06. April 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Ab ins nächste Fettnäpfchen – Cassis nimmt zu offiziellen Gesprächen im Irak seine Gattin Paola mit

Vielleicht haben Sie es auch gehört: Aussenminister Ignazio Cassis pilgerte über die Osterfeiertage in den Irak.

Ein weltbewegendes Ereignis war das nicht. Sozusagen als Fazit dieser Reise erfuhr man, dass der Aussenminister die Wiedereröffnung der Botschaft in Bagdad plant.

Mehr zu reden gab etwas anderes: So besuchte er unter anderem Kardinal Louis Raphaël I. Sako, Patriarch von Babylon und Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche. Bei ihrem Gespräch ging es um den interreligiösen Dialog und die Situation der Minderheiten in der Region.

Auch die Gattin des Aussenministers, Paola Cassis, nahm an diesem Treffen teil, wie aus einem Twitter-Video hervorgeht.

Was hat die Frau des EDA-Chefs bei offiziellen Gesprächen verloren?  Sie ist weder ein gewähltes Mitglied des Parlamentes noch in irgendeiner diplomatischen oder beratenden Funktion tätig.

Solche Auftritte von Bundesrats-Gattinnen sieht man in Bern auch nicht gerne; die strikte Trennung von Privatem und Politik ist eine heilige Tradition in der Landesregierung. Bei gewissen Empfängen verlangt zwar das Protokoll die Anwesenheit der Partnerin, eine zu starke Präsenz ist trotzdem nicht erwünscht.

Das bekam schon Cassis Vorgänger Didier Burkhalter (FDP) zu spüren. Er liess sich bei seinen Reisen häufig von Ehefrau Friedrun begleiten. Prompt kam Kritik auf, weil sie dabei manchmal forsch ins Rampenlicht drängte.

Aber nicht einmal Burkhalter hätte es gewagt wie jetzt Cassis, seine Frau an Gesprächen teilnehmen zu lassen.

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4 Kommentare zu “Ab ins nächste Fettnäpfchen – Cassis nimmt zu offiziellen Gesprächen im Irak seine Gattin Paola mit”

  • Guy Tiger sagt:

    Vielleicht ist es ja die Gattin, die den Gripps mit sich herum trägt. Ehrlich gesagt, es spielt so keine Rolle mit wem Cassis noch wohin geht. Er hat fertig.

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  • gian sagt:

    Neues vom freundlichen Bergdoktor aus Montagnola und wir haben eine Schattenaussenministerin.
    Freisinnige Familienreisen ins Morgenland haben ihre Tü¨cken. Siehe Maudets Ausflug nach Abu Dhabi.
    Statt im Nahen Osten für einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat zu werben, würde Cassis besser in Brüssel auf den Tisch klopfen und die Interessen der Schweiz vertreten.

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  • swisskritiker sagt:

    Erwartet man etwas Neues von unserer Regierung ????
    Swisskritiker

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  • ulrich vogt sagt:

    Warum nicht die Frau mitnehmen? Sie ist seine engste Beraterin, im Flieger war noch ein freier Platz, und im Basar kann man schön shoppen - ohne Maske! Und für die Gleichstellung gibt das enorm Aufschwung. Also, sehr geehrter Herr Mosser, warum so förmlich? Als Walliser wissen Sie ja genau, das es am schönsten ist, wenn man aus der Reihe tanzen kann aber dennoch den Geldsegen der Üsserschwyz geniessen kann. So long, nüt für unguet.

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