10. Juni 2021
Wolfgang Koydl

Keine Angst vor der Steuerknute der G7: Die ersten Staaten fordern schon Ausnahmeregeln für sich selbst

Das war aber mal eine Ansage. Einen globalen Mindeststeuersatz fordern die Finanzminister der G7. Endlich sollen sie zahlen, Tech-Giganten wie Facebook, Amazon oder Google. Man spürt gleichsam, wie sie erzittern.

Tatsächlich? Sie schütteln sich eher vor Lachen. Glaubt man wirklich, sie hätten keine Lobbyisten in Washington oder in Brüssel? Entscheiden werden letztlich die Parlamente, nicht die Staatenlenker auf Populismus-Trip.

Zudem erhalten die Steuerkünstler schon Flankenschutz von jenen Politikern, die sich gerade noch als tapfere Robin Hoods aufgeführt haben.

Rishi Sunak, der britische Schatzkanzler, will die Finanzindustrie der City of London von der Pauschalsteuer ausnehmen. Sie sei schliesslich ein «Sonderfall».

Es wird nicht der einzige Sonderfall bleiben – Deutschlands Autoindustrie, Frankreichs Energiesektor, Japans Maschinenbau.

Zur historischen Ankündigung der G7 passt eine Meldung aus den USA: Milliardäre wie Jeff Bezos, Elon Musk oder Warren Buffett haben seit Jahren praktisch keinen Cent an Steuern gezahlt.

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8 Kommentare zu “Keine Angst vor der Steuerknute der G7: Die ersten Staaten fordern schon Ausnahmeregeln für sich selbst”

  • Stefan Mueller sagt:

    das Problem sind eben die heimatmüden Kriecher und Schleimer zu Bern!
    Es wird bestimmt nicht mehr lange dauern, bis die Secondo-Einschleicher-Juso-Schwadronierer oder irgend eine Hinterbänklerin von FDPWirLiebenalle oder Tuttifrutti einmal mehr den Schweizer-Musterschüler-Kriechgang fordern, und die Müllstream-Journaille als Kläffer der Milliardärsclans Coninx Ringier Wanner, zusammen mit den widerlichen Äss-Ärr-Äff-Hetzer-Cholerikern, gegen Reiche für "Mehrgerechtigkeit" etc. drauflos jaulen!

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  • Peter Eschmann sagt:

    Ob dabei oder nicht, die CH hat ohnehin nichts zu sagen. Man kann sagen, die Hyperventilation gilt nicht in erster Linie den G7, sondern vielmehr der Angst vor unseren Protagonisten in Bern. Aus der kürzeren Geschichte wissen wir ja, wie „anpassungsfähig“ Regierung und Parlament sind.

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  • juege sagt:

    Deutschlands Autoindustrie vernichtet sich gerade selber - da braucht es keine Mindeststeuer dazu.

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  • Werner sagt:

    Es ist schwer verständlich, weshalb auch Weltwoche daily von gestern beinahe hyperventilierte, ob dieser Forderung der G7, wo doch die Schweiz gar nicht dazu gehört. Dieser Artikel hilft etwas zur Entkrampfung. Es ist aber wichtig, unseren Parlamentariern früh Zeichen zu setzen, dass wir darüber eigentlich gar nicht diskutieren müssen.

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  • Edmo sagt:

    Das Bankkundengeheimnis wurde auf Druck der USA, den G7, G20, der OECD und der EU von Widmer-Schlumpf ganz schnell begraben. Das völlig einseitige Fatca wurde widerspruchslos akzeptiert. Delaware konnte, von jeglicher Konkurrenz befreit, übernehmen. Ebenso devot wurde der AIA eigeführt. Alles zum Nachteil unseres Landes. Wenn nun gehorsam die Mindeststeuern eingeführt werden, beweist die Schweiz nichts weiter als die Unfähigkeit, aus groben Fehlern zu lernen.

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    • Stefan Mueller sagt:

      und eben die Oberhetzer, der Sleepy-Joe stammt aus der Steueroase Delaware,
      und in Merkelstan liegen 39'000 Geldwäscherei-Anzeigen auf Halde, weil die Borianer (als ehemaliger korrupter Finanzminister von NR-WF) ja mit Steuerknete-Millionen CD-Dealer schmieren müssen!

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