16. November 2021
René Hildbrand

Lieber Herr Ernst Fischer in Au, Wädischwil am Zürisee

Sie konnten sich nicht in ein gemachtes Bett legen. Vor 55 Jahren begannen Sie mit der Reinigung von Federn. Längst sind Sie ein landesweit bekannter Bettwaren-Unternehmer. Sie haben ein Daunen-Märchen geschrieben. Alle Achtung.

Wer mit seinem Geschäft im Ozean der Konkurrenz nicht untergehen will, muss auf sich aufmerksam machen.

Selbst der liebe Gott hat es nötig, dass für ihn die Glocken geläutet werden.

Reden wir also von Ihrer Werbung. Diese nervt.

Schon lange. Ich hatte es Ihnen früher schon auf dem Portal Persönlich.com mitgeteilt. Es hat nichts genutzt.

Seit 19 Jahren sehen wir Ihren selbstkreierten TV-Spot. Immer die selben Sprüche und Bilder.

Was sind schon 19 Jahre, werden Sie sich sagen. Daunenfedern wurden ja schon 200 Jahre nach Christus als Füllung von Bettwaren verwendet.

Anfangs war Ihre Werbung originell. Jetzt ist sie nur noch ermüdend. Wer linear fernsieht, kann Ihrer Reklame nicht entgehen. Als guter Werbekunde haben Sie es geschafft, dass Ihr Spot häufig als letzter vor den News-Dendungen ausgestrahlt wird.

Für viele Leute sind Sie Kult. Sie werden an Geburtstags- und Hochzeitsfeiern persifliert.

Das haben vor Ihnen nur HD Läppli und Moritz Leuenberger geschafft.

Lieber Herr Fischer, ich will Ihnen keine Federn ausrupfen. Und ich will auch nicht, dass Sie geschäftlich solche lassen müssen. Namhafte Werbe-Agenturen haben bei Ihnen einen Korb geholt. Sie wollen sich einfach nicht mit fremden Federn schmücken.

Überlegen Sie es sich doch noch einmal in aller Ruhe, bevor Sie an der Matratze horchen. Machen Sie sich dann aus den Federn und versuchen Sie es halt doch mit Werbe-Profis.

Wenn Sie sich telefonisch anmelden, können Sie direkt dabei sein und zuschauen, wie Ihr Konzept von lebenden Werbern erarbeitet wird.

Nach der Premiere Ihres neuen Spots lade ich Sie zu einer Gans oder Ente ein. Die Federn lasse ich Ihnen vom Koch einpacken.

Ich freue mich uf Ihre Bsuech.

René Hildbrand, au viel am Zürisee

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36 Kommentare zu “Lieber Herr Ernst Fischer in Au, Wädischwil am Zürisee”

  • Janosh sagt:

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, lieber Herr Hildbrand, dann möchten Sie, dass die WEISSEN FEDERN VON TOTEN TIEREN - durch braune oder gar schwarze Federn von .... ersetzt werden? Oder habe ich Sie falsch verstanden?

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  • Hoenggi55 sagt:

    Die Dümmste Werbung, jedoch hebt sie die Qualität des Senders SF DRS in Schwindelerregende Einschaltquoten hoch ! Ich habe noch NIE seit 19 Jahren diese mit absolut OSKAR verdächtige Werbung verpasst, Nein weil ich SF DRS praktisch aus meinem TV Repertoir GESTRICHEN habe ! Das tue ich meinem Gemüt sicher nicht an, solchen Mist Anzuschauen !!

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  • von Attinghausen sagt:

    von toten Tieren... Die Federn und Daunen kommen aus Polen und fallen nach der Schlachtung an. Gereinigt, getrocknet und sortiert in die Kissen und Decken. Ein der wenigen Unternehmen in der Schweiz, das dem Tierwohl verpflichtet ist. Alternative: Lebendrupf, bis zu 4 mal werden den Gänsen bei lebendigem Leib die Federn gerufpft und mit Antibiotika die Entzündigungen behandelt. Natürlich sind solche Federn und Daunen billiger. Herr Fischer sagt in der Werbung seinen Beitrag zu Tierwohl.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Seine Werbung ist nicht nur genial,sondern auch zeitlos.Für mich die allerbesteWerbung, weil man darüber spricht, und alle kennen Herrn Fischer + die Federn von toten Tieren. Ausserdem wurde seine Werbung auf Youtube über 1 Mio Mal angeschaut. Welcher andere Werbefritz kann das von sich behaupten? Auch seine Fabrik, die ich besuchte, ist ebenso authentisch wie die Werbung. Frau Sadi ist nicht nur eine Schauspielerin,sondern sie arbeitet dort, und die Bedienung war ausserordentlich zuvorkommend.

