03. September 2021
René Hildbrand

Vor der «Ehe für alle»-Abstimmung: Kann man Schwule umpolen?

Von schwul zu hetero – das klappt selbstverständlich nicht. Obschon es von Scharlatanen immer wieder behauptet, versprochen und versucht wird.

Gerade jetzt vor der Abstimmung zur «Ehe für alle» melden sie sich wieder vermehrt in den sozialen Medien zu Wort und halten Vorträge.

Unter den Fabulanten gibt es halbseidene Ärzte, Evangelikale, Freikirchler und andere Leute aus bibeltreuen Kreisen. Für Konversions-Therapien werden sogar Seminare angeboten.

Basel-Stadt strebt jetzt für derartig dubiose Rosskuren ein Verbot an. Kantone wie Genf und Zürich wollen folgen.

Keiner sucht es sich aus, schwul zu sein. Noch vor dreissig Jahren galt Homosexualität als Krankheit. Bis die Weltgesundheitsorganisation(WHO) diesen Eintrag aus dem Diagnoseschlüssel gestrichen hat.

Bereits als junger Mann und Journalist hatte ich mehrere schwule Kollegen. Schon damals waren sie in der Medienbranche gut vertreten.

Einige von ihnen waren unbedarft, andere cool. Genauso wie bei den Heterosexuellen. In den Sturm- und Drangjahren waren wir froh um jeden, der schwul war. Jeder ein Konkurrent weniger.

Ich kannte auch einen jungen, schwulen katholischen Pfarrer. Ein hochanständiger Mensch. In vertrauten Gesprächen glaubte er, mit dem Argument «Abbitte» leisten zu müssen, er sei als einziger Sohn von seiner Mutter überbehütet wurden. Blödsinn.

Heute kennen wir viele schwule Parlamentarier und Minister jeglicher Couleur aus aller Herren Länder. Warme Wirtschaftsführer, Wissenschaftler, Ärzte, Generalstabsoffiziere, Staatsanwälte, Richter oder Entertainer.

Soll doch jeder nach seiner Façon selig werden.

Ich persönlich bin und bleibe lesbisch. Ich liebe nur Frauen.

300 79

26 Kommentare zu “Vor der «Ehe für alle»-Abstimmung: Kann man Schwule umpolen?”

  • olive sagt:

    Es ist die zeitgeistige Idee, sie würden als Homosexuelle "diskriminiert" , wenn sie nicht genau das Gleiche haben können, wie Heterosexuelle.
    Und das geht heute gar nicht.

    3
    0
    • Heinz Maier sagt:

      Nach einigen Jahrhunderten der Ablehnung und Unterdrückung hat sich die vollkommene Anerkennung mittlerweile ins Gegenteil verkehrt. Man will mehr,
      man will gleicher sein, wichtiger, toller, bunter. Zum einen ist es die Rache vor der
      (möglicherweise nicht persönlich) erlittenen Schmach in der Vergangenheit,
      ähnlich BLM oder FfF und man will auch das haben, was die Heteros allerdings auch nicht haben, eine Gebärmutter. Das passt genau in unsre Zeit, in der Vernunft und Realismus obsolet sind.

      1
      1
  • Max Casalegno sagt:

    Die Ehe ist ganz einfach ein Vertrag. Es verstößt gegen die Menschenrechte, Gleichgeschlechtliche von der Möglichkeit auszuschließen, einen Vertrag abzuschließen. Kinder, was anderes. Es ist pädagogisch und psychologisch nicht gesund, dass Kinder zwei Männer oder zwei Frauen als einpoliges Vorbild bekommen. Genüge, den Ödipus als Bestandteil der Entwicklung zu erwähnen. Und davon viel mehr.

    3
    2
  • anasanchezayala sagt:

    Der Grund, warum sie in der "Ehe-Für-Alle" ja wollen, ist die Zerstörung der Familie zugunsten des Staates. Die Familie stellt einen Schutzschild gegen die korrupten Machtinteressen dar. Die Ehe zwischen Mann und Frau wird von Gott zum Wohle des Einzelnen eingesetzt, der das Recht auf einen Vater und eine Mutter hat.

    5
    1
  • Mueller sagt:

    Lasst die Schwulen schwul sein; lasst aber auch die Ehe hetero sein!!

