16. September 2021
René Hildbrand

Links schnurren, rechts fressen: Warum privilegierte Städter links wählen

Am Fuss des Zürichbergs traf ich kürzlich einen einen alten Bekannten. Inzwischen sind wir ein Herz und eine Galle. Gleichwohl plauderten wir rund zwanzig Minuten. Über das Corona-Zertifikat, die Wahlen in Deutschland, die eidgenössischen Abstimmungen.

Bei dieser Gelegenheit bemerkte mein einstiger Kumpel, dass er und seine Frau brieflich für die 99-Prozent-Initiative gestimmt haben.

Das ist natürlich ihr gutes Recht. Allerdings muss man über das Paar um die Fünfzig wissen: Die beiden Gutgebildeten und Geldliebenden haben Kaderjobs in grossen Unternehmen und verdienen gemeinsam rund 350.000 Franken im Jahr.

Sie sind kinderlos, besitzen eine Eigentumswohnung an schöner Lage.

Sie gönnen sich bis zu dreimal Ferien im Jahr, fahren ein schickes Auto, spielen Golf, haben ein Abo des Zürcher Schauspielhauses.

Mehrmals pro Jahr fliegen sie für ein verlängertes Wochenende nach Paris oder Barcelona. Oder nach Hamburg zu einem Konzert in der Elbphilharmonie. Und anschliessendem Diner in einem Sterne-Restaurant.

Was für ein Leben!

Bloss: Abgestimmt und gewählt wird links. Motto: Erst wohlhabend werden, und dann den Linken zudienen. Und umverteilen.

Reichtum gilt als unanständig. Mein sozial privilegierter Bekannter hält Linke für "coolere Leute". Finanzstarken Menschen sind er und seine Gemahlin nicht gewogen.

Die beiden Opportunisten fordern: «Man muss diese stärker zur Kasse bitten.» Ausserdem glauben sie, dass Reiche zusammen mit den rechten Parteien für Stillstand sorgen.

Linke Positionen sind in den Städten Mainstream. Allen voran in Zürich, Winterthur, Bern, Basel, Biel, Lausanne. Und in Genf. Dort hat die Misere in den 1990er-Jahren begonnen: Die Calvin-Stadt liess sich von den Linken als erste Schweizer Metropole erobern.

Für die beiden Rechtsfresser ist der Fiskus übrigens nicht die Krone der Schröpfung. Sie steuern gern. Am liebsten ihren schmucken elektrischen Audi. Da sind sie sauber.

563 13

20 Kommentare zu “Links schnurren, rechts fressen: Warum privilegierte Städter links wählen”

  • mac4ever sagt:

    Ja. Spitzengehalt, Softwareingenieur in leitender Position, mehrere Immobilien. Polyglott, globalistisch, linksidentitär. Und voll auf dem Zeitgeisttrip, von "Micro Aggressions" bis zum Klima-Thema, Greta T. ist sakrosant. Ich habe den Kontakt inzwischen verloren. Aber ich leide wie ein Hund darunter, denn es handelt sich um meinen Sohn. Die Spaltung der Gesellschaft geht mitten durch meine Familie. Vor 30 Jahren war ich auch links, allerdings nicht lange, heute wohl "Nazi". WTF. Ich bin 71.

    12
    1
  • THINK sagt:

    Zum Thema "Rechts blinken - Links abbiegen":
    Wenn die eigene Habe in genügendem Umfang und unerreichbar für andere gesichert ist, kann nichts besseres geschehen, als Rot/Grüne am Ruder. Der Niedergang ist schnell schmerzlos für die Habenden dank gesicherter und unerreichbarer Habe und nachhaltig anstrengend für die Rudernden im Kampf über Generationen mit den Wellen der Wirklichkeit. Noch zur Frage des Tages: Welche Farbe resultiert beim Mischen von Rot + Grün? ---

    41
    14
  • Markus Hofstetter sagt:

    Kann mir mal jemand erklären welche Argumente dieser Bericht genau rüber bringen will?
    Sowit ich das verstehe, hat Herr Hildbrand nicht die gleiche politischen Mainung. Aber Argumente sehe ich keine.

