01. April 2021
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Beat Gygi

Milliarden-Verluste bei der Credit Suisse – wen kümmerts? Die Bank wird von einem Kuschel-Verwaltungsrat geführt

Die Credit Suisse hat wieder fahrlässig Geld vergeben und wohl gegen 7 Milliarden Franken verloren. Da sind Spielernaturen am Werk.

Was sagt der Verwaltungsrat, der die Manager überwachen muss?

Er macht auf Kuscheln.

Im Vergütungsbericht 2020 lobt er den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken, Reputationsrisiken, Klimarisiken. An alles gedacht, gibt Bonus!

Blöd nur, dass das Hauptrisiko vernachlässigt wurde: Kreditausfall.

Wer ist denn jetzt verantwortlich für den Schaden von 7 Milliarden?

Kann man nicht wirklich sagen. Man hat ja schliesslich all die Corporate-Governance-Regeln so eingerichtet, dass man der Verantwortung ausweichen kann.

Trick 1: Viele Ziele. Man schaut nicht nur Gewinn oder Verlust an, sondern auch Umweltschutz und Soziales, Diversität, Inklusion, Nachhaltigkeits-Krimskrams. Vernebeln.

Trick 2: Viele Gremien. Für jedes Problem gibt es einen Verwaltungsratsausschuss: für Risiken, Überwachung, Personalsuche. Man ist immer nur für ein Detailproblem verantwortlich. Und im Gremium auch nie ganz.

Trick 3: Verwaltungsräte von der Firma abhängig machen. Wer pro Jahr für ein paar Sitzungen 350.000 Franken oder mehr Nebenverdienst erhält, wird nicht so rasch das Spiel verderben.

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8 Kommentare zu “Milliarden-Verluste bei der Credit Suisse – wen kümmerts? Die Bank wird von einem Kuschel-Verwaltungsrat geführt”

  • J. Lee sagt:

    Mit den Verwaltungsräten verhält es sich folgendermassen:
    Wenn es der Firma gut geht, braucht man sie nicht.
    Und wenn es der Firma schlecht geht, kann man sie nicht gebrauchen.

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  • Santenbergler sagt:

    "Kuschel-Verwaltungsrat" ist eine gefährliche Verniedlichung, welche von diesen Marionetten gar als Kompliment aufgefasst werden könnte.

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  • Buecherwurm sagt:

    Warum hat sich von den Bankern eigentlich niemand gefragt: "Warum machen wir das Geschäft nicht selber, wir sind ja schliesslich eine Bank!" Als man der Greensill Bank Geld geliehen hat?

    Wahrscheinlich waren Fachleute der Meinung, das sei kein Geschäft oder zu risikoreich, was die Greensill Bank da macht. Aber denen Geld dafür leihen: IMMER !

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  • steinlin sagt:

    Dafür hat der Verwaltungsrat-Präsident Rohner für 2020 4,7 Mio. bekommen bzw. bekommt noch.

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  • hape sagt:

    Abgesehen von der Person am Schalter und jenen, die beim Arbeiten noch dreckige Hände bekommen, gilt für die Krawattenträger: Banker = mafiöser Verbrecher!

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  • Edmo sagt:

    Bei der Konzernverantwortungsintiative hat das Volk dank der Stände gerade noch einmal die Kurve gekriegt. Doch jetzt sind vor allem die Banken und Versicherungen dabei, eine massiv erweiterte KVI bei sich selbst und ihren Kunden durchzusetzen. Die NGO-Mafia dürfte weit mächtiger sein als man sich in den schlimmsten Albträumen vorstellt. Dazu gesellt sich die Verdummung der jungen Manager, die an den Hochschulen den ganzen dekadenten Mist eingetrichtert bekommen.

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