nicht so stark terrorisieren, wie zwischen Kunsthaus und Triemli. Am Rosengarten gibt es kaum Schikanen, ausser alle 50 Meter einen Blitzkasten, die geringste Tempoüberschreitungen bestrafen. Strassen müssen von der Regionalpolitik abgekoppelt werden.

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    • martin ordody sagt:

      Wenn Schwachsinn dann bei Ihnen. Wieso nehmen sie an das bei Tempo 30 Ihnen die Strasse gehört? Es wird genauso einen Stau geben, und die Autos werden wie im ersten Fall 50 sich kaum mit 30 vorwärtsbewegen. Die 2 Sekunden des Stadtrats stimmen garantiert nicht. Abgesehen davon wird es mehr Lärm und CO2 geben, das ist erwiesen.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Den rot/grünen Politiker(innen und Ideologen ging es noch nie um exakte oder reale Zahlen. Ihnen ist jeder unrichtige (übertriebener) Wert (oder Zahlen) immer ein schlagzeilenwertiges Argument, um ihre marxistische Umweltanordnungen durchzusetzen! Sogar gewählte linksideologische Stadtregierungen scheinen in der Mathematik-Schulstube alle einen Fensterplatz gehabt zu haben!

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  • Andreas M sagt:

    "..die Leistungsfähigkeit der Strasse nicht einschränken".: Mit Tempo 30 statt 50 brauchen die Fahrzeuge nicht nur länger ans Ziel (Mathematisch klar nachweisbar), sondern der Durchsatz -/ Leistung (= Fahrzeuge pro Zeiteinheit) wird kleiner, auch mathematisch glas klar berechenbar.
    Schön nachvollziehbar, wenn das Tempo noch weiter reduziert wird, zb auf 0, dann geht gar nichts mehr, Stau-Chaos pur, Leistungsfähigkeit = 0.
    Aber das frisieren die Linken nicht, sie schweigen es tot.

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    • Pascal Luethi sagt:

      Ich bin auch der Meinung, dass uns hier wieder einmal jemand erziehen will. Trotzdem sollte die Betrachtung vollständig gemacht werden. Neben den genannten Überlegungen muss noch die Regeltechnik berücksichtigt werden: jeder Fahrer ist sein eigener Abstandsregler zum Vordermann. Je höher die Geschwindigkeit, desto grösser wählt er den Abstand. Wenn nun der Abstand überproportional zur Geschwindigkeit sinken sollte, steigt der Durchsatz an, auch wenn der Einzelne mehr Zeit braucht.

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      • Andreas M sagt:

        Natürlich spielt der Abstand eine Rolle, bei 120 ist er sicher grösser als mit 80, aber ob er bei 50 wesentlich grösser ist als bei 30 ?aus meiner gefühlten Erfahrung eher nicht, eher etwa gleich. Da spielt das Verkehrsaufkommen eine grössere Rolle als der aus der Fahrschule eingetrichterte längere Bremsweg : hohes Verkehrsaufkommen -> kleinerer Abstand, wenig Verkehr -> grösserer Abstand

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  • Bischi49 sagt:

    Der Stadtrat folgt nur seiner langen Tradition, in der Verkehrspolitik Aussagen, die seine Absichten stützen, pseudowissenschaftlich zu verbrämen. Mit den richtigen Randbedingungen und Annahmen kriegt man jedes „Untersuchungsresultat“ so hin, dass es passt. Die Rechnung geht in den Amtsstuben immer auf, während draussen auf der Strasse eine andere Realität herrscht.

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  • magichamlet sagt:

    Daran seiht man doch wie Linke funktionieren. Genauso wie in den früheren sozialistischen Republiken. Was nicht passt, wird passend gemacht. Ideologen wollen die Realität nicht sehen, nur ihr erfolgreiches Handeln.

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    • T sagt:

      Die Roten und Grünen Ideologen sehen die Realität schon, nur benutzen sie Lügen um ihre wahren Ziele zu verwirklichen.

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      • Mueller sagt:

        Das wahre Ziel der Sozialisten ist die Diktatur des Proletariats, und dann Proletarier aller Länder vereinigt euch! Befohlen von der heroischen Dreieinigkeit Marx, Engels , Lenin!

