07. Januar 2021
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Urs Gehriger

Kampf ums Kapitol: Trump stösst die Republikaner ins politische Abseits

Die Republikaner erleiden in Georgia kompletten Schiffbruch. Sie verlieren beide Senats-Sitze und verspielen ihre Mehrheit in der kleinen Kammer. Nun haben Joe Biden und seine Demokraten die ganze Macht in Washington.

Die Niederlage geht auf Trumps Kappe. Statt sich voll für beide Kandidaten ins Zeug zu legen, gab es für ihn nur ein Thema: Wahlbetrug. Desillusioniert blieben viele Republikaner in Georgia zu Hause. Seit seiner Niederlage am 3. November zimmert Trump eine Art Dolchstosslegende. Eigentlich habe er gewonnen, erdrutschartig, aber man habe ihm den Sieg gestohlen. Beweise blieb er schuldig.

Bis zum Obersten Gericht stellten sich alle Instanzen gegen den Präsidenten.

Unbeeindruckt rief er am Mittwoch seine Anhänger nach Washington. Im Kongress stand der letzte Akt an, der Biden als Präsidenten bestätigt sollte. Aufgestachelt von Trumps Rede marschierten Tausende zum Kapitol. Hitzköpfe stürmten die heiligen Hallen der US-Demokratie. Gezückte Waffen. Schüsse. Eine tote Frau. Und die ganze Welt war am TV live dabei.

Auf dem Höhepunkt des Sakrilegs war es nicht Trump, sondern Biden, der zuerst zur Vernunft aufrief.

Bei seiner Grätsche gegen Trump machte Biden ganz vergessen, dass er den linken Mob mit keinem Wort bremste, als dieser im Sommer in zahlreichen Städten marodierte. Vier Jahre hatten seine Demokraten alles unternommen, um Trump zu stürzen.

Was am Schwarzen Mittwoch geschah, ist nicht das Werk eines Mannes. Es ist die Folge einer langen Spaltung, angeheizt von Brandstiftern hüben wie drüben.

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