08. Januar 2021
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Florian Schwab

Laut einer Studie werden an deutschen Universitäten Frauen massiv bevorzugt

Wer als Politikwissenschaftler Karriere an deutschen Universitäten machen will, der ist mit Vorteil eine Frau. Zu diesem Ergebnis kommt eine soeben publizierte Studie der drei Soziologen Martin Schröder, Mark Lutter und Isabel Habicht. 

Die drei Forscher haben eine fast vollständige Datenbank der Politikwissenschaftlerinnen und - wissenschaftler an deutschen Universitäten angefertigt – über 1500 Personen. Ausgehend davon haben sie mit statistischen Methoden untersucht, welche persönlichen Eigenschaften die Berufung zum Professor auf Lebenszeit begünstigen. 

Das Ergebnis: Frauen mit demselben Leistungsausweis bei akademischen Publikationen und gleichen erwiesenen Fähigkeiten «haben eine um 32 Prozent bessere Chance als Männer» auf eine Professur auf Lebenszeit. Etwa ein Drittel des Phänomens erkläre sich durch das bei den Frauen «höhere soziale Kapital» – nach Bereinigung um dieses bleibt aber immer noch ein statistisch unerklärter Vorteil von 20 Prozent.  

Die Forscher schliessen daraus, dass die geringere Anzahl an Frauen auf den Lehrstühlen keineswegs durch Diskriminierung erklärt werden könne, sondern dadurch, dass viele Frauen früh aus der akademischen Karriere aussteigen.

Man könnte es auch anders sagen: Die Studie zeigt, dass an deutschen Universitäten heute die Männer massiv benachteiligt werden. Ein Phänomen, das wohl nicht nur an deutschen Fakultäten für Politikwissenschaft nachgewiesen werden kann.

Link zur Studie: https://journals.plos.org/plosone/article/file?id=10.1371/journal.pone.0243514&type=printable

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