11. Januar 2021
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Pierre Heumann

Lückenlose Gesundheitsdaten aller Bürger: Israels Impfwunder kommt nicht von ungefähr

Die Welt staunt: Das kleine Israel ist eine grosse Impfnation.

Mehr als 1.7 Millionen Israeli haben bereits die erste Pfizer-Dosis erhalten, das sind fast 20 Prozent der Bevölkerung. Drei von vier Bürgern, die über 60 Jahre alt sind, werden bis Ende Januar zwei Mal geimpft sein. Danach ist der Rest der Bevölkerung an der Reihe. Ende März könnte Herdenimmunität Realität werden, falls das bisherige Tempo von 150000 Spritzen pro Tag aufrecht erhalten wird. Und danach sieht es derzeit aus.

Das Impfwunder kommt nicht von ungefähr. Premier Benjamin Netanjahu bestellte bei Moderna bereits im Juni – zu einem Zeitpunkt, als die Wirksamkeit des Impfstoffes noch nicht feststand und alle anderen abwarteten. Im November wurde er auch mit Pfizer und AstraZeneca handelseinig. Er zahlte den drei Pharmafirmen stolze Preise, die rund doppelt so hoch sind als andere Nationen hinblättern.

Doch das ist nicht ausschlaggebend für Israels Spitzenplatz in der globalen Impfstatistik. Entscheidend ist vielmehr die lückenlose und digitale Erfassung der Gesundheitsdaten von allen Einwohnern. In Israel hat man schon lange vor der Covid19-Krise die Wichtigkeit einer umfassenden digitalen Transformation des Gesundheitswesens begriffen. Das sicher dem Land jetzt einen Vorsprung.

Es verfügt über einen Datenschatz, den es in anonymisierter Form an die New Yorker Biotech-Firma überweisen kann. Das ist Teil des Deals. Die Big-Data-Infos sind für Pfizer mehrere Milliarden wert. Damit können die Pharmaforscher die Effizienz des Impfstoffs analysieren und ihn verbessern. Was letztlich allen zugute kommen wird.

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