16. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Kann der Bundesrat den Protest von 300000 Personen ignorieren? Die Corona-Task-Force findet ja – und will die Massnahmen verschärfen

Eigentlich möchte Gesundheitsminister Alain Berset (SP) der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel nacheifern und das Land über den 1. März hinaus im Lockdown halten. Wird ihm das gelingen?

Der Protest der Gegner wird lauter, schärfer und intensiver. Gestern hat SVP-Präsident Marco Chiesa zusammen mit Jungfreisinnigen eine Petition mit 292000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht. Sie fordern darin ein rasches Ende des Lockdowns.

Kann der Bundesrat den Wunsch von so vielen Schweizerinnen und Schweizer einfach übergehen?

Er kann. Wie bestellt kündigte gestern der Chef der Science Taske Force, Martin Ackermann, im «Echo der Zeit» von Radio SRF fast den Weltuntergang an, sollte der Bundesrat die Massnahmen lockern. Ackermann verlangt sogar noch Verschärfungen.

Erfahrungsgemäss muss man davon ausgehen, dass der Task Force-Chef und die Fachleute des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) beim heutigen Point de Presse, einen Tag vor der Bundesratssitzung, die Gelegenheit wieder beim Schopf packen werden, die Situation dramatischer darzustellen, als sie tatsächlich ist.

Gesundheitsminister Berset zeigte bisher kein Gehör für die Forderungen von Wirtschaft, Gewerbe, Gewerkschaften und Bevölkerung. Der Bundesrat könne nicht ständig auf einzelne Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, sagte Berset in einem Interview mit der Zeitung La Liberté – und fordert weiterhin Geduld und Disziplin.

Im Kanton Schwyz feiern sie trotzdem Fastnacht, im Walliser Lötschental ebenfalls. Wie lange dauert es wohl, bis 300000 Menschen auf dem Bundesplatz gegen das Corona-Regime protestieren?

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14 Kommentare zu “Kann der Bundesrat den Protest von 300000 Personen ignorieren? Die Corona-Task-Force findet ja – und will die Massnahmen verschärfen”

  • Ronnie Angst sagt:

    Ich kann Melanie nur zustimmen, es liegt an uns, an jedem einzelnen von uns. Schliessen wir uns zusammen, unabhängig von dem ganzen Parteigehabe, treten wir gemeinsam auf, als freie, selbst bestimmende und mündige Bürger und gehen auf die Strasse. Was die Menschen in Wien und Berlin, sowie in anderen Länder können, das können wir auch. Freiheit ist das höchste Gut und sollte uns den Einsatz wert sein.

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  • Andi Kuebler sagt:

    Und wenn wir weiterhin geduldig und diszipliniert sind, werden wir uns in 10 Jahren noch im Lockdown befinden.

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  • Atlanta sagt:

    Es geht hier ja schon lange nicht mehr um wissenschaftliche Fakten, da können wir argumentieren wie wir wollen! Es hilft nur noch aktiv zu werden und Menschenmassen zu bewegen! Dazu benötigt man aber Reichweite. Menschen für die Organisation zu finden ist nicht mehr so schwer, neben mir finden sich hier sicher noch einige Leute die mit machen würden. Wie wäre es denn, wenn Roche mal einen Umfrage auf seiner Seite macht mit der Frage wer zu einer Demo gehen würde? Roger ist super

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  • Melanie sagt:

    Ganz genau so ist es. Und ganz genau DAS denke ich seit Monaten. Das Leben lässt sich nun mal nicht kontrollieren und der Tod nicht abschaffen. Wer Angst hat zu leben – und zu sterben – soll sich halt selber einsperren oder was auch immer. Aber lasst uns alle anderen einfach IN RUHE!

