23. August 2021
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Rolf Hürzeler

Britische Gewerkschaften planen wieder einmal einen Streik. Diesmal gegen die Labour Party. Boris Johnson muss keine Opposition fürchten

An die 90 von rund 400 Vollzeit-Stellen muss die Labour Party streichen – aus finanzieller Not.

Parteichef Keir Starmer spricht zwar wie jeder gewiefte Unternehmer beschwichtigend von «notwendiger Reorganisation», wie die BBC auf ihrer Website schreibt. Aber Entlassungen «auf dem Buckel der arbeitenden Klasse» sind unumgänglich, wie die Gewerkschaften jeweils zu sagen pflegen.

Sie lassen sich Entlassungen prinzipiell nicht gefallen – also wird dieser Tage über einen Streik gegen die «Profitoptimierer» in den eigenen Reihen abgestimmt.

Was wie eine Posse tönt, hat einen politischen Hintergrund: Labour-Leader Keir Starmer hat die Mitgliedschaft von linken Aktivisten sistiert.

Er provozierte damit einen Exodus von Parteimitgliedern und trug zum Loch in der Kasse selbst bei.

So gesehen ist die Streikdrohung als Revanche der Linken gegen die Partei-Zentristen zu sehen.

Wer immer die Auseinandersetzung gewinnt, die Regierung Johnson kann sich gewiss sein, eine schlagkräftige parlamentarische Opposition muss sie auf absehbare Zeit nicht befürchten.

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1 Kommentar zu “Britische Gewerkschaften planen wieder einmal einen Streik. Diesmal gegen die Labour Party. Boris Johnson muss keine Opposition fürchten”

  • Rolf Bolliger sagt:

    Im Grunde genommen geht es den linken englischen Gewerkschaften bei diesem Streik gar nicht um die 90 verlorenen Vollzeitstellen, sondern um Boris Johnson! Der amtierende CEO im "House of Parlament" gilt seit seiner Wahl als *englischer Blocher" (ihr Feindbild Nummer eins!) Es ist in Westeuropa überall festzustellen: Wer die "Regenbogen-Fahnen" nicht aufhängt und der moderne linke Zeitgeist nicht mitmacht, wird zum Feindbild! Die Medien dienen stets als "Wasserträger" dieser Hass-Gruppen!

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