02. Juli 2021
Thomas Renggli

Noch hat die Nati an der EM erst ein Gschichtli geschrieben. Im Viertelfinal gegen Spanien ist Geschichte möglich. Schweizer Vorteil: Kapitän Xhaka ist gesperrt

«Wir haben Geschichte geschrieben», sagte Granit Xhaka nach dem Sieg gegen Weltmeister Frankreich.

Beim genaueren Betrachten ist es aber erst ein Geschichtli, das die Schweiz an der Euro geschrieben hat.

Was es braucht, um sporthistorische Spuren zu hinterlassen, zeigten etwa die Dänen, als sie 1992 direkt aus den Ferien bis zum Titel stürmten und die Legende vom «Danish Dynamite» prägten.

Oder 2004 das griechische Team, das mit dem deutschen Trainer Otto Rehhagel den Defensivbeton anrichtete und in Portugal den Gastgeber gleich zweimal besiegte: im ersten und im letzten Spiel.

Von solchen Heldentaten sind die Schweizer noch drei Erfolge entfernt.

Die vermutlich höchste Hürde wartet mit dem dreifachen Titelträger Spanien bereits heute in St. Petersburg.

Vermeintlich erschwerend kommt dazu, dass mit Granit Xhaka das Herz der Mannschaft gesperrt ist.

Schaut man sich die Entwicklung der Nati in den vergangenen drei Wochen genauer an, war ihre herausragende Qualität, dass sie immer eine Antwort fand – und dass Spieler die Verantwortung übernahmen, die kaum jemand auf der Rechnung hatte: Steven Zuber, Nico Elvedi oder Mario Gavranovic.

Mit Remo Freuler steht ein Mann bereit, der besser sein kann als Xhaka.

Deshalb ist der Ausfall des Kapitäns im Spiel der Spiele kein Fluch, sondern ein Segen.

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11 Kommentare zu “Noch hat die Nati an der EM erst ein Gschichtli geschrieben. Im Viertelfinal gegen Spanien ist Geschichte möglich. Schweizer Vorteil: Kapitän Xhaka ist gesperrt”

  • Pablo sagt:

    Ich bin auch ein Fussballfan.
    Aber in der Geschichtsschreibung haben Fussballresultate nichts zu suchen. Es ist eben nur ein Spiel mit einem Ball, bei dem die Spieler, im vergleich mit anderen Sportarten, masslos überbewertet und überbezahlt sind.

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  • Hans Peter sagt:

    Ein in ihrer Plumpheit zu durchsichtige "Analyse" eines weiteren profilierungssüchtigen "Experten", in diesem Falle von Bünzli Renggli.
    Xhaka mit seinen Ecken und Kanten + seinem Selbstbewusstsein und seiner Frechheit bringt, gerade als Kapitän, die unabdingbare Voraussetzung ins Team, auch Grösste zu schlagen, selbst wenn er wie heute nicht spielt.
    Auch als waschechter Schweizer fand ich schon den Doppeladler des Bünzlischrecks top. Xhaka, die Schweiz braucht Männer wie Dich! Hopp Schwiiz!!!

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  • Stefan Mueller sagt:

    Wohltuend die Renggli-Analyse zur Bünzli-Internationalmannschaft!
    Da diese Superstars ja immer so unterirdisch bällelend wenn's gegen Kleine geht (Lettland 1:0 etc); gegen Grosse mittlerweile gar Nordmazedonien in Merkelstan gewinnt...
    Lustig auch wie mittlerweile der Linksstaats-Müllstream versucht, einem das Ballgeschiebe der Blender-Schwätzer als gaaanz grosse Fussballkunst zu verkaufen...
    Und eben laut den Spezial-Experten sollten ja auch schon die Eishockey-Versager Weltmeister werden!!?!?

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  • jjg sagt:

    Nein, das sehe ich anders.

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    • Hans Peter sagt:

      Ausser, man gehört halt auch 2021 doch noch zu den Fremdenhassern, kann man es eigentlich, wie Sie, nur anders sehen.
      Angesichts dessen dürfte wohl auch Herr Xhaka, sofern er Rengglis Gefasel denn überhaupt zu lesen bekommt, dieses mit süffisantem Lächeln als das, was es an den Tag legt abtun: das Frustfoul eines Loosers 🙂

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  • Marcel Gonzalez sagt:

    Ein ähnliches Comeback eines Underdogs wie die CH gegen den WM ist in der Geschichte des Fussballs nur noch den den Deutschen gegen die Ungarn gelungen; 1954 beim Wunder von Bern... das ist doch mehr als ein Gschichtli und es verlieff dieses Mal wesentlich dramatischer..... es gab viele Zufalls-EM, die nie ihren Titel bestätigen konnten ; während sich die CHer seit Petkovic und Xhaka kontinuierlich steigern...

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    • Hans Peter sagt:

      Renggli zeigt sich mit seiner unterirdisch nachtretenden "Analyse" nicht nur als Repräsentant des kleinkarierten und missgünstigen Schweizers, sondern dazu auch noch als schlechter Verlierer.
      Dies mag auch erklären, warum er's, im Unterschied zum bedeutenden und die nationale Sportgeschichte mitschreibenden Schweizer Sportsmann Xhaka, nie weiter bringt als zum im schlechten Stil und bald schon in der Vergessenheit versunkenen Meckerer an der Seitenlinie. Hopp Schwiiz!!!

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      • gian sagt:

        "Schweizer" und "Sportsmann" im Zusammenhang mit Xhaka!
        Über seinen Schweizer Franken Patriotismus wollen wir keine Energie verschwenden.
        In Sachen Sportmanship: "Granit Xhaka fällt bei Arsenal immer wieder üblem Fan-Hass zum Opfer... 1374 Mal auf Twitter beleidigt." Gründe? Sir Bobby Charlton wurde nie Zielscheibe von Fan-Attacken. Wenn die Schweiz so viele Tor schiesst, wie Hans Peter Kommentare abliefert, dann hat steht sie mit einem Fuss im Halbfinale.

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