    19
    46
  • Eulenlaender sagt:

    Gewiss, es ist möglicherweise eine Art Ablasshandel für das eigene Verhalten, das man nicht unter Kontrolle hat und das ein schlechtes Gewissen erzeugt. Aber mit derselben "Logik" müsste man mich - eine "arme Maus" - anprangern, dass ich vorwiegend rechte Politiker und Anliegen wähle. Das politische Denken und die persönliche Gier nach Vermögensvermehrung und Ausschweifungen sollten zwei verschiedene Schuhpaare bleiben. Man könnte es sogar als Hinauswachsen über die eigenen Befindlichkeit loben.

    11
    2
  • Juerg Schneeberger sagt:

    Für mich sind rechts Blinkende und links Abbiegende nicht nur im Strassenverkehr dreiste Leute, aber besonders in der Politik habe ich einen ekelerregenden Appetit gegen diese Typen entwickelt. Ich stelle in meiner Umgebung nicht verwundert fest, dass gerade ehemalige Kommilitonen, welche sich in der Stadt Zürich angesiedelt haben, diese ekelhafte Attitüde eingenommen haben.

    81
    0
  • suburbansky sagt:

    Wie verbreitet diese Spezies ist, entzieht sich meiner Kenntnis... Einige Beispiele kann ich bei mir in Basel indes auch "von aussen" beobachten. Mein Favorit, bei mir um die Ecke: Stilvoll renovierte Gründerzeitvilla an bester Stadtlage und dennoch ruhig (Wert wohl, trotz nicht allzu grosser Grundstückfläche, deutlich jenseits der 5 Mio.), einen Jaguar-SUV vor dem Haus - und am protzigen gusseisernen Tor die Fähnchen von Konzernverantwortungs- und Gletscher-Initiative gehisst.

    103
    0
  • D.Z. sagt:

    Auch ich habe solche Bekannte, die dann aber links resp. GLP wählen und für die 99%-Initiative resp. CO2-Gesetz ein JA einlegen. Ich gehe hier vom Prinzip «Ablasshandel» aus, denn so fühlt man sich moralisch auf der richtigen Seite, und kann trotzdem seinem Lebensstil frönen, inkl. von Nachhaltigkeit predigen, aber dennoch jede Saison das neue iPhone bestellen und 4x p.a. in den Urlaub fliegen...

    139
    0
    • Dan Bersier sagt:

      Den Punkt voll getroffen! Der Ablasshandel findet aber nur auf dem Wahlzettel, bei gesellschaftlichem Smalltalk oder bei Zusatz-Abgaben in ihrer Portokasse-Dimension statt. Da „tun sie gerne was für …“. Müssten sie aber ihr Wohlstands-Leben nur ein Mü einschränken, ist Ende der Fahnenstange. Dann kommen Aussagen wie, „wir tun ja schon soviel für …“

      75
      1
  • Stefan Mueller sagt:

    Nochmals, beglücken wir doch die Downtown-urban-Tsüri-weltoffenen!
    Die wollen ein Halbkanton sein...also los!
    - keine Transfer-Erpressungen mehr an die Landeier,
    - das von Extremisten herbeigesehnte Roadpricing einführen;
    - 1. für Trotzdem-Autofahrer....aus dem Linksversifften-Getto raus Strassenbenützung/Umweltverschandelung/CO2/Feinstaub .....Kilometer-Geld
    - Vignette für ÖV/Velo-Freaks
    - gutausgebildete Hochqualifizierte an Urban-weltoffen überstellen
    - Wölfe an den Tsüriberg umsiedeln!

    76
    2
    • Stefan Mueller sagt:

      Und ja, statt mit Nosic im SR mit ausnahmslos Antibürgerlich bis Linksextrem;..ergäbe sich statt wie üblich ein 0:2 gegen den Wirtschaftskanton ZH,.. ein nutzloses aber immerhin nicht zerstörerisches 1:1, oder wenn's für die Josice zu Bern was abzuzocken gibt, ev. gar mal ein 2:0 pro Kanton ZH!
      Des Weiteren, wo der Linksfilz aus Weltoffendowntown-Tsüri und Bünzli-Winti/Uster, oft dank dubiosen ""Briefstimmen"" für die Standes-Stimme entscheidend sind, auch da:
      lieber ein nutzloses 1:1 als 0:1!

