12. Februar 2021
Henryk M. Broder

Lasst uns vor: Kirchenmänner erhalten frühzeitige Impfung

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, wurden einige kommunale und kirchliche Amtsträger bereits «frühzeitig» geimpft. Darunter der Augsburger Bischof Bertram Meier, sein Stellvertreter, Generalvikar Harald Heinrich, der Landrat des Kreises Donau-Ries und der Oberbürgermeister der Stadt Donauwörth.

Die beiden Kirchenmänner erklärten, sie würden «als Seelsorger in Pflegeeinrichtungen» arbeiten und gehörten deswegen zum «Personal». Der Impfstoff sei «kurzfristig überzählig vorhanden» gewesen, quasi ein Restposten. Die beiden Kommunalpolitiker gaben an, sie hätten «kurzfristige Angebote» bekommen, die sie auch deswegen angenommen haben, damit der Impfstoff nicht «weggeworfen» werden musste.

Unter den vielen rührenden Geschichten aus dem Corona-Tagebuch sind das die ergreifendsten. So viel Hingabe, so viel Opferbereitschaft und – zumindest bei den «Seelsorgern» – so viel Gottvertrauen. Es gab mal eine Zeit, da hiess es: «Frauen und Kinder zuerst!» Was ist daraus geworden? «Lasst uns vor! Wir sind eure Hirten!»

244 11

5 Kommentare zu “Lasst uns vor: Kirchenmänner erhalten frühzeitige Impfung”

  • Stefan sagt:

    Broder in Ehren, aber hier zielt er daneben. Der Bischof von Augsburg wurde nicht im Rahmen einer Vorzugsbehandlung geimpft sondern wegen seiner Betreuung alter Menschen. Ich bin froh, dass es Geistliche gibt, die diese Gruppe gerade jetzt nicht allein lassen. Der Preis, der mit der Abschottung von Menschen in Betagtenheimen bezahlt wurde, war/ist zu hoch. Für viele ist der Besuch des Bischofs ein grosser Trost. Broder ist auf eine grüne, antikatholische Polemik hereingefallen, leider.

    0
    1
  • hape sagt:

    In Deutschland drängen sich die mit dem Draht nach ganz oben vor, bei uns dafür Berset und Sommaruga in bester kommunistischer Manier: Was mein ist, ist auch mein.

    0
    0
  • Detlef Dechant sagt:

    Der Verlust des Gottvertrauens kirchlicher Würdenträger begann mit der Anschaffung des gepanzerten "Pappamobils"!

    0
    1
  • Paul Streuli sagt:

    Anscheinend sind vor Gott nicht alle gleich, es gibt solche die sind gleicher.

    0
    0
  • Edmo sagt:

    Die Kirchenmänner werden bei der nächsten Trauerfeier für einen Verstorbenen wieder salbungsvoll verkünden: 'Der Herr hat ihn zu sich geholt. Lobet den Herrn!' Ich frage mich in solchen Momenten immer, weshalb sie sich so sehr davor fürchten, vom Herrn nach Hause ins Paradies geholt zu werden. Sie sind ihm so nah, und wollen ihm trotzdem möglichst lange fern bleiben. Ich muss es nicht verstehen. Den Kirchenmännern muss ich allerdings auch kein einziges Wort glauben.

    0
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.