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        • Markus Kappeler sagt:

          Das wahre Ziel der heutigen Sozialisten ist die Diktatur der Studierten, und dann Studierte aller Länder vereinigt euch! Gibt es irgend ein Gymi, Hochschule oder Uni die nicht stark linkslastig ist?

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        • Stefan Mueller sagt:

          Logo, dass unsere Linkschaoten schon wie ihre Vorbilder schmarotzen und parasitieren,
          ..... speziell die Einschleicher-Secondo-Volksverhetzer Wermut Badran Aciti Trede Arschlan Molina Fucinelle Alleva etc.
          Ob der Marx, der ja mit seiner gesamten Sippe ausschliesslich von der Kohle lebte, welche der Engels in seines Vaters Firma zusammen gestohlen hatte, oder die bünzlig-ekligen Sozn-Staatsfuttertrog-Abzocker...der Guru und seine strammen Volksgenossen- Jünger, identisch-widerliche Volksbetrüger!

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  • Stefan Mueller sagt:

    Wie man täglich in Downtown-weltoffen-urban-multikulti-Bünzli-Tsüri erfährt, haben 30er-Zonen rein gar nix mit Sicherheit "Klimaschutz" etc zu tun.
    Es geht darum Autofahrern Fallen zu stellen um sie kriminalisieren zu können;
    reingetappt kann man jahrelang gegängelt ausgenommen umerzogen werden!
    Da sind Klimaspinner aliantigrillo's Einschleicher-Secondo-Volksverhetzer nur kleine Läugeli.
    Dazu spült diese Bürgerabzocke Knete in den Linksstaatsfilz was logo Vasallen/Lakaien-Jöbchen finanziert!

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  • Edmo sagt:

    Wenn die Rotgrünen rechnen, kommen immer seltsame Resultate zustande. Die Meisten haben ihre Bildung an unseren Hochschulen erhalten. Deshalb verstehen sie von Gendersternchen und höherer Gerechtigkeit weit mehr als von simplen Dreistatzrechnungen. Aber wir müssen grosszügig und ganzheitlich denken. Das etwas gar mickrige Resultat von 2 Sekunden Zeitverlust wird mehr als kompensiert, wenn Rotgrün die Leistungsfähigkeit von Wind- und Solarenergie berechnet.

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  • VP-Falger sagt:

    Durch Lüge zur Macht... Herr Berset und seine Task Force sind für mich ein Synonym dafür geworden. Bedauerlicherweise gehört auch "schmieren" der Mainstreampresse dazu. Wie gestern z.B. *20minuten* die Verfassungs- und Bürgerrecht einfordernden Bürger bezeichnete, ist unter jeder Sau und sollte als ketzerisch verurteilt und bestraft werden.

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    • Bischi49 sagt:

      Ich gratuliere Ihnen, dass Sie sich der Lektüre von 20minuten aussetzen. Ich betrachte das Blättchen schon seit Längerem als reine Umweltverschmutzung, z.B. in S-Bahn Zügen. Davor nannte ich es 20sekunden, denn das genügt um einmal durchzublättern.

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  • Realo100 sagt:

    Würde man tatsächlich davon ausgehen, dass in den 30-er Zonen auch wirklich Tempo 30 gefahren wird, dann stimmt Herr Rengglis Rechnung. Tatsache ist aber, dass die meisten Automobilisten in diesen meist mit Radargeräten „bereicherten“ Zonen nur 25km/h fahren, weil sie eine Busse vermeiden wollen…

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    • Bischi49 sagt:

      Ich empfehle zudem den 2. Gang einzulegen. Man hört dann die Geschwindigkeit besser und kann sie einhalten ohne dauernd auf den Tacho starren zu müssen. Das dient der Verkehrssicherheit!

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      • Eulenlaender sagt:

        Schalten Sie zusätzlich alle 50m kurz in den 1.Gang (bei dem stockenden Verkehr gibt es da ausreichende Gelegenheiten). Das jeweilige Aufheulen des Motors verhindert, dass Sie bei der Dahinschleicherei einschlafen. Auch das dient der Verkehrssicherheit!

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    • Eulenlaender sagt:

      Hinzu kommt, dass der Verkehrsfluss bei Tempo 30 mehr ins Stocken gerät. (Laut einer Studie, auf deren Grundlage das Bundesamt für Umwelt das Gegenteil behauptete!) Damit wären wir schon etwa bei 10 Sekunden pro 100m.

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