05. Februar 2021
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Florian Schwab

Der Ständerat liebäugelt mit dem Stimmrechtsalter 16. Das ist eine schlechte Idee

Der Ständerat galt einmal als chambre de réflexion, wo Entscheidungen zu Ende gedacht werden. Lang ist’s her. Mit 7 zu 6 stimmte seine bürgerlich dominierte staatspolitische Kommission diese Woche einer Verfassungsinitiative der grünen Basler Nationalrätin Sibel Arslan für Stimmrechtsalter 16 zu.

Sind die Ständerate von allen guten Geistern verlassen? 16-Jährige sind, wenn es gut kommt, mit dem Start ins Leben ausgelastet. Mit der Ausbildung und mit der Entdeckung des anderen Geschlechts. Die meisten spüren, dass ihnen der Resonanzboden echter Lebenserfahrung fehlt, anhand dessen sie etwa das Freihandelsabkommen mit Indonesien beurteilen könnten.

Eine schrille Minderheit aber kanalisiert ihre Energien auf das Politische. Wozu es führt, wenn jugendlich-leichtsinniger Ungestüm auf die Politik trifft, sieht man an der grotesken Klimabewegung um Greta Thunberg. Alles wird einem einzigen Ziel untergeordnet. Wenn es dazu einen autoritären Weltstaat braucht, ist das für sie kein Problem – ihre Verachtung der demokratischen Institutionen zeigte diese Fraktion des 16-jährigen durch illegale Aktionen auf dem Bundesplatz und im Bundeshaus.

Jugendliche sind also besonders empfänglich für die Sirenengesänge radikaler Ideen und autokratische Umbaupläne. Linke und Grüne freut es. Und die bürgerlichen Befürworter vom Stimmrechtsalter 16 machen sich zu ihrem nützlichen Idioten.

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6 Kommentare zu “Der Ständerat liebäugelt mit dem Stimmrechtsalter 16. Das ist eine schlechte Idee”

  • jschmidli sagt:

    Die Bürgerlichen, die für das Stimmrechtsalter 16 einstehen sind m. E. Schlappschwänze oder naive Gutmenschen. Es ist ja sonnenklar, warum die Linke das SRA 16 will: Die von der grossmehrheitlich linken Lehrer(Sternchen)innenschaft beeinflussten Jugendlichen stimmen tendenziell links. Dieses Manöver der Kurdin Arslan ist also unredlich.

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  • hansueli stucki sagt:

    Die ganze Stimmrechtsgeschichte sollte grundsätzlich überdacht werden. Mein Vorschlag:
    Aktives Stimmrecht 16-75; passives Stimmrecht bzw. Legitimation für ein politisches Amt: 18-Lebensende.
    Stimmberechtigt ist wer in der Schweiz lebt, Steuern zahlt und keine Sozialhilfe bezieht und sich unmissverständlich zur hiesigen Rechtsordnung bekennt, dabei ist es völlig unerheblich, ob er schon beim Rütlischwur Programme verkauft hat oder ursprünglich aus Hintertogo stammt.

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  • Haemmi sagt:

    Vielen Dank Herr Schwab für diesen guten Beitrag. Wäre natürlich sehr interessant, wer von dem bürgerlich bestimmten Ständerat wie abstimmte… Als Kompass für die nächsten Abstimmungen, wäre etwas mehr Transparenz (analog dem NR auf parlament.ch) sehr willkommen.

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  • Melanie sagt:

    Ja sicher, die Stände- und auch Nationalräte SIND von allen guten Geistern verlassen. Längst schon. Aber schon klar, will man Stimmrechtsalter 16, weil die Linke + Grüne und alle Klimaaktivisten auf diese Weise ein noch viel, viel grösseres Gewicht erhalten und die Politik in unserem Land noch schneller umbauen und kaputtdenken können.

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  • VP-Falger sagt:

    Junge, pubertierende Menschen werden immer älter. Mit 16 hat man längst noch keine gefestigte Persönlichkeit und damit ist diese Altersgruppe idealistisch stark beeinflussbar. Unsere Politiker (auch weiblich) drehen seit spätestens letztem Frühjahr durch.

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