22. Februar 2021
Thomas Renggli

Lara Gut ist die Martina Hingis des Skisports

Sie ist die grosse Siegerin der Ski-WM, die Frau, die das Schweizer Team fast im Alleingang zu altem Glanz zurückführte: Lara Gut-Behrami. Mit der Goldmedaille im Riesenslalom, dem dritten Podestplatz in Cortina, schrieb sie die schönste Geschichte.

Damit ist sie bei 8 WM-Medaillen angelangt. Nur Pirmin Zurbriggen weist eine noch bessere Bilanz (9) aus. Und trotzdem brandet Gut aus den eigenen Reihen Neid entgegen.

Vor allem bei Michelle Gisin, die in Cortina in den Interviews im Stakkato «mega» und «cool» ins Mikrophon schrie, aber auf der Piste mehr Tränen als Jubelstürme produzierte, spürt man Ressentiments. Damit erweist sie sich selber einen Bärendienst.

Denn letztlich sind es allein die Resultate, die zählen. Und die geben einer besonders Recht: Lara Gut-Behrami. Die 29-jährige Tessinerin kann sich auf den goldenen Herbst ihrer Karriere freuen – und hat im Tennissport eine Frau, die ihre Gefühle ziemlich genau kennt. Martina Hingis. Auch die Ostschweizerin überforderte mit ihrem Erfolg und ihrer Gradlinigkeit einst die Schweiz – und wurde zur besten Spielerin der Welt.

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