    25
    2
  • p.rogenesi sagt:

    "Von schwul zu hetero – das klappt selbstverständlich nicht." Aha? Auf welchen Studien basiert diese Aussage? Also ich finde nach 10s Googelsuche zwei Studien, die beide attestieren, dass Homosexuelle sich ändern können. Die eine sagt zwar in geringen Masse (Von 202 Teilnehmern an ihrem Experiment erklärten anschließend lediglich sechs, sie hätten eine "heterosexuelle Verschiebung" erlebt), die andere in hohem Masse ("66 Prozent der Männer sowie 44 Prozent der Frauen)

    14
    12
  • FILLIDAN sagt:

    Für mich hat das Wort „Ehe“ die Bedeutung von einer vertraglichen Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, mit der Möglichkeit, Kinder zu zeugen , zu gebären und der Verantwortung, dem gezeugten Nachwuchs bis zum Erwachsenenalter menschlich hilfreich zu sein. Dafür benötige ich keine Verbindung zu einer Religion, um diesen einzigartigen Zweck zu erkennen. Verbindungen zwischen Mann + Mann, zwischen Frau + Frau erfüllen nicht diesen einzigartigen Zweck der Ehe. Worte haben Bedeutung.

    40
    4
  • verena sagt:

    Eigentlich ist die ganze Geschichte ein unmöglicher Blödsinn.
    Schwule und Lesben wollen als ‚andere Leute‘ wahrgenommen werden. Wieso wollt ihr denn die Ehe erzwingen und unbedingt Kinder haben? Dann seid ihr ja wieder gleich, wie jene von denen ihr euch unbedingt unterscheiden wollen! Meine Lieben, bleibt doch einfach Mensch und geniesst das Leben, anstatt dauernd das zu wollen, was im Grundeffekt nichts zum eigentlichen Leben beiträgt…..
    Kann mich da jemand aufklären?

    58
    3
  • Heinrich sagt:

    Mann kommt nicht als "schwules" Baby zur Welt, ausser das Geschlecht ist nicht klar oder beschädigt, was bei 1% der Menschen vorkommt (auch in der Tierwelt). Einiges an Männer sind bisexuell, haben also eine Frau und Kinder und nebenher einen schwulen Freund. Gibt es auch bei Frauen. Andere Männer werden erst in den späteren Jahrgängen schwul. Das ganze hat mehr mit den Lebensvorkommnissen und der Psyche zu tun. Umpolungs-Kurse gab es immer, wird aber immer mehr verboten was Chancen wegnimmt.

    19
    13
    • Buecherwurm sagt:

      Sie sind nicht informiert !

      Für den deutschen Sprachraum gibt es ein Internetportal GAYROMEO, die wollen 1,8 Mio eingetragene Mitglieder haben, sind auf 30 Mio erwachsene Männer in D 6 %, die proaktiv dort solche Kontakte suchen. Wenn man nun davon ausgeht, nicht alle Schwulen suchen etwas auf Gayromeo, sei es, das Sie in einer stabilen Parnerschaft leben oder schlicht zu alt sind fürs Internet, kommen Sie locker auf 10 %.

      4
      4
      • Buecherwurm sagt:

        Weiter, mit 1/3 aller Klicks auf Pornoportalen werden Schwulenpornos angeklickt. Wenn nicht alle Schwulen Tag und Nacht Pornos ansehen, geht das nur, wenn Normalos sich öfter und lebenslang Schwulenpornos ansehen.

        . . . . und richtig, bei anonymen Umfragen berichtet das deutsche Magazin STERN würden 20 % aller Männer, die sich als hetero bezeichnen, zugeben, Sie würden sich öfters Schwulenpornos ansehen.

        Macht mit denen, die eindeutig schwul sind, schon 30 % !

        5
        8
        • p.rogenesi sagt:

          Also ich schaue mir auch manchmal Springreiten an, bin aber weder Pferd noch Reiter. Also was ist das für eine Argumentation?

          2
          1
          • Buecherwurm sagt:

            Ich habe ja nicht durch die Blume geschrieben alle Männer sind schwul oder verkappt schwul, Gott bewahre ! Nur die Darstellung hier die Normalos und dann kommen die Bahngleise und dann die Herren vom anderen Bahnsteig gibt die Sache auch nicht richtig wieder.

            Das ist offensichtlich mehr ein kontinuierlicher Übergang, das bevorzugte Sexobjekt für die Mehrzahl aller Männer sind Frauen, aber gutaussehende, junge Männer lassen viele Normalos auch nicht ganz kalt.

            0
            1
      • Buecherwurm sagt:

        Der berümte Sexualforscher Alfred Charles Kinsey veröffentlichte 1949 eine Studie, nach der 36 % der erwachsenen US-Amerikanische Männer über 18 Jahre mindestens einmal in Ihrem Leben mit einem Mann zum Orgasmus kommen.

        Das gab einen Sturm der Entrüstung, aber durch zahlreiche andere Untersuchungen ist das Ergebnis heute unstrittig. Wenn es mehr Gelegenheit geben würde und das nicht so stark gesellschaftlich geächtet wäre, würden die Zahlen noch weit grösser sein.

        4
        7
  • Putin sagt:

    Pim Voortuin wurde als 'President" gewählt in den Niederlanden, nicht lange und er wurde ganz mysteriös ermordet. Ein Schwuler als "Praesident" das ging nicht.