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  • Elba sagt:

    Dass ein Firmeninhaber und seine Mitarbeiter persönlich hinstehen und einfach ihre Bettwaren und deren Reinigung anbieten, so ganz ohne den üblichen, unterschwelligen Zeitgeist und den modischen Amerikanismen, ist schon fast revolutionär.

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  • peterlinz sagt:

    Ich schalte prinzipiell jegliche Werbung aus.

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  • Pablo sagt:

    Oops, da haben Sie aber in den vollen Nachttopf gegriffen, Herr Hildbrand.
    Die überwiegende Mehrheit und auch ich, sind nicht ihrer Meinung.

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  • PRey sagt:

    Kein Mensch braucht heute noch TV-Sender. (Schon gar nicht staatliche. ) Daher ist auch glorifizierende TV-Kritik überflüssig geworden. Ist reine Platz- und Zeitverschwendung. Konzentrieren Sie sich auf etwas anderes, Herr Hiltbrand, z. B. auf die Durchleuchtung des staatlich-medialen Komplexes, wenn Sie beim Thema bleiben möchten.

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  • Scalar sagt:

    Wo liegt hier das Problem?
    Einzig und alleine an den Werberechten der SRG. 12 Minuten pro Stunde nach 20:00 Uhr sind eine absolute Zumutung! Mit einem Verbot, wie dies in den umliegenden Ländern seit Jahren der Fall ist, müsste man obige (lächerliche) Diskussion erst gar nicht führen.
    Wo also bleibt die Volksabstimmung, die dieser Volksverblödung endlich ein Ende bereitet?

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  • Anna Meier sagt:

    Sie meinen, Herr Hildebrand, so heutige beliebige Werbungen wie heutige Kunst, von der man erst behaupten muss, dass es Kunst ist, weil es sonst keiner merken würde?
    Werbung, die man gar nicht bemerkt, weil man eh etwas anderes tut, wenn die Werbung läuft?
    Ausser bei so einer Werbung, die erstens auf Mundart daher kommt, was heute schon sehr auffällt und dann erst noch von einem Patron selber gemacht wird?
    Sie mag gewisse Leute nerven, aber jedenfalls fällt sie auf, und das ist eben - Werbung.

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  • hape sagt:

    Lieber Herr Hidebrand

    Ich geh mit Ihnen einig - der Spot ist hemdsärmelig gemacht. Mit Fädere vo tote Tier.

    Doch er ist ehrlich. Die ehrliche Aussage eines gestandenen Patrons (kein CEO - ein Patron) der sich hinstellt und das, was er macht, schnörkellos vorzeigt. Ob es nervt oder nicht: Kein Thema.

    Sie, Herr Hildebrand sind möglicherweise ein studierter Fuzzy, der vom hohen Ross auf die Handwerker herabsieht.

    Ich wünsche Ihnen mit Kunstfasern gefüllte Kissen und Duvets!

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  • Peter Rossa sagt:

    da staunt der der Laie und der Fachmann wundert sich ....

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  • minibixi2008 sagt:

    Da ich seit ein paar Jahren das Schweizer Fernsehen aus meiner Favoritenliste entfernt habe nervt mich diese Matratzen-Werbung für stehengebliebene überhaupt nicht.

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  • Isaac sagt:

    Sie liegen völlig daneben. Bei welcher Werbeagentur sahnen Sie ab? Sie sind doch auch der, der sich den greisen Obernarzisten Schlawinski als Talkguru zurückwünscht, der sein ganzes Leben nichts als US-Mediendinge abgekupfert hat und heute der grösste Giftspritzenpropagandist ist, auch in den USA abgekupfert.

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  • Fede sagt:

    Fischer nervt und Hildbrand hat vollkommen Recht! Man kann Werbung betreiben die schlussendlich auch kontraproduktiv werden kann.
    Ob solche Werbung „Kult“ ist, kann wohl lange darüber gestritten werden und ist Ansichtssache. Dieses Attribut würde ich dann schon eher dem guten George Clooney mit seiner Nespresso-Tasse zuschreiben.

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  • Markus Saurer sagt:

    Sie liegen falsch, wie die Bewertungen der Leser zeigen.

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  • Artes sagt:

    Herr Fischer hat einen Kult-Werbespot gelandet. Das was andere gerne hätten und trotz hoher Investitionen in Werbefirmen nie erreichen. Aber davon träumen.

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  • bussard100 sagt:

    Ich bin für die Werbung von Ariel, die wäscht so sauber, dass man sich drin spiegeln kann, oder war dies Meister Proper?

