22. März 2021
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Beat Gygi

Menschenrecht auf E-Auto-Steckdose: Wie das CO2-Gesetz zur Kostenorgie wird

Forderung der Umwelt-Lobby: Jedermann soll sein Elektro-Auto an die Buchse stecken können. Die NZZ am Sonntag bringt dies unter dem Titel «Recht auf Laden».

Genau so funktioniert die Energiewende. Bundesrätin Simonetta Sommarugas Aussage, das CO2-Gesetz werde eine Familie höchstens 100 Franken pro Jahr kosten, ist haltlos. Die Kosten sind nach oben offen, unkontrollierbar.

Erstens wird der Wegfall von Kernenergie und Versorgungssicherheit gewaltige Investitionen in neue Energieproduktion nötig machen. Solar- und Windenergie sind so flatterhaft unzuverlässig, dass wohl Erdgas hinzukommen muss.

Zweitens sind die Stromnetze viel zu schwach, um die Elektrifizierungs-Versprechen gerecht zu werden. Der Ausbau vervielfacht die Kosten.

Drittens wird das Volk auf Anspruchs-Mentalität statt Selbermachen getrimmt. Das CO2-Gesetz stellt einen Subventionstopf ins Zentrum, der signalisiert den Leuten: «Schaut, wie ihr vom Staat möglichst viel kriegen könnt!»

Klar, dass jetzt die Forderung nach «Recht auf Laden», kommt, her mit der Steckdose! Bald wird es heissen: «Recht auf erschwinglichen Strom» und «Recht auf E-Mobilität für alle».

Bezahlen tut es dann doch das Volk, aber das sagt man vor der Abstimmung nicht so.

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28 Kommentare zu “Menschenrecht auf E-Auto-Steckdose: Wie das CO2-Gesetz zur Kostenorgie wird”

  • Keller Hans Rudolf sagt:

    Heute bezahlen die Autofahrer auch einen stolzen Betrag von rund 5 Mrd Mineralölsteuern. Da stellt sich auch die Frage, wie es mit der Belastung der E-Autos steht?... Ebenso bezahlt auch die öffentliche Hand aus Steuergelder öfters die Strom-Tankstellen. Die Benzin-Dieseltankstellen sind privat organisiert. Da kommt einiges aus dem Lot. Aber niemand spricht darüber, Wieso ????

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  • D. Keller sagt:

    Wenn man einen Backofen und Herplatten zuhause in der Küche hat, ist das "Menschenrecht für E-Auto Steckdose" schon umgesetzt. Denn von der Leistung her entspricht dies einer Wallbox mit 11 kw Leistung. D.h. die Infrastruktur ist bereits vorhanden, es braucht keinen Ausbau des Stromnetzes. Was es braucht ist Lastmanagment, so wie seit Jahrzehnten bei Elektroboilern Fernschaltung. Oder man betreibt Lastmanagment mit neuen günstigen Ladetarifen in den Nachstunden, wenn das Netz unternutzt(!) ist.

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    • juege sagt:

      Ich empfehle Ihnen eine Grundkurs in Naturwissenschaften. Wenn wir 4 neue KKW haben und die alten ersetzt sind, können wir allenfalls auf ihren Vorschlag zurückkommen.

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      • D. Keller sagt:

        Sie verw.Leistung (kW) und Menge (kWh). Mein Post bezieht sich auf die Leistung. Sämtliche EFH und jede WHG ist auf mind. 11 kW Leistung ausgelegt, ansonsten könnten Sie nicht mal Backofen und Herdplatte gleichzeitig nutzen. Mit denselben 11 kW Leistung können Sie locker ein E-Auto zuhause laden. Aber Sie können nicht gleichzeitig laden, kochen, Elektroboiler, Staubsauger, Fön und Heizlüfter betreiben. Das regelt dann eben Lastmanagment. Für die Menge (kwh) brauchts ergänzend Gaskraftwerke.

