13. August 2021
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Wolfgang Koydl

Oregon schafft Lesen, Schreiben und Rechnen als Voraussetzung für einen High-School-Abschluss ab – wegen Diskriminierung

«Gesäz tsumm Schuzz fon Loiten wo läsen und Schreibn kenen.»

So könnte – in deutscher Übertragung – einmal ein Gesetz des US-Staates Oregon lauten – zum Schutz der wenigen, die noch Lesen und Schreiben können.

Kürzlich trat im nassen Nordwesten der USA ein Gesetz in Kraft, das Lesen, Schreiben und Rechnen als Voraussetzung für einen High School-Abschluss abschafft. Er entspricht, mit Abstrichen, der Matura.

Die Begründung überrascht nicht: Solche Fähigkeiten seien eine «unfaire Herausforderung für Schüler, die bei Tests schlecht abschneiden» – gefolgt von einer Liste der üblichen Verdächtigen.

Zur Erinnerung: Oregon ist der Staat, der schon die «rassistische Mathematik» abschaffte.

Das mag komisch tönen. Doch es ist todernst.

Kambodschas Rote Khmer, Maos Rote Garden erschlugen «intellektuelle» Brillenträger. Für die Taliban heisst Bildung Koran-Studium.

Totalitäre Ideologien verabscheuen Bildung, weil ihnen gebildete Menschen gefährlich werden können.

Dass man in den USA denselben Weg einschlägt, ist schlimm. Die Frage ist nur: Aus Absicht – oder aus Dummheit?

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15 Kommentare zu “Oregon schafft Lesen, Schreiben und Rechnen als Voraussetzung für einen High-School-Abschluss ab – wegen Diskriminierung”

  • Buecherwurm sagt:

    Was sollen wir den mit all den "Gebildeten"?

    Es gibt keine Tante-Emma-Läden mehr, für deren Führung man eine Einzelhandelskaufmannslehre brauchte, das sind heute Regaleinräumer*innen bei LIDL, ALDI & Co.

    Die Hälfte aller deutschen, diplomierten Ingenieur*innen im erwerbsfähigen Alter war schon 2015 nicht mehr im Beruf tätig, sondern machte was Anderes, weil nicht gebraucht.

    Also gebt doch allen Kindern den Lutscher: "Matura" die Wirtschaft wird schon finden, was Sie braucht.

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  • Freigeist sagt:

    Die Biden Ära , eher Harris Ära - denn "der Präsident" ist nur eine senile Sprechpuppe, die Fäden zieht Harris - wird die USA insgesamt auf ein Niveau rückentwickeln, das ihre Stellung international auf die eines Entwicklungslandes drückt.

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  • Hegar sagt:

    Geschätzter Herr Koydl, waren Sie vor kurzem auf Besuch bei Frau Baerbock?
    Ihr Eröffnungssatz brachte mich spontan auf diese Idee.
    Nein, im Ernst:
    Die Volksverdummungs-Implantie à la Oregon, wenn dies Schule machen sollte, ja dann "entwickeln" wir uns zurück in Richtung "Primaten-Schule".

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  • peterlinz sagt:

    Es kann sich dabei nur um einen von linken Demokraten - sprich Sozialisten - gelenkten Staat handeln. Solcher Schwachsinn ist ja genau der Grund, warum Donald Trump gewählt wurde.

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  • Realistin sagt:

    Ja und? Das ist in der Schweiz doch schon seit Jahren so.
    Wer kann denn noch lesen, schreiben und rechnen, wenn er aus der Schule kommt? Vor allem, wer versteht noch den Inhalt, den er liest?
    Ganz abgesehen von sonstigem Wissen, das auf dem Null Stand ist.

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  • M sagt:

    Es sind gerade Lesen, Schreiben und die vier Grundrechenoperationen die sitzen müssen. Danach kann man die Kinder meinetwegen in Ruhe und diskret begleitet ihre eigenen Interessen und Talente ertasten lassen. Denn schon bald darauf droht die Pink Floyd Zeile:
    "All in all you're just another brick in the wall".

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  • DCH sagt:

    Das darf einem nicht verwundern. Amerika ist auf dem besten Weg noch dümmer zu werden. Dies ist an Dummheit fast nicht mehr zu überbieten, aber leider je länger desto realer. Man muss aber auch das "Gute" darin sehen. Wir, die noch eine Bildung haben, können daraus nur lernen und es sicher nicht so machen wie die Amis!

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    • Realistin sagt:

      Wir machen es schon lange so, wie die Amis erst beginnen.
      Was wollen Sie einer Klasse auch an Wissen und Können beibringen, die zu 100% aus Ausländerkindern besteht, die alle kein Deutsch können?

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    • Andreas sagt:

      In D vermute ich ebenfalls ähnliche Absichten.
      Ungebildete lassen sich leichter manipulieren.

      Auch diese Tendenz, bereits bei Schulanfängern mit PCs anzufangen, erzeugt nicht-denkende Kinder.

      (Prof. Spitzer, digitale Demenz)

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  • oazu sagt:

    Sind wir in Mitteleuropa nicht auch auf bestem Wege in diesen Abgrund? Kaum jemand der gut Rechnen kann in einer Schule, nochmehr an Gymnasien, geschweige denn in Physik oder Chemie gut ist, wird als "cool" angeschaut, ist vielmehr ein Streber, wegen dem/der sich die anderen benachteiligt fühlen und ihn/sie deswegen auf ganz anderen Ebene hänseln. Passiert bei denen die sich hervortun in allerlei Unzulänglichem der soften und kaum fassbaren Themen nie.

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  • Albert sagt:

    Ganz klar aus Dummheit - und zwar zu beiden Seiten; bei den Bevormundenden und den Bevormundeten. Denn geschähe dies aus Absicht, könnte man etwas dagegen unternehmen. Gegen Dummheit aber ist kein Kraut gewachsen. Es ist der Fluch des Guten, dass Wohlstand dekadent und damit dumm macht. Doch selbst Wohlstand lässt sich nicht absichtlich begrenzen, um die Dummheit nicht ausufern zu lassen; denn das würde ebenfalls als dumm wahrgenommen.

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    • Silvio Valentino sagt:

      Nein, Albert, nein. Ganz klar aus Absicht. Die Leute, die so etwas vorbereiten und beschliessen, sind ganz bestimmt nicht dumm. Das sehen Sie nur schon daran, dass deren Kinder private Schulen und Hochschulen besuchen, die einen ganz anderen Weg gehen.

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      • Albert sagt:

        Die eigenen Kinder elitäre Sonderwege beschreiten zu lassen, ist mit gravierenden Nachteilen verbunden (Sozialentwicklung, Menschlichkeit, die reale Welt erfahren, Sozialkompetenz und Resilienz entwickeln, etc.). Also nicht gerade das Intelligenteste, was man seinen Kindern angedeihen kann.

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  • baloiszydeco sagt:

    Kommentar an Freunde über diese Anordnung der Gouvernante und ihrer Regierung von Oregon:
    And their moral superiority arrogance is blinding them to realize how deeply racist and condescending their action and explanation are. - and making teachers obsolete.

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