26. Januar 2021
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Neue Studie über die Verluste des Skitourismus wegen Corona. Holen sich die Kantone jetzt das Tafelsilber der Nationalbank?

Die Denkwerkstatt Wirtschaftsforum Graubünden hat hochgerechnet, welche Verluste im Jahre 2021 auf Bündner Hotellerie und Bergbahnen zukommen. Im Vergleich mit dem Normaljahr 1991 rechnet man in der Studie mit einem Umsatzrückgang von zirka 550 Millionen Franken oder 24 Prozent. Beim EBITDA, dem Gewinn vor Zinsen, Steuern Abschreibungen usw. geht man sogar von über 50 Prozent Einbussen (190 Millionen) aus.

Im Worst-Case-Szenario, also wenn die Skigebiete im Februar schliessen müssen, hat das Wirtschaftsforum einen Umsatzrückgang von fast 35 Prozent oder von über 770 Millionen Franken sowie einen Einbruch beim EBITDA von fast 80 Prozent errechnet. Und das ist nur die Situation im Graubünden. Im Wallis und anderen Skigebieten dürfte sich die Lage in etwa gleich präsentieren.

Deshalb drängen die Wintersportregionen jetzt auf eine Änderung bei der Härtefallverordnung. Als Zulassungskriterium soll nicht bloss der Umsatz massgebend sein, sondern auch das EBITDA.

Linke Kreise im Oberwallis wollen dagegen an das Tafelsilber der Nationalbank. Sie soll ihre Ausschüttungen an die Kantone von 4 auf 12 Milliarden Franken erhöhen – um damit die Löcher in den Kassen von Hotellerie und Bergbahnen zu stopfen.

Bereits wird versucht dafür eine Allianz zu schmieden, aus Vertretern des Berggebietes, SP, Grünen und Grünliberalen. Es wäre die Reaktivierung der Alpen-Opec, die immer dann erfolgreich funktionierte, wenn es im Parlament um energiepolitische Fragen ging. Beim Griff nach den Nationalbank Milliarden, dürfte es etwas schwieriger werden, zumal die parteipolitischen und ideologischen Gräben etwas tiefer sind.

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