13. August 2021
Matthias Rüb

Mädchen unerwünscht: Der Preis für das Recht auf Abtreibung ist der massenhafte pränatale Femizid

Im Juni vor 50 Jahren erschien das Hamburger Magazin Stern mit dem legendären Titel «Ich habe abgetrieben».

Das öffentliche Bekenntnis bekannter Schauspielerinnen und Publizistinnen gilt als Meilenstein auf dem Weg zur faktischen Legalisierung der Abtreibung in der Bundesrepublik.

Der damalige Schlachtruf «Mein Bauch gehört mir!» suggeriert, beim Schwangerschaftsabbruch handele es sich um einen Akt der feministischen Selbstermächtigung.

Dass dabei werdendes Leben ausgelöscht wird – gleichviel ob man dieses als Geschenk Gottes oder als Emanation Gaias betrachtet –, bleibt ausgeblendet.

In der Anfang August im British Medical Journal - Global Health erschienenen Studie «Projecting sex imbalances at birth» zeigt ein fünfköpfiges Forscherteam auf Grundlage der Auswertung von rund 3,3 Milliarden Geburten in 204 Ländern, dass weltweit immer mehr männliche Babys geboren werden.

Die Forscher projizieren, dass bis 2100 jährlich zwischen 5,7 und 22,1 Millionen weniger Mädchen als Jungen auf die Welt kommen.

Weil die Pränatal-Diagnostik die immer frühzeitigere Geschlechtsbestimmung des werdenden Lebens erlaubt, werden unerwünschte weibliche Föten immer öfter abgetrieben – vor allem in Asien und Afrika, aber auch in Südosteuropa.

Das Recht auf Abtreibung wird weithin als historische Errungenschaft im Kampf für die Gleichberechtigung der Frau betrachtet.

Der Preis dieses Fortschritts ist der massenhafte pränatale Femizid.

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23 Kommentare zu “Mädchen unerwünscht: Der Preis für das Recht auf Abtreibung ist der massenhafte pränatale Femizid”

  • Peter Rossa sagt:

    diese serienweise Tötung von ungeborenen künftigen Frauen stört auch Frau Hegglin- Spiess und andere einschlägige AktivistInnen keineswegs, sie kassiert stattdessen lieber Bundesgelder für ihre "Hilfe"-Hotline für "belästigte" Frauen nach dem Motto "wer will noch mal, wer hat noch nicht ?"

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  • peterlinz sagt:

    In Afrika gibt es im Jahre 2050 etwa 2,6 Milliarden Menschen, wenn keine Familienplanung betrieben wird. Sollte eine Familienplanung eingeführt werden, was angesichts der Klimaveränderung unvermeidlich ist, vermute ich, dass der Knabenüberschuss aufgrund der Macho-Kultur ins Unendliche wachsen wird; das wäre ein beängstigendes Zukunfsszenario, auch für Europa. Jetzt schon flüchten vorwiegend junge Männer.

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    • Melanie sagt:

      Irgendwann läuft es ja dann aber auch wieder ins Umgekehrte = es wird einen Frauenmangel geben und deshalb eine viel kleinere Geburtenrate! Weil die verbleibenden, relativ wenigen Frauen ja maximal "nur" 1 Kind pro Jahr gebären können.

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  • Max Casalegno sagt:

    Das Dogma, nur Frauen sein für Kindererziehung geeignet, nur Frauen würden Kinder lieben, entpuppt sich als falsch, wenn man so wie ich 2 Jahre in Marokko unterm Volk gelebt hat. Dort bekommen alleinerziehende Frauen so gut wie nie Geld vom Kindesvater. Welch ein Zufall, dass die Krankenhäuser täglich am Morgen Säuglinge vor der Tür vorfinden, oder? So sehr lieben diese Mütter ihre Kinder. Man muss mit Dogmen mächtig aufräumen.