      13
      1
  • Urszh sagt:

    Gut gebrüllt, Herr Hildbrand! Wir nennen sie Cüpli-Sozis. Mein Zürich wird gerade von Ihnen überschwemmt.

    187
    0
    • Heinz Maier sagt:

      Was heißt denn Cüpli ? Bitte mal übersetzen. Danke. Heißt das Champagner-Sozis? In Deutschland finden wir das besonders bei den 68er. Beliebt ist der Werdegang von der kommunistischen Studentenvereinigung, über das Studium ,zur eigenen Kanzlei, Praxis, zum politischen Amt etc., dann Altbauvilla und finanzielle Förderung der Antifa-Kinder.

      32
      0
  • Bischi49 sagt:

    Mein Fazit aus diesem erhellenden Bericht aus einem linken Wohlfühl- und Cüplisaufmilieu: Die fühlen sich selber einfach noch nicht wirklich reich. Sie sind nach wie vor neidgetrieben, wie das Sozis oft sind. Oder sie haben bereits ein schlechtes Gewissen und unterstützen die Sozis quasi als Ablasshandel. Na wie auch immer, es scheint halt doch so zu sein, dass Geld nicht wirklich glücklich macht.

    163
    1
    • Elba sagt:

      Das ist ja das Skurrile. Ich kenne selbst Cüplisozis, die erstaunlicherweise ständig giftige Neidkommentare gegen Leute absondern, von denen sie genau wissen, dass diese weniger als sie verdienen, obwohl sie sehr viel mehr arbeiten.

      96
      0
  • Edmo sagt:

    Das ist das schlimmste Übel der überrissenen Managerlöhne. Die Leute müssen für viel Geld nur sehr wenig Leistung bringen. Das Geld hat für sie keinen grossen Wert, weil es viel zu leicht verdient ist. Deshalb können sie sich diese abartige Dekadenz leisten. Damit lässt sich auch erklären, weshalb so viele Unternehmen immer lauter den Zeitgeist propagieren und es als wichtiger erachten, die Welt und das Klima zu retten, als ordentliche Gewinne zu erwirtschaften.

    163
    0
  • Rolf Bolliger sagt:

    Laut dem ausführlichen Bericht von René Hildbrand gibt es also in den linken Städten nicht nur jene Bewohner, die in den sozialen Hängematten liegen und vom Geld der "anderen" ein arbeitsloses Leben führen. Da gibt es tatsächlich reiche "Oberschichten" mit einem Jahreseinkommen von 350000.- Fr. , die sich mit einer Unterstützung links/grüner Geldumverteilungs-Initiativen von den "bösen, konservativen Rechten" abwenden wollen! Ich denke, es ist nur eine keine Minderheit, diese Unehrlichen!

    90
    15
    • Dan Bersier sagt:

      Das ist nicht eine kleine Minderheit in Zürich - Es sind wirklich viele!

      In der Stadt gibt‘s Zehntausende hochbezahlte Stellen im Öffentlichen Sektor, bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern etc. Ein 5-stelliger Monatslohn ist in Zürich darum nichts ausserordentliches.

      Unglaublich wie viele Transparente mit linken Abstimmungsparolen vor Abstimmungen auf den Balkonen in meinem Quartier zu sehen sind - in den teursten Neubausiedlungen wohlverstanden!

      So geht Cüpli-Sozislismus in Zürich.

      41
      0
  • BeatGeneration sagt:

    Marxisten sind halt selten Arbeiter und viel öfter Studierte.

    200
    0
    • Stefan Mueller sagt:

      Marx war ein ekelerregender widerlicher Schmarotzer, zu dessen Finanzierung sein Spezi Engels, Vaters Firma bestahl und betrog!
      Als windiger Linksversiffter und Volksverhetzer ist der das perfekte Idol für all die Linkschaoten...speziell für die all die schmierigen CH-Einschleicher-Secondos wie Wermut Badran Trede Molina Arschlan Fucinelle und Krawall-Chaoten-Gewürgsafter, die dem marodierenden Volksgenossen-Idioten...logo auch ohne je selber Arbeit kennen gelernt zu haben,..stramm nach(g)eifern

      163
      8

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.