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        • phoenix91 sagt:

          Ihre Fehlüberlegung ist, dass der Kochherd, der Backofen nur Minuten oder +/-eine Stunde betrieben wird. Ein Lastmanagement ist so möglich.
          Wenn aber ein Ladevorgang betrieben wird, dauert er bis zu 15 Stunden und das gleichzeitig bei allen Autos im Quartier. Keine Chance bei der aktuellen Infrastruktur!

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        • UrsD sagt:

          ... was ebenfalls den CO2-Austoss steigern wird, weil damit die Energie 3x statt nur 1x transformiert werden muss, bis sie als Bewegungsenergie beim Auto ankommt und so entsprechend hohe Verluste verursacht. Mehr sparsame Benziner, weniger E-Autos und dafür keine Gaskraftwerke würde in der Bilanz den CO2-Ausstoss reduzieren, aber die Frage ist natürlich, ob's dem Klima ein Jota helfen würde.

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    • Juerg Schneeberger sagt:

      Zitat: „Es braucht keinen Ausbau des Stromnetzes“
      Die 3 Ph Leitung vom Hausanschlusskasten fliegt von selbst in die Garage, nicht wahr!
      Übrigens:
      Eine PV-Anlage auf dem Dach 12 kWp = 27‘000 Fr., eine Wallbox mit 3Ph Zuleitungen ab Hausanschlusskasten 6 - 7’000 Fr., Mehrkosten für ein E-Fahrzeug zw. 10 und 20‘000 Fr. Wärmepumpe Luft/Wasser 42‘0000 Fr.
      Alleine der Kostenaufwand für diese Ausrüstung summiert sich gegen 100‘000 Fr./Haus!
      Ist doch nix, kann sich doch jeder leisten, nicht wahr?

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      • D. Keller sagt:

        Sie brauchen eigentlich nicht mal eine Wallbox zuhause. Mit einer (geprüften) Wechselstromdose 11 kW sind Sie schon sehr gut dabei.
        Wieso können Sie Backofen und Herdplatten zuhause betreiben (max. 11 kW) aber kein E-Auto zuhause (max. 11 kW) laden. In der Schweiz haben Sie Hausanschlüsse (EFH) von 40 Ampère was 27.6 kW Leistung entspricht. Erst über 27.6 kW haut es Ihnen die Sicherung raus. Wie gesagt ein E-Auto laden Sie zuhause maximal mit 11 kW.

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        • benpal sagt:

          Wie Sie mit einer Haushaltsteckdose auf 11 kW kommen erschliesst sich mir nicht. An einem 16 A Schaltkreis stehen 3.7 kW zur Verfügung. Sie werden wohl kaum mehrere Schaltkreise parallel schalten wollen. Die Hauptsicherung des Haushalts dürfte bei 40 A bereits abschalten.
          Bei einer Kapazität von 50 kWh (46 kWh nutzbar) beträgt die Ladezeit ca.30 h. Damit kommt man bei einem Verbrauch von 24 kWh/100 km etwa 180 km weit. Daten eines Opel Mokka-e.

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        • phoenix91 sagt:

          40 Ampère, dass ich nicht lache. Nicht einmal 15 Ampère sind die Norm.

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      • D. Keller sagt:

        Fortsetzung:
        Für E-Auto Strom brauchen Sie keine PV Anlage, gibts ganz normal vom lokalen EW ab 15 Rp/kwh.
        Übrigens bin ich GEGEN das CO2 Gesetz, aber für E-Auto (BEV), WP und ergänzend Gaskraftwerke.
        Am E-Auto gibts kein Vorbeikommen, die Effizienz, schadstofffreier Betrieb usw. lassen Verbrenner weit hinter sich.
        Und ja, die E-Autos sind noch etwas zu teuer bei Anschafffung, insbesondere bei Wenig- und Durchschnittsfahrern. Das bessert sich von Jahr zu Jahr.