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    • olive sagt:

      Dieses Dogma existiert doch nicht ( mehr) Aber wenn Sie näher anschauen, wie es zu diesen vielen Schwangerschaften kommt in Afrika (Männer weigern sich, Kondome zu benutzen, unterstützen die Mutter nicht , wie Sie selber sagen, ja, was sollen dann diese zum Teil blutjungen Frauen tun? Wenn eine Frau ganz ohne irgendeine Sicherheit in der Schwangerschaft allein gelassen wird und später mit den kleinen Kindern, achja, wenn sie nur genügend Mutterleibe aufbringen würde gell..

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  • Max Casalegno sagt:

    Aber: kaum hatte die Kindermutter uns alle im Stich gelassen, begannen KESB, Beistand und lokale Politik den Krieg gegen mich. "Die Kinder gehören zur Mutter oder in eine Pflegefamilie", heißt das pseudo- religiöse Dogma. Acht Jahre als Alleinerziehender, kann ich mich nur über eins beklagen: Die Kinderklaubehörden. Bisher habe ich alle Kämpfe überstanden, meine Kinder hat man mir nicht genommen. Über meine Leiche! Im wahrsten Sinne des Wortes!

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  • Realistin sagt:

    Dieselben Leute, die finden, dass ein ungeborenes Baby kein Recht auf Leben hat und die Mutter dies als Teil ihres Körpers betrachten darf und deshalb darüber verfügen kann, wie sie will, inklusive, es zu ermorden, dieselben Leute also sprechen mir das Recht auf meinen Körper ab und betrachten meinen Körper als ihr Eigentum, in den man Beliebiges hineinspritzen darf.
    Aber wundert sich noch jemand über diese bei allen Themen vorherrschende Pseudomoral, die je nach Thema das Gegenteil ok findet?

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  • florisuti sagt:

    Der Artikel vermischt Themen, welche man separieren müsste, z.B
    1) Abtreibung legal unter gewissen Umständen vs. totales Verbot
    2) kulturell bedingte Minderwertig der Frau
    3) Grenzen der feministischen Selbstbestimmung
    4) Leben um jeden Preis (religiöses Motiviert) vs. pragmatische darwinistische Betrachtung
    5) Zahlen in historischem Kontext betrachten

    Wenn jemand kategorisch gegen Abtreibung ist, hört die Diskussion bereits auf. Die Vermischung dieser Themen führt zu keiner neuen Erkenntnis.

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  • Tresch sagt:

    Ich weiss aus erster Hand, einer MPA bei einem Frauenarzt, dass ein grosser Teil der Abtreibungen in der Schweiz, weibliche Föten der einschlägigen Klientel betreffen. Die Behauptung dass die Frau ansonsten von Ihrem Mann misshandelt wird, reicht auch für das psychiatrische Gutachten, welches ja vom Gesetz her nötig ist.

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  • minibixi2008 sagt:

    Man kann für oder gegen die Abtreibung sein, aber bei vielen Machthabern wäre eine Abtreibung für alle das beste gewesen.

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  • Ba We sagt:

    Stimme Ihnen zu. Irgendwie muss die Menschheit ja ausgelöscht werden. Was die Impfung nicht schafft, schaffen die Abtreibungen. Wobei der Impfstoff ja erwiesenermassen auf Basis lebender fötaler Zellen hergestellt wird, soviel ist bereits bekannt. Also hier findet ein Abtreibungstrend aus rein wirtschaftlichen Gründen statt.

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  • Der Michel sagt:

    Und in Deutschland wollen die ach so sozialen, menschenfreundlichen, lebensbejahenden und guten Parteien Linke, Grüne, SPD den §218 streichen - was de facto der Möglichkeit die Tür öffnet, auch *im neunten Monat* noch abtreiben zu können. Ich bin ein ums andere Mal fassungslos - ein Gewöhnungseffekt an all diesen Irrsinn setzt bislang zumindest noch nicht ein.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Wenn man überlegt, welches Menschen-, Gesellschaftsbild und Demokratieverständnis sich hinter diesen Zahlen versteckt, und wenn man gleichzeitig darüber nachdenkt, dass unsere politisch korrekten Gutmenschen diesen Männerüberschuss danach nach Europa und Nordamerika einlädt und Willkommen heisst, kann man nur noch: kot...