    6
    6
  • STR sagt:

    Es geht eben am 26.9. grad nicht darum, jeder und jedem die façon seiner Glücksseligkeit abzusprechen. Gar nicht, diese ist längst erfüllt.
    Die Ehe zwischen Mann und Frau ist deshalb herausragend, weil nur sie das natürliche Leben weitergeben kann. Es geht auch nicht um Beziehungsqualität, sondern um das Recht, dass jedes Kind seinen Vater und seine Mutter kennen und im Regelfall mit ihnen leben und aufwachsen darf. Das ist der Punkt.

    64
    6
  • Meinrad Odermatt sagt:

    Wichtig ist nur eines: Schwule sind in keiner Weise repräsentativ für die grosse Mehrheit der Gesellschaft. Nach demokratischen Regeln haben Sie keine Chance sich als kleine atypische Minderheit durchzusetzen. Und das sollten Sie auch nicht.

    61
    6
  • Freigeist sagt:

    Ihr letzter Satz , mit Verlaub, könnte vom Ü80 Männerstammtisch stammen.
    Sicher ist es so, dass die einzig relevante Keimzelle gesellschaftlicher Entwicklung die Familie ist. Wie sich diese zusammensetzt , auch da sind verschiedene Modelle möglich. Klar ist aber : Leitbild sollte die Konstellation Mann ,Frau ,Kind in Tradition des christlich - jüdisch geüprägten Abendlandes sein und keine ideologisch gepushte Homo-Ehe . Schwulsein ist keine Leistung die es besonders hervorzuheben gilt.

    51
    2
  • Beat Furrer sagt:

    "Ehe für alle" ist Unsinn. Da dürfte sich jeder, der sich mit der Materie auskennt einig sein. Denn die Ehe ist eine göttliche Institution und die ist eindeutig nur zwischen einem Mann und einer Frau (im Alten Testament hatten gewisse reiche Männer gar mehrere Frauen).
    Homosexualität ist Gott ein Gräuel und daher widerspricht das Ansinnen der "Ehe für alle" diametral dem Geist der Bundesverfassung, der obersten Gesetzgebung unseres Landes ("im Namen Gottes, des Allmächtigen").

    76
    11
  • Edmo sagt:

    Man muss Schwule nicht umpolen. Wer wen oder was heiratet, ist mir auch völlig egal. Was mich allerdings nervt, ist die Mogelpackung, über die wir abstimmen sollen. In der harmlosen 'Ehe für alle' ist ein absolut untragbares 'Kinder für alle' inbegriffen. Das wird natürlich ausgeblendet, weil da jeder vernünftige Mensch NEIN sagen muss. Kinder haben ein Anrecht auf Vater und Mutter. Basta!

    168
    4
  • Rolf Bolliger sagt:

    Gegen die Schwulen und Lesben, beziehungsweise ihre sexuellen Partnerschaften, ist ganz sicher nichts einzuwenden. Wenn solche Menschen aber eine gewöhnliche und gesetzlich gleiche Eheschliessung und danach mit einem *Zuchtstier" (Mann oder Frau) trotzdem ein Kind und somit eine Familie bilden wollen, hört die Toleranz für solche Beziehungen auf! Alle, die an der Urne als "offene und moderne" Stimmbürger(innen) nun ein JA für "Ehe für alle" einwerfen, verkennen die natürliche Familie!

    238
    10
  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Und ich liebe Donald Trump, bin aber nicht schwul.

    127
    8
  • TheRealLaurel sagt:

    Evangelikale sind für gewöhnlich "Freikirchlicher" und bibeltreu; Bibeltreue wiederum finden sich meist in Freikirchen und sind somit evangelikal (zumindest im allg. Sinn). Es wurde also quasi mit drei austauschbaren Begriffen operiert. Was wäre übrigens, wenn manche Menschen mit homosexueller Neigung von sich aus "umgepolt" werden möchten, nachdem sie Christus angenommen haben, und froh sind, ein solches Angebot von Leuten zu bekommen, welche die Bibel kennen und ernst nehmen?! Think twice.

    72
    35
    • Beat Furrer sagt:

      Richtig. Wer Christ wird oder wer wirklich ein "Schweizer" sein will ("im Namen Gottes, des Allmächtigen, Schweizer Kreuz, Schweizer Geschichte), der wird sich von der Homosexualität lösen und sich (aus Eigeninitiative und Selbst- und Gotteserkenntnis heraus) "umpolen" lassen. Denn im Moment geschieht in Medien und Schulen genau die umgekehrte Polung: die Polung zur Homosexualität.
      Also geht auch die Umpolung zur Heterosexualität.
      Mann und Frau ergänzen sich körperlich, seelisch, geistlich.

      55
      10

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.