20. August 2021
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Matthias Rüb

Nicht mit den Nachbarn sprechen und nur der Regierung glauben: Im Kampf gegen das Virus wird Neuseeland zur Dystopie

Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hat wieder einmal einen Lockdown über Neuseeland verhängt.

Grund: Am Dienstag war in Auckland im Norden eine Corona-Infektion festgestellt worden, die erste seit Ende Februar. Erwartungsgemäss war es die Delta-Variante. Inzwischen gibt es rund zwei Dutzend Fälle.

Dafür müssen gut fünf Millionen Neuseeländer drei oder gleich sieben Tage daheim bleiben. Büros, Restaurants, Schulen und alle Geschäfte ausser Supermärkten sind geschlossen. Es besteht Maskenpflicht, dazu ein Abstandsgebot von zwei Metern.

Ardern nannte die Delta-Variante einen «gefährlichen Feind», den man nur durch strengste Selbstisolation besiegen könne: «Sprechen Sie nicht mit Ihren Nachbarn!»

Seit März 2020 ist Neuseeland faktisch von der Aussenwelt abgeschottet. Ardern und ihre Labour-Regierung hängen der Utopie von einem virusfreien Inselleben im Südpazifik nach. Auf dem Weg dorthin ist Neuseeland zur Huxleyschen Dystopie geworden.

Denkwürdig sind Arderns Worte vom 19. März 2020, als sie Berichte in den sozialen Medien über einen bevorstehenden Lockdown als «Verschwörungstheorien» abtat: «Wir werden Sie täglich aktuell informieren. Sie können uns als Informationsquelle vertrauen. Glauben Sie nichts anderes. Wir werden weiterhin Ihre einzige Quelle der Wahrheit sein.»

Zwei Tage später verhängte Ardern den ersten nationalen Lockdown, der am 25. März in Kraft trat. Der zweite Lockdown kam im August. Bei den Wahlen im Oktober errang die linke Labour-Partei einen Erdrutschsieg, Ardern wurde triumphal wiedergewählt. Schöne neue Welt Neuseeland.

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12 Kommentare zu “Nicht mit den Nachbarn sprechen und nur der Regierung glauben: Im Kampf gegen das Virus wird Neuseeland zur Dystopie”

  • Alpenfurz sagt:

    4 der 5 Eyes von diesem Geheimdiensnetzwerk sind der Covid Tyrannei verfallen. NZ, AU, CA, UK. Zum Glück haben die USA eine Verfassung, die den Namen verdient.

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  • HSE1966 sagt:

    Der Versuch Covid aussen vor zu lassen ist schlussendlich spektakulär gescheitert. Die Bevölkerung von NZ wird wirklich für ziemlich dumm verkauft im Moment. Warnungen gab's genug, dass dies auch hier passieren wird. Die Ardern Administration hats ganz einfach verschlafen und ein ach so grosser Teil der Bevölkerung läuft weiterhin wie Schafe hinterher ohne auch nur einmal kritische Fragen zu stellen.

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  • gaero007 sagt:

    Die Politik Covid auszuschließen funktioniert nicht. Sie werden sich mit der Deltavariante durchseuchen müssen wie alle andern auch. Wie viele Boote sind wir seit einem Jahr in Fiji und kommen nicht weiter. NZ gewährt Visas an Segler die vorab 50’000 NZD (32’000 CHF) an Bestellungen platzieren-reine Erpressung. Die von NZ abhängigen Staaten im Südpazifik wie Cook Islands, Tonga, Vanuatu und Solomon getrauen sich nicht einer anderen Politik zu folgen.

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    • gaero007 sagt:

      Fiji ist das einzige Land auf der Welt das für Einreise per Flugzeug und per Schiff einen Unterschied macht. Der Blue Lane Process erlaubt die Einreise per Schiff wobei die Reisezeit als Quarantänezeit gilt und auf 14 Tage auf dem eigenen Schiff komplettiert wird. Eine sichere Lösung für alle. Es ist zu hoffen dass in NZ Covid breitflächig ausbricht um Herdenimmunität und ein zurück zu einem normalen Leben zu ermöglichen was auf die Nachbarstaaten ausstrahlt.

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  • Der Michel sagt:

    Ich hatte bislang geglaubt, Neuseeland beherberge 5 Mio Menschen und 60 Mio Schafe. Anscheinend gibt's dort aber deutlich mehr intellektuelle Paarhufer... wobei ich mit dieser Aussage den tierischen Mitbewohnern vermutlich unrecht tue.

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  • Hegar sagt:

    Wenn die Neuseeländer stramm hinter ihrer Quasseltante hinterherwatscheln wollen, bitte schön.
    Ich kann mir jedoch beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Maori (Ureinwohner) da ungeschminkt mitmachen.
    Denn: Rugby spielen mit Maskenpflicht fällt schon beim Haka-Tanz durch.

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  • Rote Pille sagt:

    Was soll man noch sagen, Linke lieben es, Menschen kontrollieren und einschränken zu können. Das China-Virus scheint genau das zu provozieren, für was es entwickelt worden ist.

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  • Bischi49 sagt:

    Die Aussage jeder Politikerin, jedes Politikers und jeder Regierung: „Glauben sie nur uns“, ist der sicherste Indikator für Lüge und Manipulation. Nicht nur in Neuseeland, und auch in der abgewandelten Form: „Sie können mir glauben“!

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  • Heidi sagt:

    PS. Die Aussage "Wir werden Sie täglich aktuell informieren. Sie können uns als Informationsquelle vertrauen. Glauben Sie nichts anderes. Wir werden weiterhin Ihre einzige Quelle der Wahrheit sein." kommt mir bekannt vor. Glauben Sie Berset, Staatsmedien, Task Force, wir sind die einzig wahre Informationsquelle, heisst es ja auch bei uns. Kritische Stimmen werden auch bei uns diffamiert, totgeschwiegen, entlassen, mit Berufsverbot belegt und gesellschaftlich ausgegrenzt.

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    • Der Michel sagt:

      ... und genauso in Deutschland. Beim Lesen von Arderns Worten hatte ich ein déjà vu. Auch hier exakt das Gleiche im Frühjahr 2020: Lockdowns seien üble Verschwörungstheorien, die die "Rechten" verbreiten würden, um die FDGO zu destabilisieren und die Gesellschaft zu spalten - hieß es, bevor keine zwei Wochen später der erste Lockdown verhängt wurde.

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  • Heidi sagt:

    Ich hoffe, unseren Stimmbürgern gehen die Augen noch vor den nächsten Wahlen auf. Es gibt ja unterdessen bei uns ebenfalls etliche "Volksvertreter", die Impfzwang, Lockdown und totalitäre Überwachung super finden. Dies notabene um eine "Pandemie" zu beenden, die de facto keine ist!

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  • Putin sagt:

    Jedes Volk verdient den Präsidenten den sie waehlen duerfen. Neuseeland kann ohne Kontakt mit der übrigen Welt überleben, es gibt alles notwendige auf den Inseln und im Meer . Zu Viele Einwohner haben sie auch schon!

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