27. Januar 2021
Christoph Mörgeli

Nicht die Trödel-Kantone sind das Problem, sondern die Impf-Jufler

Die Menschen sind sich selber am nächsten. In Seuchenzeiten kommt der hemmungslose Egoismus der Individuen besonders drastisch zum Ausdruck. Ungern erinnern wir uns an die letztjährige Hamsterei von Toilettenpapier. Der weltweite Wettlauf um Covid-Impfstoffe ist in vollem Gang.

Da auch Regierungsräte Menschen sind, möchten auch sie möglichst viele Impfungen für ihre Kantone zusammenraffen. Um sie rasch und in grosser Zahl zu verimpfen. Und sich dann die medial verteilten Geschwindigkeitsmedaillen umzuhängen zu lassen.

Doch die «Trödel-Kantone» haben nur zu einem geringen Teil wirklich getrödelt. Sie haben vielmehr die zwingend notwendige Zweitimpfung vorreserviert und Lieferengpässe in ihrer Planung berücksichtigt. Während ein «Impf-Jufli» wie Lukas Engelberger in Basel-Stadt spritzte, was das Zeug hielt. Dank seiner guten Beziehungen ins BAG hofft er jetzt, seine Bestände für die zweite Runde wieder irgendwie auffüllen zu können.

Wenn das Bundesamt für Gesundheit jetzt von den viel gescholtenen «Trödel-Kantonen» verlangt, sie möchten gefälligst solidarisch zugunsten der viel gerühmten «Impf-Jufli» auf Impfstoff verzichten, strapazieren sie die freundeidgenössische Gesinnung.

226 6

2 Kommentare zu “Nicht die Trödel-Kantone sind das Problem, sondern die Impf-Jufler”

  • Huelftenschanz sagt:

    RR L. Engelberger strapaziert den Föderalismus aufs Extremste, dabei ist er doch für die nächsten 4 Jahre gewählt! Bei den nächsten Wahlen zählt die nicht mehr. Also bitte den Föderalismus hoch halten Herr Engelberger!

    0
    0
  • Bischi49 sagt:

    Dieses ganze Getue um die Impfzahlen ist ein ziemlich unwürdiges Schauspiel. Es beleuchtet, wieweit die medial geschürte Panikmache schon fortgeschritten ist, und macht moralisch-ethische Defizite von Leuten sichtbar, denen das Rampenlicht näher liegt als der Dienst an der Sache. Kommt mir ein bisschen vor wie bei den Hunden. Wer am meisten Strassenpfähle markiert ist Sieger.

    0
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.