12. April 2021
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Wolfgang Koydl

Laschet oder Söder, Baerbock oder Habeck: Deutschland sucht einen neuen Kanzler. Ist das Casting im Hinterzimmer demokratisch?

Deutschland ist die führende Macht Europas und auch global spielt es eine Rolle. Die Frage, wer das Land als Kanzler führt, interessiert also über die Landesgrenzen hinaus.

Umso erstaunlicher ist, wie bizarr die Suche nach Kanzlerkandidaten verläuft. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass sich die jeweils zwei Bewerber der beiden aussichtsreichen Parteien im stillen Kämmerlein einigen sollen – à deux.

Zwei Parteien haben Chancen auf den Spitzenjob: Union und Grüne. Beide haben zwei potentielle Bewerber: Armin Laschet und Markus Söder bei den Schwarzen, Annalena Baerbock und Robert Habeck bei den Grünen.

Wie nun soll man sich den Auswahlprozess unter vier Augen vorstellen: Armdrücken bei den Unions-Herren? Unter den Tisch quatschen beim grünen Pärchen?

Sicher ist nur: Mit Demokratie hat das nicht viel zu tun.

Sicher ist auch die Meinung der Deutschen. Eine Umfrage ergab eine Mehrheit von 40 Prozent – für keinen der Kandidaten.

Dann kann man gleich auch Dieter Bohlen nehmen. Der ist kräftig, kann quatschen und sucht einen neuen Job.

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19 Kommentare zu “Laschet oder Söder, Baerbock oder Habeck: Deutschland sucht einen neuen Kanzler. Ist das Casting im Hinterzimmer demokratisch?”

  • Marcel71 sagt:

    Nette Auswahl, Wahl zwischen Teufel und Belzebub. Die einzige die für mich Sinn machen würde wäre Sahra Wagenknecht, dafür müsste sie aber die Partei wechseln oder als Parteilose antreten

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  • Buecherwurm sagt:

    Die Delegierten bewegen sich zwischen Skylla und Charybdis. Votieren Sie für Söder müssen Sie befürchten nicht mehr für die Bundestagswahl aufgestellt zu werden. Votieren Sie für Laschet, müssen Sie befürchten Ihren Bundestagssitz zu verlieren, weil die CDU sich mit Laschet eine Wahlschlappe einhandelt.

    Wahrscheinlich glaubt mindestens die Hälfte auch bei einer Wahlschlappe einen Bundestagssitz zu bekommen und damit hat Laschet die Mehrheit. Sollte Söder auch wissen, wie das funktioniert.

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  • AKA sagt:

    Na ja, 'Casting im Hinterzimmer' könnte man, mit entsprechendem bösen Willen, auch unser System nennen, die Bundesräte auszuwählen. Es ist wohl unserem (noch knapp vorhandenen) helvetischen Kompromiss-Verständnis zuzuschreiben, dass die einzelnen Parteien nicht stärker aufmucken, wenn wieder mal ein Name aus dem Hut gezaubert wird, der ganz sicher nicht von der Basis kommt.

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  • Andreas sagt:

    Deutschland ist nicht (mehr ) eine führende Macht, nur noch der führende Zahlmeister.
    Und ein Beispiel für Negativ Auswahl der Regierung.

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  • Ferdinand Bohn sagt:

    "Dann kann man gleich auch Dieter Bohlen nehmen." ???
    Aber, aber - mich hat man ausser acht gelassen, ich stünde auch zur Verfügung. Ich würde es noch viel besser machen als Merkel, die tut kaum was, ich täte gar nichts - ausser das Gehalt und den maximalen Spesensatz am ersten des Monats bar abheben. Und dann ab in die Südsee zu den schönen jungen Hula-Hula-Mädchen und den köstlichen dortigen Getränke bis zum Monatsersten.Dann erneut nur zum Geldabheben nach D ... in Dauerschleife.

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  • Edmo sagt:

    Bei diesen vier Kandidaten kann man nicht von einer Wahl reden. Es ist nur noch eine Qual. Als Schweizer habe ich die nötige Distanz und Nüchternheit, um zur nächsten Bundestagswahl eine Alternative zu empfehlen: Kaufen Sie Aktien von Pharmanuternehmen. Der Bedarf an Antidepressiva wird extrem ansteigen. Dafür garantiert jeder der vier Kandidaten.

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  • Buecherwurm sagt:

    Wer von den genannten 4 nächsten Winter/Frühjahr den allfälligen Lock-Down verkündet ist doch letztendlich vollkommen egal.

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  • juege sagt:

    Im gegenwärtigen Genderwahn kann es nur Baerbock sein. Hier ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet: https://www.eike-klima-energie.eu/2019/08/08/jede-batterie-hat-zwei-polen-kathole-und-synode/

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  • Juerg Luethard sagt:

    Was für eine hervorragende Idee! Dieter Bohlen würde dann garantiert Klartext reden. Was für eine Wohltat.

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  • Peter Rossa sagt:

    denk ich an Deutschland in der Nacht, werd ` ich um den Schlaf gebracht .... (Heinrich Heine)

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  • Melanie sagt:

    Dieter Bohlen wäre in der Tat perfekt! Sehr guter Vorschlag.

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  • T sagt:

    Deutschland und Demokratie? Mittlerweile ein Widerspruch in sich. Der Einzige, welcher Deutschland wieder zur Vernunft bringen könnte, wäre Hans Georg Maassen.

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    • juege sagt:

      In der AFD wimmelt es von geeigneten Personen, denn die ganze Intelligenzia ist dorthin abgewandert. Dr. Gottfried Curio, Dr. Nikolaus Fest, und wenn es eine Frau sein soll, Alice Weidel (die ist sogar noch lesbisch) um nur einige zu nennen.

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      • T sagt:

        Ich habe heute Morgen die Kurzfassung des Parteiprogramms der AfD gelesen. Ich konnte nur bürgerliche, aber keine antidemokratischen Positionen ausmachen? Im Gegenteil, die AfD scheint vieles aus unserem politischen System übernehmen zu wollen. Deshalb stellt sie vermutlich für die etablierten Politfunktionäre der Altparteien eine ernsthafte Gefahr dar. Darüber hinaus wird sie, nach der Stärkung Höckes durch die Basis, noch mehr verunglimpft werden, weil Höcke zum völkischen Lager gezählt wird.

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      • olive sagt:

        @juege Sie haben recht, Weidel wäre perfekt:weiblich und lesbisch.
        Aber siehe da, diese "Qualitäten" zählen nur, wenn sie von der richtigen Seite kommen.

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    • Buecherwurm sagt:

      Die US-Amerikaner haben in Deutschland, wie in allen anderen Ländern, die Sie militärisch erobert haben, eine Scheindemokratie installiert. Zur Wahl zugelassen waren und sind nur genehme Parteien und Kandidaten. Die Parteioberen lassen sich von sogenannten Delgierten, in Tat und Wahrheit bezahlten Claqueuren, bestätigen, Parteimitglieder haben nichts zu sagen, steht ausdrücklich so im Parteiengesetz. In der DDR hiess das gleiche System Blockparteien.

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      • Buecherwurm sagt:

        Was heisst hier Daumen 'runter ?

        In Afghanistan haben die Taliban nie auf den von den US-Amerikanern ausgegebenen Stimmzetteln gestanden und im Irak auch nicht der Islamische Staat. In Deutschland wurde KPD und NSDAP gleich ausgeschlossen.

        Hat die Schweiz einen "Verfassungsschutz" oder eine "Staatssicherheit", die Parteien und Personen von Wahlen aus politischen Gründen ausschliessen kann ?

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