12. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Laut Divisionär Thomas Kaiser haben auch die Bürger bei der Masken-Bevorratung versagt. Was für ein Unsinn!

Divisionär Thomas Kaiser, der Chef Logistikbasis der Armee, dem auch die Armeeapotheke untersteht, hatte am Mittwoch einen denkwürdigen Auftritt. Der Zweisterne-General erläuterte vor den Medien, wie sein Amt in einer schwierigen Zeit und unter erschwerten Bedingungen Schutzmaterial beschaffen musste.

Das war wohl eine Art Flucht nach vorne und wahrscheinlich von oben befohlen. Denn die Armeeapotheke war in den letzten Monaten wiederholt heftig kritisiert worden. Mal hiess es, das VBS habe Schimmelmasken eingekauft, sei auf gefälschte Qualitäts-Zertifikate hereingefallen, dann war von horrenden Preisen die Rede.

Kaiser gab ein paar Fehler zu und lobte vor allem die Leistung seines Teams. Er sagte aber auch: «Weil der Bund, die Kantone und die Bürger in der Bevorratung versagt haben, wurde die Armeeapotheke beauftragt».

Die Bürger haben versagt? Was für ein Unsinn!

Wenn nicht einmal der Bund seine eigenen Pandemiepläne ernst nahm und vom Coronavirus überrascht wurde, warum hätte dann die Bevölkerung vorsorgen sollen? Und hat das Bundesamt für Gesundheit nicht monatelang, behauptet, Schutzmasken seien nicht erforderlich. Zufällig waren diese damals auch rar.

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9 Kommentare zu “Laut Divisionär Thomas Kaiser haben auch die Bürger bei der Masken-Bevorratung versagt. Was für ein Unsinn!”

  • LST1977 sagt:

    Die Armee widerspiegelt leider nur noch die politische Führung. Es werden ja nur noch höhere Generalstabsoffiziere (mit ganz wenigen Ausnahmen) ernannt, die den Politikern passen, kein Wunder also dass nichts mehr klappt in der Armee, Hauptsacheden Politikern gefällts. Der wirkliche Verfall hat übrigens begonnen, als Gay Parmelin das VBS übernommen hatte...

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  • Paul Streuli sagt:

    Wenn es gut läuft kassiert man die Lorbeeren, aber wenn was daneben geht sind alle anderen schuld.

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  • ulrich sagt:

    Ich glaube es war 2018 als der Bundesrat einen Pandemiebericht herausgegeben und darin außer Notvorrat einen Vorrat von 50 Masken empfohlen. Stellen Sie sich die Reaktion der Medien und der Bevölkerung vor, , wenn der Bund ein Merkblatt dazu in alle Haushalte verschickt hätte. Er wäre der Lächerlichkeit preisgegeben worden, wie damals beim Zivilschutz Büchlein in den 70-ger Jahren.

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  • Fede sagt:

    Eigenkritik ist eben nicht jedermanns Sache..!!

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  • Ruedi Hertrich sagt:

    Nach Sars kam die Empfehlung des Bundes, pro Person im Haushalt 50 Masken zu lagern. damals kosteten die Masken, 50 Stück, CHF 4.95. als guter Bürger haben wir natürlich die Masken gekauft und haben seit letztem März diese Masken benutzt. Ein Unsinn ist, wer die Aussage "das Versagen der Bürger bei der beim Umsetzen der Empfehlung" einen Unsinn nennt.

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    • Realistin sagt:

      Als Bürger, der hier Steuern und damit ein Heer von offensichtlich überbezahlten unfähigen Beamten und Staatsangestellen bezahlt, könnte man erwarten, dass die zu den Aufgaben der Beamten gehörende Pflicht, genügend Notvorräte aller Art zu lagern, erfüllt wird.
      So ist es nicht nur Unsinn, sondern Kindergartenverhalten, nun den Bürgern Versagen vorzuwerfen.

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    • zuckerfrau sagt:

      Ich gebe Ihnen Recht! Da liegt Hubi Mooser für einmal falsch. Jeder, der im Frühling nicht 50 Masken hatte, hatte nicht vorgesorgt gemäss Bund. Ich habe meine einer Kollegin, die im Spital unter Knappheit litt, angeboten, fast hätte sie darauf zurückgegriffen.

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    • LST1977 sagt:

      Dann gehe ich richtig in der Annahme, dass sie Herr Hertich stets die Meldungen des Bundes und natürlich auch der Kantone und der Gemeinde lesen und alle Ratschläge sofort umsetzen und kaufen?? Ein eifriger Geselle also, aber passen sie ja auf, dass sie nie etwas vergessen in der Flut der Meldungen, sie sind dann an allem schuld.

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  • Honeyland sagt:

    Auch in der Armee sind die intelligenten Menschen sehr rar

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