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      • juege sagt:

        Was wollen Sie mit kWp anfangen? Das ist ein reiner Bauernfängerwert der Solarlobby. Es handelt sich um die theoretische installierte Leistung.
        Das ist der gleiche Schwindel, wie die 2000 Watt Gesellschaft.
        Nutzbar sind lediglich kWh (genannt Arbeit) und dieser Wert wird immer unterschlagen, da wahrscheinlich höchstens etwa 20 % der real installierten Leistung (60%) resultieren.

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        • Juerg Schneeberger sagt:

          Werter juege:
          Über die Nennleistung (kWp) definiert sich der Erstellungspreis einer Anlage.
          Es ist ergo eine Massangabe welche Ihnen aussagt, was die Anlage bei einer bestimmten Grössendefinition der Peakleistung, Fläche und Unterkonstruktion kosten wird.
          Welchen Ertrag in kWh oder übers ganze Jahr in mWh eine Anlage erbringt, hängt dann von vielen Faktoren wie, z.B Sonnenekliptik, Art der Panels, Neigungswinkel der Panels, Verschmutzung, Verschattung usw. ab.

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      • UrsD sagt:

        Wenn Sie sich eine PV-Anlage anschaffen und statt ein E-Auto einen sparsamen Benziner kaufen, generieren Sie sogar weniger CO2, weil weniger Strom in einem Kohlekraftwerk produziert werden muss, bzw. eines weniger gebaut wird oder sogar vom Netz genommen werden kann. Bei der Umwandlung von Energie geht sehr viel davon verloren. Vom Kohlekraftwerk bis zur Bewegungsenergie des Autos wird 4x umgewandelt (Wärme-> Bewegung -> Strom -> Bewegung, + noch Übertragungsverluste) beim Benzinmotor nur 1x.

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    • benpal sagt:

      Wie komme bringe ich den Strom von meiner Küche im 2.Stock zum Gemeinschaftsparkplatz der Siedlung, der sich auf der anderen Seite des Hauses in 20 Meter Entfernung befindet?

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  • Bischi49 sagt:

    Das CO2-Gesetz verschärft die Fehlleistungen der Energiestrategie 2050 massiv und implementiert Staatsdirigismus, den anerkannten Innovationskiller. Die zuverlässige Technik der Elektrizitätsversorgung soll also mit unzuverlässigen flatterhaften Lösungen ersetzt werden, die quantitativ nur bei Schönreden das erforderliche Niveau erreichen, und das CO2-Gesetz erhöht gleichzeitig die Elektrizitätsnachfrage? Wie tiefgläubig muss man sein um solchen Widersprüchlichkeiten auf den Leim zu gehen?

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  • UrsD sagt:

    Grundsätzlich finde ich E-Autos eine gute Sache, insbesonders weil sie keinen Lärm generieren. N.B. an Herrn Köppel: Ich verstehe nicht, dass Sie jeden Frühling kräftig Werbung für Vehikel mit Lärmgeneratoren machen :-(.
    Was "weniger CO2" betrifft - ob's dem Klima hilft sei mal dahingestellt - geht jedenfalls "der Schuss nach hinten raus". Mit jedem E- und erst recht jedem H-Auto bleiben Kohlekraftwerke länger am Stromnetz und produzieren so pro E-Auto mehr CO2 als es ein sparsamer Benziner tut!

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    • Bischi49 sagt:

      Ein Denkfehler ist, dass E-Autos keinen Lärm generieren. Ab etwa 30 km/h überwiegt das Rollgeräusch den Motorenlärm. Bekanntlich können auch Teslas nicht schweben.

