21. Juni 2021
Thomas Renggli

Nati-Trainer Vladimir Petkovic bettelt um Anerkennung, die Mannschaft gewinnt gegen die Türkei – und bleibt eine Baustelle

Vladimir Petkovic hat alles richtig gemacht – für den Moment: Er schenkte vor dem abschliessenden Gruppenspiel an der Euro gegen die Türkei seinen Sorgenkindern Seferovic und Shaqiri das Vertrauen und durfte mitansehen, wie die beiden mit wuchtigen Schüssen ihr Team früh von existenziellen Sorgen entledigten.

Doch ist dieser Sieg mehr als ein Ereignis, das die Sinne vernebelt – und von den Problemen ablenkt?

Nein.

Die Nationalmannschaft bleibt eine Baustelle. Das zeigt nicht zuletzt die irritierende Kommunikation.

Am Vortag hatte Petkovic in einem offenen Brief um Goodwill, Solidarität und Respekt für seine Spieler gefleht: «Fussballspieler und Trainer haben Gefühle, Sorgen, Ängste und Freuden wie alle anderen. Wir sind genauso verletzlich.»

Der Trainer nimmt für seine unverstandenen Fussballer in Anspruch, dass Haarfarbe und Automarke Privatsache (und Menschenrecht) sind.

Damit hat er Recht. Was er aber vergisst: Es geht nicht um einen Lamborghini oder um wasserstoffblonde Strähnen; es geht um Einstellung, Demut und Respekt – wie bei jedem Arbeitnehmer, Amateurkicker und F-Junior des SC Bümpliz. Und daran kann auch ein Sieg gegen die Türkei nichts ändern.

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11 Kommentare zu “Nati-Trainer Vladimir Petkovic bettelt um Anerkennung, die Mannschaft gewinnt gegen die Türkei – und bleibt eine Baustelle”

  • Stefan Mueller sagt:

    Nun sind die ballschiebenden Hydranten mit Fehlpassorgien, wieder absolut grossartige Bünzlistars!
    Böse Zungen behauten die Türken hätten um ihren Trainer los zu werden, mit Absicht nicht getroffen...und die Bünzli-CH-Internationalmannschaft....mit 1 oder 2 Goals im Rückstand....

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  • gian sagt:

    "Liebe Schweizer..."
    Petkovic, geboren in der Sozialistisch Föderativen Republik Jugoslawien, entdeckt das hehre Vaterland.
    Einmal mehr: Als Coach kein Kracher, aber immer gut für einen Lacher. Passiert, wenn ein Coiffeur und Tankwart die
    Öffentlichkeitsarbeit übernehmen.
    Beim Modus (nicht weiterkommen, fast unmöglich) werden sie sich wohl in die nächste Runde mogeln.
    Dann gilt aber definitiv: Betet, freie Schweizer, betet! Kniend oder stehend.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Was bringt uns Einheimischen denn eine solche Nati, selbst wenn sie nur gewinnen würde? Für die meisten Spieler ist die Schweiz nicht wirklich Heimat, sondern nur Sprungbrett aus der Migrationsherkunft ihrer Eltern. Sie sind nicht mit dem Herz dabei. Wir dagegen identifizieren uns zum Grossteil nicht mit diesen Spielern, deren Namen wir nie richtig ausprechen, geschweige denn schreiben können. Nur SP-Sommaruga & Co. freuts: Ihr feuchter Traum von einer "urbaneren" Schweiz ist Realität geworden.

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  • Mueller sagt:

    Durch den Sieg gegen die schwachen Türken hat sich der Nati-Trainer etwas Ruhe verschafft! Aber er muss nach der EM so oder so ersetzt werden durch einen Coach der Deutsch beherrscht, der mitreisst und seinen Hymnenverweigerern das Singen befiehlt! Es ist eine Sauerei wie Xhaka als Captain der Truppe während der Nationalhymne mit zusammengekniffenen Lippen dasteht!

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  • Realo100 sagt:

    Wenn die Leistungen des Teams stimmen, dann sind Haarfarbe, Lambos etc Nebensache. Aber bitte zuerst etwas leisten….nicht warten, bis der Druck der Bevölkerung und der Medien ins Unermessliche steigt. Dass sie etwas zustande bringen, haben sie gestern bewiesen, also: weiter so!

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