12. Mai 2021
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Marcel Odermatt

Entlastet die Familien. Denn Paare mit Kindern leben gesünder und nehmen weniger Hilfe vom Staat in Anspruch als Alleinerziehende

Die Zahlen sind alarmierend. Ein-Eltern-Haushalte, wie sie der Bund betitelt, beantragen oft Sozialhilfe. 21 Prozent oder knapp jeder Fünfte werden laut dem gestern veröffentlichten statistischen Bericht 2021 «Familien in der Schweiz» vom Staat unterstützt.

Dagegen geben nur 13 Prozent der Paarhaushalte an, sie hätten Schwierigkeiten, über die Runden zu kommen. Menschen in Zweierbeziehungen mit Kindern fühlen sich auch besser. 83 Prozent geben an, ihr allgemeine Gesundheitszustand sei gut oder sehr gut. Bei Alleinerziehenden sind es zur drei Viertel.

Aus Sicht der Allgemeinheit hat die klassische Familie damit einen hohen Wert. Sie verursacht weniger Kosten und die Betroffenen sind gesünder. Dazu kommt, dass das Risiko von Kindern, deren Eltern Sozialhilfe beanspruchen, ein viel höheres Risiko haben, als Erwachsene selber auch am Tropf des Steuerzahlers zu landen, als Kinder von Erwachsenen, die keine Sozialfälle sind.

Die Gesellschaft hat also ein eminentes Interesse daran, dass Menschen – wenn es möglich ist – Kinder als Paar grossziehen. Dazu gehört sicher, dass sie nicht finanziell benachteiligt werden.

Ein erster Schritt wäre, dass endlich die Heiratsstrafe abgeschafft wird. Angesichts der veröffentlichten Untersuchung wirkt diese gleich doppelt absurd. Verheiratete mit Kindern benötigen nicht nur weniger finanzielle Leistungen, sondern sie werden vom Fiskus noch steuerlich bestraft.

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5 Kommentare zu “Entlastet die Familien. Denn Paare mit Kindern leben gesünder und nehmen weniger Hilfe vom Staat in Anspruch als Alleinerziehende”

  • Frankenfreund sagt:

    @Edmo, Rolf Bollinger: danke aus Deutschland, ist hier nicht anders. Erst den Mann rausschmeißen, dann staatl. Unterstützung fordern und jammern. Mal nachfragen, was der wirkliche Grund für das "Alleinerziehen" ist, Fehlanzeige. Hauptsache man entzieht sich der Verantwortung, geht allen familieninternen Problemen aus dem Wege und kassiert ab, der Papa und der Staat zahlen ja und man darf als Vater um Kontakt bitten. Leider geben all die Papas hier viel zu oft klein bei.

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  • Fede sagt:

    Absolut richtig!
    Es ist ohnehin unglaublich, dass man diese Heiratsstrafe nicht endlich mal abschaffen will..! Für junge Paare mit Familienplanung wirkt dies alles anderes als stimulierend.

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  • hape sagt:

    Ja Bravo. Alle möglichen Lebensformen können sich heute mit Einträgen steuerlich begünstigen lassen. Nur die Leute, die einfach ohne Papier zusammenleben wollen (wohl fast die grösste, werden am Ende bestraft. Angenommen, die Partnerin pflegt Ihren Lebenspartner und als dank hinterlässt er ihr ein paar Franken: 47% Erbschafttsteuer im Kanton Zürich.
    Die Erbschaftssteuer muss - nebst der Heiratsstrafe - generell abgeschafft werden. Schweizweit. Über eine "Freigrenze" kann ja gut diskutiert werden

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  • Edmo sagt:

    Die Heiratsstrafe trifft die kinderlosen Ehepaare am härtesten. Ehepaare mit Kindern sind weit weniger betroffen. Viel wichtiger als die Abschaffung der Heiratsstrafe wäre es, Alleinerziehende nicht zu Helden der Gesellschaft zu stilisieren. Diese feministische Verklärung und die damit verbundene staatliche Unterstützung fördern die ungesunde Entwicklung. Wer genau hinschaut sieht, wie Väter oft grundlos abserviert werden, wenn Mutti ihre zwei Kinder hat und sie nicht mit dem Vater teilen mag.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Auch wenn nach dem 68iger-Geist Familien (mit Mutter, Vater und Kinder) im heutigen links/grünen Zeitgeist und Gendermentalität überholt sei, konservativ und veraltet verurteilt werden, zeigt eben gerade die Statistik der Sozialhilfe, was die moderne Lebensideologie für die Kassenwarte in den Gemeinden, Kantonen und dem Bund bedeutet! Dieser Beitrag von Marcel Odermatt sollte in allen Zeitungen veröffentlicht werden! Solche Realitäten bleiben bei unseren linken Medien leider stets tabu!

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