11. Juni 2021
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Florian Schwab

Ökonomin Monika Bütler hat Recht: Die AHV-Giesskanne für Frauen ist verschwenderisch und eine Beleidigung der Stimmbürgerinnen

Man kann kaum zusschauen, wie das Parlament Kraut und Rüben vermischt. Die Politiker meinen, die Akzeptanz für das Rentenalter 65 für Frauen zu erhöhen, indem sie Unsummen in höhere AHV-Renten für Frauen pumpen. Sechs Übergangsjahrgänge sollen jährlich vier Milliarden Franken erhalten. Über Jahrzehnte.

HSG-Ökonomin Monika Bütler legt in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger den Finger auf den wunden Punkt: «Der Renten­zuschlag für gut verdienende Frauen ist reine Geld­verschwendung.» Im Durchschnitt seien heute die AHV-Renten der weiblichen Bezüger nicht tiefer als jene der männlichen. 

Auch dem kampffeministischen Argument, die Frauen müssten via AHV für angebliche andere Nachteile entschädigt werden, erteilt sie eine Absage. Dann könnten Männer ja auf den Militärdienst verweisen oder darauf, dass sie es in der Schule schwerer haben: «Ich finde es nicht sinnvoll, wenn verschiedene Formen der Ungleichheit miteinander verknüpft werden.» 

Im weltweit praktizierten Breitensport, sich einer Opfergruppe anzuschliessen, um auf finanzielle Entschädigungen zu pochen, stossen solche Argumente sicher auf taube Ohren. Trotzdem hat Monika Bütler Recht.

Man könnte es auch so sagen: In seiner Geringschätzung der Intelligenz der Stimmbürgerinnen schickt sich das Parlament an, die finanzielle Zukunft der AHV auf dem Altar eines Opferkultes zu opfern.

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4 Kommentare zu “Ökonomin Monika Bütler hat Recht: Die AHV-Giesskanne für Frauen ist verschwenderisch und eine Beleidigung der Stimmbürgerinnen”

  • peterlinz sagt:

    Nicht alle wissen, wie die AHV im Umlageverfahren funktioniert. Die grossen Steuerzahler und vor allem Männer stocken die Pensionen der Frauen auf. Radio DRS interviewte den Arbeitgeberpräsidenten, der antwortete, dass es an der Zeit sei, das Pensionsalter für Mann und Frau gleichzusetzen. Einspruch der Moderatorin: Sollte man nicht viel lieber das Pensionsalter für Männer hinaufsetzen, denn die Frauen verdienten immer noch weniger. ...Ideologie pur ohne Bezug zur Realität.

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  • Heidi sagt:

    Ich kann nur zustimmen. Die Kampffeministinnen sollten bedenken, dass man sich nicht permanent als hilfsbedürftiges Opfer hinstellen kann und gleichzeitig als "Powerfrau" wahrgenommen wird. Hört endlich auf zu jammern, wehrt euch, wo es nötig ist, aber beginnt endlich zu akzeptieren, dass jeder erwachsene Mensch - Männer wie Frauen - sich immer wieder durchsetzen und auch Ungerechtigkeiten und Nachteile in Kauf nehmen muss. Dieses ewige Lamento nervt!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Die (längst überfällige) Anpassung des Rentenalters (Männer, Frauen und Geschlechtslose) zwingt den "Säckelmeister" des Bundes, jährlich (6 Uebergangsjahre) als Ausgleich 4 Milliarden (!) bereit zu stellen! Dass überhaupt solche Vorschläge von Volksvertreter(innen) gezimmert werden, zeigt, dass unsere Politiker völlig von der Realität weggeschwemmt sind! Geld verteilen scheint Alltag zu sein - unsere bewährten Werte nicht aufgeben hingegen, ist (ausser bei der SVP) nie ein Einsatz wert!

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  • VP-Falger sagt:

    AHV in der Sackgasse! Was mit dem Epidemiegesetz und anderen Schönredereien den Stimmbürgern vorgegauckelt wurde, hat der Bundesrat mit bisher nie dagewesenen COVID-Wirtschaft- und Gesellschaftzerstörungsmassnahmen getoppt. 3-Säulerprinzip mal anders: http://www.vorsorgepower.org/downloads/VP_Neues_3~Saeulenprinzip.pdf

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