01. Juni 2021
Roman Zeller

Kniefall vor Greta: Warum sich die NZZ am Sonntag bei der Generation Z anbiedert

Am Wochenende beseitigte die NZZ am Sonntag sämtliche Klischees über eine Altersgruppe: «Jetzt kommt die ehrgeizige Generation Z», lautete die Überschrift, unter der ein makelloses Bild von den Jahrgängen ab 1997 gezeichnet wurde.

Für unter 24-Jährige – gemeinhin als «Generation Smartphone» verschmäht – sei «Ehrgeiz und Tatkraft» charakteristisch. «Erfolg und ein kompetitives Umfeld haben für sie eine grosse Bedeutung.»

Als Beispiele wurden zwei Schweizer Firmen hervorgezaubert, um «unglaubliche Sprünge» zu versinnbildlichen. Von jungen Menschen mit «Leben im Zeitraffer» war die Rede, dem «dicken Geschäft».

International bestätigten Sängerin Billie Eilish (19) und Klimaaktivistin Greta Thunberg (18) die These, «dass bereits Teenager die Welt erobern können». Ihre Altersgenossen treibe «die Lust nach Wandel» an, «der Wunsch nach Unabhängigkeit».

Dass diese junge Generation einen derart «frischen Wind in die Arbeitswelt» bringe, weiss die NZZ am Sonntag von keinem einzigen Arbeitgeber, sondern aus einer Umfrage von «mehr als 11.000 Studenten».

Zur Erinnerung: An Schweizer Hochschulen beginnen durchschnittlich 19- bis 20-Jährige, sogar junge Master-Studenten zählen heute noch zur Generation Z.

Es wäre demnach, als würden Journalisten der NZZ am Sonntag nach der besten Zeitung der Schweiz befragt. Die Antwort würde lauten: Die NZZ am Sonntag.

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3 Kommentare zu “Kniefall vor Greta: Warum sich die NZZ am Sonntag bei der Generation Z anbiedert”

  • Der echte Experte sagt:

    Dieses Geschwafel ist das pure Gegenteil von dem was man in der Arbeitswelt von dieser Generation erfährt.
    Und auch die Tatsache dass an vielen Universitäten die Lehrmittel und Prüfungen vereinfacht werden müssen da sie zu hohe Durchfallquoten haben, spricht wohl gegen die Geschichte der NZZ.
    Ich denke mal dieses Märchen soll wohl die Leserzahlen dieses Blattes in die Höhe treiben.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Die NZZ sollte doch einmal den Artikel *Gretas Werkzeug und die grosse Politik lesen und veröffentlichen Wenn ich die Texte der CO2 Befürworter lese, dann kommen mir Zweifel auf, ob man Bewusst Falschmeldungen publiziert oder die so naiv sind. z.B. wenn das CO2 Gesetz abgelehnt würde, entstehen für die Metall- und Maschinenindustrie höhere Kosten, unglaublich. diese Aussage, es gibt höhere und unsichere Energiekosten, höhere Transportkosten und die Löhne nach Oben angepasst werden.

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  • Edmo sagt:

    Ein weiteres Bespiel dafür, wie tief der Journalismus gesunken ist. Die Suche nach 'Wahrheit' gibt es längst nicht mehr. Es gilt, eine Botschaft zu verkünden, die Leser zu manipulieren. Natürlich braucht es dafür Geschichten. Und solche Geschichten sind immer zu finden, auch wenn sie weitgehend frei erfunden und kein bisschen repräsentativ sind. Greta ist kein Ausdruck von «Ehrgeiz und Tatkraft», sondern das Gesicht einer gigantischen Marketingaktion, die sie selbst nicht versteht.

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