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      • UrsD sagt:

        Das stimmt, keinen Lärm ist etwas übertrieben, aber verglichen mit dem was frisierte Töffli, schwere Motoräder und Ferraries, Audis, Porsches, Lamborghinis , etc. und all die vielen selbstgebastelten, billigen Generikas mutwillig an Lärm herauslassen (natürlich nicht auf dem Strassenverkehrsamt) übertrifft ein E-Auto um zig Dezibels. Bei solchen Vehikeln ist der Motorenlärm bei jeder Geschwind. höher als das Rollgeräusch, speziell dann wenn es noch mit entsprechender Fahrweise unterstützt wird.

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        • UrsD sagt:

          Hm, da wundere ich mich schon ein wenig, wenn es 5 Stimmen gibt, die ein simples Faktum ablehnen ... oder sind es einfach Lärmfreaks, die nicht begreifen, dass die Freiheit dort aufhört, wo sie die Freiheit anderer massiv einschränkt?

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  • Werner sagt:

    Was uns erwartet, muss nur nach Deutschland schauen. Die Bürger haben dort wegen der "Energiewende" schon heute die höchsten Strompreise Europas, obwohl von dieser Wende bisher fast nichts umgesetzt ist. Noch sind Kohlekraftwerke am Netz und D bezieht schon heute Elektrizität aus den Oststaaten. Und damit die CO2-Bilanz nicht so schlecht aussieht, kauft D auch sauberen Strom aus Norwegen - freilich nur auf dem Papier bzw an de Börse. Zwischen den beiden Ländern gibt es gar keine Stromleitung.

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    • Kurt Mueller sagt:

      Stimmt nicht ganz mit "keiner Stromleitung".
      Im März 2021 (also jetzt) soll die Stromleitung NordLink zwischen Deutschland und Norwegen kommerziell in Betrieb gehen mit einer Leistung von ca. 1.4 GigaWatt.
      Eines der Ziele ist, dass man "überschüssigen" Flatterstrom in Norwegens Speicher zwischenparken kann.
      Es gibt noch ein ähnliches Kabel zwischen Norwegen und den Niederlanden.

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  • steinlin sagt:

    Wie soll eine Sommeruga rechnen können, sie hat keine Kinder, ein respektables Einkommen usw.
    Diese Fr. 100.-- pro Jahr sind ein Scherz, eigentlich bin ich froh darüber, dass sie solchen Mist verbreitet, in der Hoffnung, dass diese blödsinnige Initiative dann bachab geht.

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    • juege sagt:

      Leider spricht das Timing gegen die Vernunft. Die Folgen des Lockdown machen sich erst nach der Abstimmung bemerkbar, wenn alle ausgesteuert sind und die Steuern massiv steigen. Die wohlstandsverblödete Bevölkerung glaubt ja immer noch, dass wir ein reiches Land seien.

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  • Edmo sagt:

    Sommaruga ist Sozialistin und die Vergangneheit zeigt, dass Sozialisten nicht rechnen können. Aber berechnend sind sie, das können sie gut. Das CO2-Gesetz ist eine Katastrophe und der Preis für diesen Mist verspricht Armut. Die Forderung der Umweltlobby nach E-Auto-Steckdosen für alle, will uns weismachen, die Lobby wolle uns weiterhin fahren lassen. Das trifft natürlich nicht zu. Sie wollen mit den Subventionen grüne Projekte finanzieren. Am Ende kommt dann aber kein Strom aus den Buchsen.

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    • Bischi49 sagt:

      Sozialisten können schon rechnen, nur können sie noch besser lügen, darin eingeschlossen sich selbst belügen. Was ihrer Ideologie und ihren Wunschträumen entgegenläuft wird geflissentlich ausgeblendet bzw. mit verschleiernden Zahlenspielen weggerechnet, frei nach dem immerwährenden Grundsatz: Zerstört mir bitte meine Vorurteile nicht mit Tatsachen.

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  • T sagt:

    Ich frage mich sowieso, wie beschränkt naiv man sein muss, um solchen Mumpitz der Regierung zu glauben? Gezieltes Weglassen von Informationen ist der Lüge gleichzusetzen.

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