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    • Hansruedi sagt:

      Danke Melanie, du sprichst mir ganz aus dem Herzen! Ist es nicht gerade das Bewusstsein der Endlichkeit des irdischen Daseins, was das Leben so lebenswert macht? Und ja, wir alle, die das verinnerlicht haben, wollen in Ruhe gelassen werden, auf dass wir unser Leben gehaltvoll, intensiv und selbstbestimmt gestalten können.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil 1
    Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass der von BR Berset verordnete Lockdown keine sichtbare Veränderung der abnehmenden Ansteckungszahlen gebracht hat. Wenn dem so wäre, so müsste die Kurve, welche ihren Abnahmetrend längst vor dem Lockdown in Gang gesetzt hat, zumindest 10 Tage nach dem Lockdown einen Knick aufweisen. Dies tut die Kurve aber nicht, denn sie setzte sich unabhängig vom Lockdown in etwa gleichmässig abnehmend fort.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil 2 und Fazit aus Teil 1: Es liegt keine Evidenz vor, dass dieser vernichtende Wirtschafts-Lockdown für eine Veränderung gesorgt hat. Dieser Lockdown von Berset muss somit als klar gescheitert betrachtet werden.

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  • Skywalker sagt:

    Diese unsägliche Testerei von gesunden und leicht symptomatischen Menschen muss endlich aufhören! Wenn wir alle Erreger so systematisch testen und suchen würden, hätten wir immer irgendeine Pandemie! Das BAG und die Taskforce sollten sich besser darum bemühen, dass die Daten in der Statistik validiert werden: Die Todesfallstatistik gemäss Alter und Bevölkerungszahlen anpassen, genaue Todesursachen, die Fallzahlen/ Hospitalisationen nach Erkrankung und Kolonisation differenzieren.

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  • Huelftenschanz sagt:

    Leider kennen wir kein Impeachement! Diejenigen die diese Entscheidungen treffen, erhalten immer noch 100% Ihrer Vergütung, Lohn kann man das nicht nennen, da kein volkswirtschaftlicher Nutzen erkennbar ist. Das Gegenteil ist der Fall und ich warte auf die nächste Steuer genannt Corina Steuer!

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  • Reutimann Werner sagt:

    Was kümmern BR Berset die Wünsche der 292’000, der Wirte, der Ladenbesitzer? Er allein hat die Macht. Die übrigen Bundesräte nicken eifrig. Die langweiligen D+HH des sehr fraglichen BAGs bestätigen nur zu gern seine Ansicht.
    Weder das leider eher schwache Parlament noch diese starke Unterschriften-Sammlung können daran etwas ändern. Es ist wie es ist – schweizerische Direkt-Demokratie und ökonomisches Denken: das war einmal!

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    • Melanie sagt:

      Nein! Es liegt an jedem und jeder einzelnen von uns allen, dass die CH-Direktdemokratie eben nicht vor die Hunde geht. Leistet einfach Widerstand: Im Bünzlialltag, bei der Arbeit, im Freundeskreis oder wo auch immer. Oder so wie Roger Köppel!!

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      • Rolli sagt:

        Bravo Melanie!

        Genau so soll es sein! Zu jeder Zeit und an jedem Ort jetzt mit voller Kraft gegen das ganze Corona-Theater Widerstand leisten. Es wird immer schlimmer und ich frage mich, wann wachen die Leute in der CH und auf der ganzen Welt endlich auf?

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  • Edmo sagt:

    Wenn Petitionen dieser Grössenordnung nicht mehr gehört werden, muss das Volk über kurz oder lang die Mistgabeln hervorholen und nach Bern ziehen. Je schneller die Diktatur beendet wird, desto besser für alle. Die angerichteten Schäden sind bereits jetzt unermesslich. Wir müssen die Diktatoren zum Teufel jagen, bevor wir ganz am Boden liegen. Wir sehen ja, wie sich die ehemaligen Ostblockländer selbst 30 Jahre nach dem Ende der Diktatur noch immer unendlich schwertun.

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  • hape sagt:

    Gibt es keine legale Möglichkeit, den Versager Berset zu entmachten und seine durchgeknallten Taskforce-Labormäuse dahin zurückzuschicken, woher sie gekommen sind: In die Bedeutungslosigkeit?

    Es ist schon traurig, dass wir mit einer Petition (Bittschrift!) um die Rückgabe unserer Freiheit betteln müssen.

    Fertig mit dem ganzen Quatsch. Fertig Lockdown, fertig unnützes Testen, fertig Geisterzahlen kommunizieren und einfach das Ding laufen lassen. Das it am besten für alle.

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