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  • Florence sagt:

    Schalten Sie bei Werbung den Ton aus wenn Sie Herrn Fischer nicht ertragen können.
    Ich denke, für den horrenden Betrag den der Duvet-Macher bezahlt, darf er selbst entscheiden , wie er Werbung macht. Offenbar hat sich eben genau seine Art bewährt und ist für ihn einträglicher als irgend so eine „Kreation“ einer angesagten Werbeagentur für teures Geld, die wenig oder nichts mit seinem Produkt zu tun hat.
    Dass seine Werbung bei Hochzeiten persifliert wird, spricht FÜR ihn.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Auch ich habe vor einem Jahr ein gleich lautendes Mail an die Bettwarenfirma Fischer geschickt! Ich fragte nach, wie er solch zahlreiche Werbeminuten (oft 5-6 Mal pro Tag!) überhaupt finanzieren könne! Darauf erhielt ich ein Antwort-Mail in dem mir erklärt wurde, dass dem 80 jährigen Patron eben seine Mitarbeiter im Betrieb sehr am Herzen liegen! Leider merkt Herr Fischer offenbar nicht mehr, wie diese ewig gleichen Werbespots uns TV-Konsumenten nur noch ärgern und nerven!

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Der wird Fischer wird ja richtig geadelt, ist des dann der Fischer von und zu Werbespot....
    P.S.
    Das Problem habe ich nicht. Ich habe vor über 20 Jahren mit Tiwii aufgehört.

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  • peter.b sagt:

    welchen anderen schweizerischen Bettfedernreinigungsservice kennen Sie denn?
    Also, Herr Ernst Fischer, machen Sie weiter so, egal, ob wir uns vor dem Fernseher nicht nur wegen des Programms langweilen, sondern auch wegen Ihrer Werbung, Hauptsache ist doch, dass die Kunden von Ihnen reden.

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  • peter.b sagt:

    Lieber Herr Hildbrand
    Obschon Ihr Kommentar recht humorvoll geschrieben ist, kann ich mit Ihnen nicht einig gehen. Die Art und Weise, wie Herr "Fischer aus Au" seine Bettfedern-Reinigung bewirbt, respektive sein Geld dafür ausgibt, ist allein ihm überlassen. Ich finde seine TV-Werbung aus Marketingsicht auch unsäglich altbacken, umprofessionell und langweilig, aber eben, es ist seine Entscheidung, wie er auf dem Markt auftreten will. Zudem gibt ihm der Erfolg Recht -

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  • Edmo sagt:

    Herr Hildbrand, welcher Teufel reitet Sie denn heute? Was treibt Sie an, einem erfolgreichen Unternehmer sein ebenso erfolgreiches Werbekonzept madig zu machen? Wenn ich bei jeder Werbung, die ich ermüdend finde, auf den Unternehmer losgehen würde, der für den Spot verantwortlich zeichnet, hätte ich verdammt viel zu tun. Fade Professionalität oder lieber Authentizität? Vielleicht schlagen Sie Roger Köppel morgen vor, sein WW Daily zukünftig von Patrizia Laeri vorlesen zu lassen?

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    • olive sagt:

      @Edmo: ich gebe Ihnen recht. Wenn man die fantastisch gemachte Werbung heute so anschaut , die oft bizzaren Sprüche der Werbemacher anhört ganze Spielfilme und dann daran denkt, wie wir für dumm verkauft werden damit, dann ist der "Wädischwil " wenigstens reell.

      Was ich mich seit Jahren frage: was ist gemeint mit "für das Beste im Mann"?

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  • alter Knabe sagt:

    Sehr niedrige Schublade was Herr Hildbrand sich da leistet.
    Ich lese die Weltwoche seit ein paar Monaten. Wenn das bezahlte Jahr abgelaufen ist, dann werde ich nicht erneuern. Die Nebenwirkungen sind für mich zu gross.
    Herr Köppel täte gut daran, auf nicht zu vielen Hochzeiten zu tanzen. Als Cherfredaktor gehört er in das Redaktionsbüro und als Nationalrat in den Ratssaal und speziell da hat er die Aufgabe, unsere Regierung in die von der Verfassung vorgegebenen Schranken zu weisen.

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  • Gonzo sagt:

    Herr Fischer ist sachlich und authentisch, genau das Gegenteil der professionellen Werbung, einfach genial.

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  • T sagt:

    Lieber Herr Hildbrand. Was ist Ihre Motivation eine, zugegebenermaßen etwas aus der Mode gekommene Werbung eines Bettwarenherstellers, auf WW-Daily zu kritisieren? Keine anderen Ideen gehabt? Schlecht geträumt? Oder gar eine schlaflose Nacht hinter sich gebracht? Wie dem auch sei, für solche Fälle hält die Pharmaindustrie passende Lösungen parat. Vorgängig rate ich zum Arztbesuch um den richtigen Wirkstoff gür das Problem zu identifizieren. Gute Besserung au von mir.

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