08. Oktober 2021
Rolf Hürzeler

Mit dem Briten Abdulrazak Gurnah hat einer den Literatur-Nobelpreis gewonnen, der perfekt ins Beute-Schema dieser Jury passt

«Die Deutschen haben so viele Menschen getötet, dass das Land mit Schädeln und Knochen übersät ist; die Erde trieft von Blut.»

Das ist ein Satz aus dem letzten Roman des britischen Schriftstellers Abdulrazak Gurnah «Afterlives».

Er schildert nicht etwa das schreckliche Wüten der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg, sondern schreibt über die deutsche Ostafrika-Kolonie.

Das Buch passt in die Liste seiner bisherigen Werke – sie drehen sich allesamt um den Kolonialismus und um dessen Greuel-Taten.

Gurnahs Veröffentlichungen entsprechen damit genau der Vorstellungswelt des Literaturnobelpreis-Komitees.

Es richtet sich bei der Vergabe der Auszeichnung nicht nur, aber sehr häufig nach den Vorgaben politischer Korrektheit.

Wer sich für LGTB einsetzt wie die Preisträgerin von 2018, die Polin Olga Tokarczuk, oder eben gegen den Kolonialismus wie Gurnah, ist im Vorteil.

Alfred Nobel verfügte einst in seinen berühmten Worten, dass der Preis an denjenigen geht, «der in der Literatur das Herausragendste in idealistischer Richtung produziert hat».

Abdulrazak Gurnah ist ein bescheidener Mensch und wird diesen Anspruch kaum für sich erheben.

330 2

4 Kommentare zu “Mit dem Briten Abdulrazak Gurnah hat einer den Literatur-Nobelpreis gewonnen, der perfekt ins Beute-Schema dieser Jury passt”

  • holsderkuckuk sagt:

    Der Nobelpreis wird missbraucht, bedenken sie, Präsident Obama bekam den Preis als Vorschus und dann konnte er mit guten Gewissen wöchentlich eine Liste, auf der die zu liquidierenden Personenaufgelistet waren, unterschreiben.

    28
    1
  • Petersen sagt:

    Das Buch "Afterlives" habe ich mir auch gleich heruntergeladen und fand diese Sätze des britischen Staatsbürgers Gurnah (- der 1967 vor dem Terror in seinem "befreiten" Heimatland nach England geflohen war).

    Die Menschen in dem Buch, Afrikaner wie Inder und die Hauptfigut, ein (1900) junger Mann mit indisch-stämmigen Vater und afrikanischer Mutter sind freudlos. Neben der Lebensgeschichte sind die Metzeleien der deustchen "schutztruppe" wie Etiketten eingefügt.

    25
    1
  • Edmo sagt:

    Der Friedens-Nobelpreis ist schon sehr lange sehr politisch. Unzählige Massenmörder, Kriegstreiber und Terroristen wurden damit schon beglückt. Doch es wird immer extremer. Selbst der Physik-Nobelpreis ist ab sofort nur noch ein politischer Preis. Er ging heuer an einen Klima-Modellierer. Für jeden ordentlichen Physiker eine Lachnummer. Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Gurnah kann daher absolut nicht verwundern.

    133
    1
  • Baerle sagt:

    Ich hätte gerne auch mal einen solchen Preis - für den schönsten, abenteuerlichsten Liebesroman. 🐻

    72
    1

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.