14. Juni 2021
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Marcel Odermatt

Obwohl die Agrar-Initiativen abgelehnt wurden, steht auch der Bauernverband als Verlierer da. Das ungeschickte Vorgehen beim CO2-Gesetz dürfte sich rächen

Die Liste der Verlierer bei der Abstimmung über das CO2-Gesetz ist lang: Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die Freisinnigen, die Klima-Experten, die Medien. Eine Gruppe sei hier speziell erwähnt, weil sie sich ganz besonders ungeschickt verhielt: Der Schweizer Bauernverband. Die obersten Landwirte des Landes unterstützen die neue Bestimmung.

Ihre Absicht war klar. Wir sagen Ja zur Vorlage, die vom Wirtschaftsverband Economiesuisse, FDP, Die Mitte befürwortet wird. Ihr helft uns dafür, die beiden Landwirtschafts-Initiativen zu bodigen. Die SVP, die sich wie keine andere Partei seit vielen Jahren für die Landwirtschaft stark macht, liess man im Regen stehen.

Jetzt steht der Bauernverband trotz seines Erfolges bei den Agrar-Volksbegehren ebenfalls als Verlierer da.

Er hat ein Gesetz unterstützt, das von der Landbevölkerung mehrheitlich abgelehnt wurde.

Bauernverbandspräsident Markus Ritter kommt aus dem Kanton St. Gallen. Dieser lehnte das CO2-Gesetz mit 110.686 gegen 83.092 ab! Was für eine Fehleinschätzung des obersten Bauern, der für Die-Mitte-Partei im Nationalrat sitzt.

Für Beobachter ist klar: Dieses Vorgehen des Bauernverbandes wird in den nächsten Jahren noch viel zu reden geben. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Retourkutsche folgen wird.

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9 Kommentare zu “Obwohl die Agrar-Initiativen abgelehnt wurden, steht auch der Bauernverband als Verlierer da. Das ungeschickte Vorgehen beim CO2-Gesetz dürfte sich rächen”

  • hape sagt:

    Der Bauernverband ist - mit Verlaub gesagt - dieselbe Sauzucht wie Economiesuisse.
    Mit dem Untersschied, dass unsere natur- und denkmalgeschützten Bauern, genährt vom staatlichen Tropf (Steuerzahler), in diesem Land machen können, was sie wollen.
    Und mit Ritter haben die (jeene, die neben dem Kassieren von Direktzahlungen auch noch arbeiten) Bauern einen Exponenten der übelsten Sorte.
    Mein Vorschlag: Studienabbrecher Glättli muss unbedingt ins Kader des Bauernevrbandes.

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    • traugi67 sagt:

      Schon ein bisschen happig wie Du mit den Bauern umspringst.
      1. Die Bauern haben die leidigen Direktzahlungen nicht gesucht, lieber wäre ihnen einigermassen vernünftige Preise.
      2. Die Preise wurden seit Einführung der Direktzahlungen z. B. bei Weizen von über Fr. 1.10 auf ca.
      50Rp. /kg gesenkt. Bei Zuckerrüben gar von Fr. 16 auf ca. Fr. 4.30 /100kg
      3.Sie können ihre Produktion nicht ins Ausland verlegen und müssen im teuren schweiz. Umfeld produzieren.
      4. Ein Betrieb ist heute ca. 40 ha statt 20

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  • DCH sagt:

    Ja, liebe Arbeitskollegen (Bauern). Etwas Demut wäre zwischendurch gefragt und angebracht. Frau Sommaruga hat das "Fuder" auch überladen und die Quittung dafür erhalten. Die, die das CO2 Gesetz verworfen haben, diese unterstützen eigentlich in der Regel unsere Interessen. Also denkt künftig daran!

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  • minibixi2008 sagt:

    Dieses Mal hat die Bauernschläue wohl versagt.
    Ein Eigentor möcht ich sagen, sonst nichts.

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  • Edmo sagt:

    Ja, der Bauernverband hat sich in Bezug auf das CO2-Gesetz mehr als dämlich benommen. Die Hoffnung der Bauern, auf ihren grossen Scheunendächern gewinnbringend hochgradig subventionierte Photovoltaik installieren und damit ordentlich Geld verdienen zu können, hat den Landwirten den Verstand geraubt. Sie haben sich damit auf das Niveau der Grünen begeben, die auch allesamt in den Startlöchern für den Run auf die neuen Subventionstöpfe standen.

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  • Wuschel10 sagt:

    Seit es die SVP gibt, bin ich ein treuer SVP Wähler und stimme meistens nach der Vorgabe der Partei. Unser Bauernvertreter und grüner Gutsverwalter (Staatsangestelter) im Nationalrat habe ich längst von der Liste gestrichen und kumuliert. Vermehrt werde ich dieses Vorgehen nicht nur bei den Bauern, sondern auch bei Regierungsräten, Nationalräten, etc. die den kämpferischen SVP'lern in den Rücken fallen tun.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Das sehe ich anders. Die Bauern sind sich die immer neuen politischen Auseinandersetzungen gewohnt. Sie wissen, dass Ritter taktiert hat. Sie werden ihm auf die Schultern klopfen für den Sieg gegen die Anti-Agrarinitiativen und danach in die Augen schuen und ihre Meinung für die Zukunft erklären. --- In der Landwirtschaftspolitik gilt mehr als irgendwo sonst "Nach der lertztenAbstimmung ist vor der nächsten Abstimmung".

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  • T sagt:

    Ich habe mir das Verhalten des Bauernverbandes gut gemerkt und werde mich zur gegebenen Zeit daran erinnern!

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