18. Februar 2021
Henryk M. Broder

Die deutschen Kirchen rufen zum siebenwöchigen «Klimafasten» auf. Weniger Sex und weniger heizen, lautet die Losung

Gestern, am Aschermittwoch, haben die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland, die zusammen etwa 52 Prozent der Bevölkerung vertreten, zum «Klimafasten» aufgerufen. Genau genommen müsste es zum «Fasten für das Klima» heissen oder «Fasten gegen den Klimawandel», aber die Gläubigen beider Konfessionen wissen auch so, was von ihnen erwartet wird.

Sieben Wochen lang sollen sie «anders einkaufen», «anders unterwegs sein» und «weniger Energie» verbrauchen, und so «einen Beitrag zum Klimaschutz und der Bewahrung der Schöpfung leisten».

Der Aufruf reflektiert die in Deutschland weit verbreitete Überzeugung, dass es beim weltweiten Klimaschutz entscheidend auf den deutschen Beitrag ankommt, mag er auch quantitativ minimal sein.

Worauf es ankommt, ist: ein Vorbild für andere Völker zu sein, die noch nicht so weit sind. «Anders einkaufen» bedeutet Rhabarber statt Rucola, «anders unterwegs sein» Velo statt Auto fahren, «weniger Energie verbrauchen» sparsam heizen und/oder auf Sex verzichten.

Dann könnte es allerdings mit der Bewahrung der Schöpfung ein wenig schwierig werden, es sei denn, man hat vorgesorgt und im Karneval das Nötige geleistet. Natürlich privat, öffentlich war dieses Jahr nicht nur in Kirchen tote Hose.

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13 Kommentare zu “Die deutschen Kirchen rufen zum siebenwöchigen «Klimafasten» auf. Weniger Sex und weniger heizen, lautet die Losung”

  • danke sagt:

    Frage: Gibt es beim Klimaschutz auch so etwas, wie klimaneutral?
    Nur so mal angenommen, ich verzichte auf Sex. Darf ich dann mehr Auto fahren? Oder weniger Auto fahren und dafür die Rhabarber als Sexspielzeug verwenden?
    Und wie ist es mit meinen häufigen Blähungen. Soll ich die Gase gleich abfackeln oder doch besser Alles unterdrücken? Sex, Autofahren, Essen und Trinke

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  • gaero007 sagt:

    Na ja fie Kirchen sind ja ein Auslaufmodell und die Verluste A.C. (After Corona ) werden kaum wett zu machen sein.
    Ich musste studieren warum kein Sex dem Klima förderlich sein soll. Dann kam ich auf die Lösung, nahe am Orgasmus atme ich zu viel und mein CO2 Ausstoss ist zu hoch. Ich habs verstanden Danke.
    Sagt mal wie verblödet ist eigentlich das Volk heut zu Tage?

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  • Bruno Bettoli sagt:

    Da weit über 50% der Bevölkerung in urbanen (städtischen) Gebieten wohnen, ist der Bezug zur Natur völlig verloren gegangen und der studierte «Forschernachwuchs» aus den gleichen Regionen kann mit der Befeuerung eines lebensfremden Klimawandels dauernd Hysterien, vor allem auf der «Glaubensschiene», auslösen.

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  • ursula schmeling sagt:

    Lieber Herr Broder, lieber Herr Köppel
    ob Aufruf zum Klimafasten oder vorbildhaften Lockdownregeln, der Leitstern ist immer "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen". Als deutsch-Schweizer Doppelbürger überkommt mich ein Kotzen. Noch mehr muss es Tiroler und Tschechen würgen.

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  • Be_Frank sagt:

    Laut Römer Kapitel 1 führt die Verehrung des Geschaffenen (Klimaschutz, Kükenschutz, etc. aber natürlich bei voller Zustimmung zur Abtreibung) zur Verwirrung des Sinnes und des Verstandes. Wir können auch hier sehen, dass die Bibel recht hat. Ich rate jedem Römer Kapitel 1 vollständig zu lesen. Das trifft auch auf die sogenannten christlichen Kirchen zu.

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  • herbert sagt:

    Wenn fasten sicher helfen würde: Dann nichts wie los!! Vielleicht wäre es sinnvoller, für das Klima zu fasten. Oder vielleicht, erst mal für den Anfang, für ein schöneres Wetter. In Süddeutschland. Noch einfacher: Lediglich bei mir in Süd-Ost-Niederbayern. Für das sonntägliche Frühstück bei 22 Grad auf dem Balkon. Dazu regelmäßige moderate Regenzeiten im Mai für unsere Landwirte (und den eigenen Garten); möglichst nach Mitternacht und vor dem Sonnenaufgang.

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  • Emil Perret sagt:

    Die Kirchen segnen auch Kanonen damit diese besser treffen!
    Sie springen auf jeden Zug auf immer dem Trent nach.

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  • Bischi49 sagt:

    Die Kirchen haben schon immer gerne jene Askese gepredigt, auf die viele dickwanstige Prälaten ganz im asketischen Sinn verzichteten. Nur mit dem Sexverzicht fürs Klima ist das halt so eine Sache. Die Überbevölkerung, wenn die These von CO2 und Klimawandel so stimmt, ist wesentlich dafür mitverantwortlich, aber wird schon lange nicht mehr in Europa produziert. Eine Art Deindustrialisierung, wenn man so will. Und zu was sonst soll denn Sex, ganz nach kirchlicher Lehre, sonst noch gut sein?

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  • Haemmi sagt:

    Grundsätzlich wäre noch interessant, wie die 52% auf der Zeitachse aussehen, waren es noch 70% (oder 40%) vor zehn Jahren? Nebst dem vermuteten Bevölkerungszuwachs (und damit auch nicht-evangelischen/katholischen Kirchenangehörigen), stelle ich eine stärkere Politisierung der Kirchen (in der Schweiz z.B. KOVI) fest. Wäre interessant, ob die Kirchenaustritte nicht eher befeuert werden durch solche Einmischungen (nebst den rein steuerlichen Anreizen).

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  • Edmo sagt:

    Wenn die Völker transformiert werden sollen, um der neuen Weltordnung mit strenger Öko-Diktatur zu huldigen, will die Kirche natürlich auch ihren Beitrag leisten. Leute unterdrücken, manipulieren, verängstigen und ihnen jede Freiheit und das Geld rauben, waren schon immer Kernkompetenzen des Klerus. Warum sollte das heute anders sein? Insbesondere, wenn diesen Kirchen trotz Aufklärung noch immer 52% der Bevölkerung als folgsame Schafe geistlos hinterher trotten.

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  • T sagt:

    Lieber Herr Broder.
    Danke, dass Sie immer wieder auf die linke Verwahrlosung des Verstandes hinweisen. Auch in der Schweiz stellt sich die Frage, was los in unserem Land ist? Die Internationalen Sozialisten haben mit dem CO2 geschickt ein Instrument installiert, um den Menschen die Überwindung des Kapitalismus aufzuzwingen. Die Political Correctnes diet dabei als wirksames Zensurinstrument. Zwei Generationen sind mit den Marsch durch die Institutionen verloren gegangen.

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