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  • Max Casalegno sagt:

    Etwas, worüber nie geredet wird: Und die Rechte des Vaters? Wie ist es, wenn die Mutter das Kind nicht will, aber der Vater es will und bereit ist, es als Alleinerziehender rund um die Uhr zu betreuen? Das 9-monatige Wohnen in einem Bauch ist nicht das Hauptthema, sondern das Kind und beide (angeblich "gleichberechtigte") Eltern. So gleichberechtigt, dass der Mann nichts zu sagen hat. Das werdende Baby erst recht gar nicht, es wird so behandelt, als ob es ein Besitztum der Mutter wäre.

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    • Melanie sagt:

      Guter Einwand. Aber eben, Frauen haben halt das unumstössliche Schwangerschafts-Austrage-Monopol. Und wenn man eine gegen ihren Willen zwingt, auszutragen und zu gebären, wird es auch schwierig. Sie verkommt dann nämlich zu einer "Gebärmaschine", und das arme Ungeborene, dass da drin 9 Monate mit aller auf es losgelassenen Bitternis und Negativität ausharren müsste, wäre auch nicht zu beneiden.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Machen wir uns nichts vor

    Dies ist nur eine Facette des bevorstehenden Homozids; eine andere Facette sieht so aus:

    https://kenfm.de/die-impfung-ein-geplanter-homozid-von-ruediger-lenz/

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  • Manuela1973 sagt:

    Alternativ würde dann eben die Geburt abgewartet werden und plötzlich wäre die Säuglingssterblichkeit bei Mädchen überdurchschnittlich.
    Es ist naiv zu glauben, dass sich bei einem Abtreibungsverbot irgendwas ändert.
    Losgelöst davon, dass die hier thematisierten nicht automatisch legal sein müssen.

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    • Max Casalegno sagt:

      Ich bin ein von meiner lieblichen Mutter ungewolltes Kind. Ich kann sagen, dass ich deswegen lange mehr unglücklich als glücklich war. Es ist deshalb nicht falsch, wenn man eine ungewollte Schwangerschaft abbrechen darf. Der Punkt ist: das Baby hat ZWEI Eltern. Wenn die Mutter die Schwangerschaft nicht will aber der Väter wohl und bereit ist, das Kind alleine zu erziehen, müsste eine Abtreibung verboten sein. Die Feministen betrachten das Fötus als eine Wäre, die ihr Eigentum sei. Widerlich.

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    • florisuti sagt:

      Das Thema Abtreibung ist, wie Religion, Klima und Corona, nicht rational zu führen. Den Artikel finde ich sehr indifferenziert für die Weltwoche. Unsinnige Klimaprojektionen werden zurecht in der Luft zerrissen, hier sind Projektionen ungefragt ok. Aber da der Misstand existiert, sind Zahlen nicht sehr relevant. Auch korrekt ist, das Mädchen/Babies in gewissen Kulturkreisen um den Globus verstreut nach der Geburt getötet oder vernachlässigt werden - auch vor der Möglichkeit der Abtreibung.

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    • Max Casalegno sagt:

      In der Praxis lassen sich unzählige Frauen in Europa schwängern, ertragen den Mann für wenige Jahre, dann leben sie von seinen Alimenten und holen sich einen jungen Liebhaber. Der Ex kann seine Kinder kaum sehen. Ich habe 3 Kinder mit einer Marokkanerin, die mit Sicherheit die Kinder bei mir gelassen hätte, gemacht. So ist es auch gewesen. Bis auf 2 Jahre teilweise (!) Sozialhilfe habe ich mit Freude und Liebe für meine Kinder alles alleine gemeistert. Feminismus-Wahn umgangen.

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